WIE SICHER IST DIE STRAßE?

85 Prozent sprechen sich für Beseitigung gefährlicher Straßenstellen aus. KfV fordert verpflichtende "Sicherheits-Audits" für Straßen.

Wien (OTS) - Mehr Sicherheit auf den österreichischen Straßen ist einem Großteil der Bevölkerung ein Anliegen. Laut einer jüngsten Untersuchung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) sprechen sich 85 Prozent der befragten Personen für eine Beseitigung gefährlicher Straßenstellen aus. "Das Verkehrssystem hat - wie jedes andere System auch - neben Stärken auch Schwächen: Einerseits bietet es - je nach Transportsystem - einfache, komfortable und individuelle Möglichkeiten der Fortbewegung, andererseits werden Energie und Land verbraucht. Eine tragische Komponente ist, dass der Straßenverkehr in hohem Ausmaß Unfälle mit Getöteten und Verletzten zur Folge hat", erklärt DI Klaus Robatsch, KfV-Verkehrstechniker, auf der heutigen Pressekonferenz zum Thema "Sichere Straße".

Abgeflachte Entwicklung bei Zahl der Getöteten
Obwohl im Jahr 2002 auf Österreichs Straßen die bisher niedrigste Zahl von Verkehrstoten zu verzeichnen war, ist Jubel und Freude verfehlt. 942 getötete Personen können nicht als "Erfolg" dargestellt werden. Der durch eine Vielzahl von Maßnahmen seit 1972 aufgetretene Abwärtstrend bei der Zahl der Getöteten zeigt leider seit 1996 eine abgeflachte Entwicklung. Bei den Unfällen und Verletzten ist sogar ein Anstieg zu verzeichnen. "Die Fortschreibung der bisherigen Politik zur Unfallbekämpfung lässt bis dato nur geringfügige Verbesserungen, aber keine umfassende Verminderung an Getöteten erwarten. Seitens des KfV werden bereits seit Jahren weitere Maßnahmen gefordert, welche die Handlungsfelder Mensch, Fahrzeug und Straße in den Mittelpunkt stellen", so Robatsch.

KfV: Verpflichtendes "Sicherheits-Audit" für Straßen
Laut KfV könne ein "Verkehrssicherheits-Audit" bereits in der Planungsphase Straßen so sicher wie möglich machen. Zudem kann die Sanierung von Unfallhäufungsstellen und eine regelmäßige Überprüfung des Straßennetzes einen wesentlichen Beitrag für eine sichere Straße leisten. Bei der Sanierung von Unfallstellen wird auf vorhandene Örtlichkeiten im Straßennetz eingegangen. Ein wesentliches Ziel des Verkehrssicherheits-Audits liegt in der Verkehrssicherheitsprävention. Die Auditoren beurteilen ausschließlich die Verkehrssicherheit eines Projekts. "Interessensabwägungen sollen zukünftig nicht mehr unbegründet zu Lasten der Verkehrssicherheit ausfallen - die Sicherheit der Menschen steht im Vordergrund. Wenn die Planer Sicherheitsvorschläge ablehnen, muss diese Ablehnung in Zukunft schriftlich begründet werden. Nur so wird die Wertigkeit von Menschenleben gegenüber anderen Interessen offen gelegt", so Robatsch.

"Fehlerquelle" Mensch entschärfen - Verkehrssystem anpassen
Der Mensch begeht Fehler - auch im Straßenverkehr. Zwar wird versucht durch Ausbildung, rechtliche Rahmenbedingungen und Überwachung Fehler bereits im Ansatz so weit wie möglich zu reduzieren, solange aber menschliches Handeln einen wesentlichen Faktor des Straßensystems darstellt, wird es nicht möglich sein, sie ganz auszuschließen. Das Verkehrssystem muss deshalb so gestaltet sein, dass die Fehler, die sich nicht verhindern lassen, zumindest keine fatalen Folgen haben. Robatsch: "Eine zentrale Maßnahme ist, dass bereits bevor ein Unfall passiert die Straße regelmäßig auf Rauhigkeit, Griffigkeit, Spurrillen, Risse und dgl. untersucht werden muss. Nicht der Mensch soll an das System angepasst werden, sondern das System an den Menschen. Dabei besteht das Ziel nicht darin, die Mobilität zu reduzieren, sondern diese unfallfrei und dort wo dies nicht möglich ist zumindest mit geringerer Verletzungsschwere zu gestalten."

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