Kossina: Für weniger Müll in Wien - alle machen mit

Drei Millionen Euro für ökologische und effektive Abfallvermeidungsprojekte

Wien (OTS) - "Abfallvermeidung hat in Wien einen hohen
Stellenwert", betonte heute, Freitag, Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina bei einer Pressekonferenz. Denn nur dadurch könne die steigende Müllflut eingedämmt und wertvolle Ressourcen geschont werden. Weniger Abfall ist ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz und ein wichtiger Teil für eine saubere Umwelt." Kossina forderte den Umweltminister auf, bis Ende März gesetzliche Maßnahmen gegen die Müllflut und zur Steigerung von Mehrweggetränkeprodukten vorzunehmen. Kossina: "Die Frist vom Verfassungsgerichtshof diesen Missstand zu beseitigen läuft dann ab."****

Wie in vielen europäischen Großstädten fällt auch in Wien immer mehr Abfall an: Pro Jahr 500 kg pro Einwohner. 180 Mio. Stück Getränkedosen, 147 Mio. Einweg-Pet-Flaschen, 40 kg Werbematerial pro Jahr und Haushalt oder 400 kg Windeln pro Jahr und Kind werden gezählt. Kossina: "Überall gibt es Einsparungspotenzial. Mit den richtigen Maßnahmen kann man auch Abfälle vermeiden."

Ziel müsse es sein, Abfallvermeidung kreativ und sinnvoll zu betreiben. Kossina: "Abfallvermeiden muss auch Spaß machen. Die Wienerinnen und Wiener sollen Abfallvermeidungstipps nützen und bei der Müllvermeidung mitmachen".

Internationale Jury wählte Projekte

Schon Ende des Vorjahres wurde im Rahmen der Initiative "Abfallvermeidung in Wien" eine internationale Jury beauftragt neue Abfallvermeidungsprojekte zu finden und zu analysieren. Von den insgesamt 61 Projekten wurden 23 Projekte ausgesucht, die in diesem Jahr realisiert werden.

Allein für 2003 werden drei Mio. Euro für neue Abfallvermeidungsprojekte zur Verfügung gestellt. Unter Abfallvermeidung werden alle Maßnahmen zur Reduzierung sowohl der Müllmengen als auch der enthaltenen Schadstoffe verstanden.

Neue Ideen werden umgesetzt

Kossina legt vor allem auf die "Umsetzbarkeit" der Projekte hohen Wert. "Alle Maßnahmen müssen auch für die Bevölkerung interessant sein", so die Umweltstadträtin.

So ist Abfallvermeidung rund ums Kleinkind genauso Thema, wie die abfallarme Gartengestaltung, oder die Wiederverwendung von Altgeräten.

Gleichzeitig setzt man auf neue Ausbildungsprojekte in der beruflichen Weiterbildung, den Aufbau von Netzwerken oder bewusstseinsbildende Maßnahmen, wie neue Einkaufsführer, Folder und Informationsbroschüren.

Pilotprojekte beschäftigen sich mit Abfallvermeidung am Bausektor und Krankenhäusern, oder abfallarmen Kaufhäusern. Konkret soll hier ein Business Plan für ein Kaufhaus in zentraler Lage erstellt werden, in dem ausschließlich abfallarme Waren und Dienstleistungen angeboten werden.

Auch in Schulen soll das Thema präsent sein: Eine "Materialien-Box" soll als Lehr- und Unterrichtsbehelf dienen. Mit der Sammlung und Weiterverwertung von alten Mobiltelefonen beschäftigt sich ein weiteres Abfallvermeidungsprojekt.

Forderung nach Pfand - Umweltminister soll handeln

Ein wesentlicher Bereich für weniger Müll, ist die Forcierung von Mehrwegprodukten: Ein Einkaufsführer für Mehrweggetränkeverpackungen im Internet soll auch dem Konsumenten zur Orientierung dienen.

In diesem Zusammenhang erhob Kossina neuerlich die Forderung nach einem Pfand auf Einweg- Getränkeverpackungen. "Wien tut alles, um Abfall zu vermeiden. Mit der Einführung eines Pfandes, könnte die Müllflut in ganz Österreich gebremst werden. Dies wäre ein richtiger und bedeutender Schritt zur nachhaltigen Ressourcenschonung. In vielen europäischen Ländern hätte sich dieser Weg, als richtig erwiesen. Nun liege es beim neuen Umweltminister sich dieser Sache rasch anzunehmen und mit der Einführung eines Pfandes in Österreich den so wichtigen ökologischen Schritt für die Umwelt zu setzen. Das Projekt Mehrweg-Forum Wien unterstützt mit einer großen Mehrweg-Kampagne diese Forderung.

Der Vorsitzende der Abfallvermeidungs- Jury, Walter Stahel: "Die Suche nach neuen, innovativen Abfallvermeidungsprojekten im Zuge eines Ideenwettbewerbs ist international vorbildlich. Abfallvermeidung ist seit rund zehn Jahren eine Priorität der Umweltpolitik, wird aber meist als unrealistisch zu Gunsten von Abfall-Recycling und -Beseitigung beiseite geschoben.

Dieter Hundstorfer, von der Wiener Kommunal Umweltschutzprojektges.m.b.H. sowie die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) sind für die Umsetzung der Projekte zuständig.

Hundstorfer "Durch die Bündelung der fachlichen Kompetenzen in der Strategiegruppe Abfallvermeidung ist ein effizientes und zielorientiertes Arbeiten möglich. Die Unterstützung aller Wienerinnen und Wiener ist jedoch für den Erfolg der Abfallvermeidung Voraussetzung. Die besten Ideen sind wertlos, wenn die Bevölkerung nicht mitmacht." (Schluss) bfm

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