- 21.03.2003, 10:30:11
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Kossina: Für weniger Müll in Wien - alle machen mit
Drei Millionen Euro für ökologische und effektive Abfallvermeidungsprojekte
Wien (OTS) - "Abfallvermeidung hat in Wien einen hohen
Stellenwert", betonte heute, Freitag, Umweltstadträtin Dipl. Ing.
Isabella Kossina bei einer Pressekonferenz. Denn nur dadurch könne
die steigende Müllflut eingedämmt und wertvolle Ressourcen geschont
werden. Weniger Abfall ist ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz und
ein wichtiger Teil für eine saubere Umwelt." Kossina forderte den
Umweltminister auf, bis Ende März gesetzliche Maßnahmen gegen die
Müllflut und zur Steigerung von Mehrweggetränkeprodukten vorzunehmen.
Kossina: "Die Frist vom Verfassungsgerichtshof diesen Missstand zu
beseitigen läuft dann ab."****
Wie in vielen europäischen Großstädten fällt auch in Wien immer
mehr Abfall an: Pro Jahr 500 kg pro Einwohner. 180 Mio. Stück
Getränkedosen, 147 Mio. Einweg-Pet-Flaschen, 40 kg Werbematerial pro
Jahr und Haushalt oder 400 kg Windeln pro Jahr und Kind werden
gezählt. Kossina: "Überall gibt es Einsparungspotenzial. Mit den
richtigen Maßnahmen kann man auch Abfälle vermeiden."
Ziel müsse es sein, Abfallvermeidung kreativ und sinnvoll zu
betreiben. Kossina: "Abfallvermeiden muss auch Spaß machen. Die
Wienerinnen und Wiener sollen Abfallvermeidungstipps nützen und bei
der Müllvermeidung mitmachen".
Internationale Jury wählte Projekte
Schon Ende des Vorjahres wurde im Rahmen der Initiative
"Abfallvermeidung in Wien" eine internationale Jury beauftragt neue
Abfallvermeidungsprojekte zu finden und zu analysieren. Von den
insgesamt 61 Projekten wurden 23 Projekte ausgesucht, die in diesem
Jahr realisiert werden.
Allein für 2003 werden drei Mio. Euro für neue
Abfallvermeidungsprojekte zur Verfügung gestellt. Unter
Abfallvermeidung werden alle Maßnahmen zur Reduzierung sowohl der
Müllmengen als auch der enthaltenen Schadstoffe verstanden.
Neue Ideen werden umgesetzt
Kossina legt vor allem auf die "Umsetzbarkeit" der Projekte
hohen Wert. "Alle Maßnahmen müssen auch für die Bevölkerung
interessant sein", so die Umweltstadträtin.
So ist Abfallvermeidung rund ums Kleinkind genauso Thema, wie
die abfallarme Gartengestaltung, oder die Wiederverwendung von
Altgeräten.
Gleichzeitig setzt man auf neue Ausbildungsprojekte in der
beruflichen Weiterbildung, den Aufbau von Netzwerken oder
bewusstseinsbildende Maßnahmen, wie neue Einkaufsführer, Folder und
Informationsbroschüren.
Pilotprojekte beschäftigen sich mit Abfallvermeidung am
Bausektor und Krankenhäusern, oder abfallarmen Kaufhäusern. Konkret
soll hier ein Business Plan für ein Kaufhaus in zentraler Lage
erstellt werden, in dem ausschließlich abfallarme Waren und
Dienstleistungen angeboten werden.
Auch in Schulen soll das Thema präsent sein: Eine
"Materialien-Box" soll als Lehr- und Unterrichtsbehelf dienen. Mit
der Sammlung und Weiterverwertung von alten Mobiltelefonen
beschäftigt sich ein weiteres Abfallvermeidungsprojekt.
Forderung nach Pfand - Umweltminister soll handeln
Ein wesentlicher Bereich für weniger Müll, ist die Forcierung
von Mehrwegprodukten: Ein Einkaufsführer für
Mehrweggetränkeverpackungen im Internet soll auch dem Konsumenten zur
Orientierung dienen.
In diesem Zusammenhang erhob Kossina neuerlich die Forderung
nach einem Pfand auf Einweg- Getränkeverpackungen. "Wien tut alles,
um Abfall zu vermeiden. Mit der Einführung eines Pfandes, könnte die
Müllflut in ganz Österreich gebremst werden. Dies wäre ein richtiger
und bedeutender Schritt zur nachhaltigen Ressourcenschonung. In
vielen europäischen Ländern hätte sich dieser Weg, als richtig
erwiesen. Nun liege es beim neuen Umweltminister sich dieser Sache
rasch anzunehmen und mit der Einführung eines Pfandes in Österreich
den so wichtigen ökologischen Schritt für die Umwelt zu setzen. Das
Projekt Mehrweg-Forum Wien unterstützt mit einer großen
Mehrweg-Kampagne diese Forderung.
Der Vorsitzende der Abfallvermeidungs- Jury, Walter Stahel: "Die
Suche nach neuen, innovativen Abfallvermeidungsprojekten im Zuge
eines Ideenwettbewerbs ist international vorbildlich.
Abfallvermeidung ist seit rund zehn Jahren eine Priorität der
Umweltpolitik, wird aber meist als unrealistisch zu Gunsten von
Abfall-Recycling und -Beseitigung beiseite geschoben.
Dieter Hundstorfer, von der Wiener Kommunal
Umweltschutzprojektges.m.b.H. sowie die Österreichische Gesellschaft
für Umwelt und Technik (ÖGUT) sind für die Umsetzung der Projekte
zuständig.
Hundstorfer "Durch die Bündelung der fachlichen Kompetenzen in
der Strategiegruppe Abfallvermeidung ist ein effizientes und
zielorientiertes Arbeiten möglich. Die Unterstützung aller
Wienerinnen und Wiener ist jedoch für den Erfolg der Abfallvermeidung
Voraussetzung. Die besten Ideen sind wertlos, wenn die Bevölkerung
nicht mitmacht." (Schluss) bfm
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Birgit Flenreiss-Mäder
Tel.: 4000/81 353, Handy: 0664/32 69 753
mailto:[email protected]
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