- 21.03.2003, 10:00:00
- /
- OTS0051 OTW0051
WIE SICHER IST DIE STRAßE?
85 Prozent sprechen sich für Beseitigung gefährlicher Straßenstellen aus. KfV fordert verpflichtende "Sicherheits-Audits" für Straßen.
Wien (OTS) - Mehr Sicherheit auf den österreichischen Straßen ist
einem Großteil der Bevölkerung ein Anliegen. Laut einer jüngsten
Untersuchung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) sprechen
sich 85 Prozent der befragten Personen für eine Beseitigung
gefährlicher Straßenstellen aus. "Das Verkehrssystem hat - wie jedes
andere System auch - neben Stärken auch Schwächen: Einerseits bietet
es - je nach Transportsystem - einfache, komfortable und individuelle
Möglichkeiten der Fortbewegung, andererseits werden Energie und Land
verbraucht. Eine tragische Komponente ist, dass der Straßenverkehr in
hohem Ausmaß Unfälle mit Getöteten und Verletzten zur Folge hat",
erklärt DI Klaus Robatsch, KfV-Verkehrstechniker, auf der heutigen
Pressekonferenz zum Thema "Sichere Straße".
Abgeflachte Entwicklung bei Zahl der Getöteten
Obwohl im Jahr 2002 auf Österreichs Straßen die bisher niedrigste
Zahl von Verkehrstoten zu verzeichnen war, ist Jubel und Freude
verfehlt. 942 getötete Personen können nicht als "Erfolg" dargestellt
werden. Der durch eine Vielzahl von Maßnahmen seit 1972 aufgetretene
Abwärtstrend bei der Zahl der Getöteten zeigt leider seit 1996 eine
abgeflachte Entwicklung. Bei den Unfällen und Verletzten ist sogar
ein Anstieg zu verzeichnen. "Die Fortschreibung der bisherigen
Politik zur Unfallbekämpfung lässt bis dato nur geringfügige
Verbesserungen, aber keine umfassende Verminderung an Getöteten
erwarten. Seitens des KfV werden bereits seit Jahren weitere
Maßnahmen gefordert, welche die Handlungsfelder Mensch, Fahrzeug und
Straße in den Mittelpunkt stellen", so Robatsch.
KfV: Verpflichtendes "Sicherheits-Audit" für Straßen
Laut KfV könne ein "Verkehrssicherheits-Audit" bereits in der
Planungsphase Straßen so sicher wie möglich machen. Zudem kann die
Sanierung von Unfallhäufungsstellen und eine regelmäßige Überprüfung
des Straßennetzes einen wesentlichen Beitrag für eine sichere Straße
leisten. Bei der Sanierung von Unfallstellen wird auf vorhandene
Örtlichkeiten im Straßennetz eingegangen. Ein wesentliches Ziel des
Verkehrssicherheits-Audits liegt in der
Verkehrssicherheitsprävention. Die Auditoren beurteilen
ausschließlich die Verkehrssicherheit eines Projekts.
"Interessensabwägungen sollen zukünftig nicht mehr unbegründet zu
Lasten der Verkehrssicherheit ausfallen - die Sicherheit der Menschen
steht im Vordergrund. Wenn die Planer Sicherheitsvorschläge ablehnen,
muss diese Ablehnung in Zukunft schriftlich begründet werden. Nur so
wird die Wertigkeit von Menschenleben gegenüber anderen Interessen
offen gelegt", so Robatsch.
"Fehlerquelle" Mensch entschärfen - Verkehrssystem anpassen
Der Mensch begeht Fehler - auch im Straßenverkehr. Zwar wird versucht
durch Ausbildung, rechtliche Rahmenbedingungen und Überwachung Fehler
bereits im Ansatz so weit wie möglich zu reduzieren, solange aber
menschliches Handeln einen wesentlichen Faktor des Straßensystems
darstellt, wird es nicht möglich sein, sie ganz auszuschließen. Das
Verkehrssystem muss deshalb so gestaltet sein, dass die Fehler, die
sich nicht verhindern lassen, zumindest keine fatalen Folgen haben.
Robatsch: "Eine zentrale Maßnahme ist, dass bereits bevor ein Unfall
passiert die Straße regelmäßig auf Rauhigkeit, Griffigkeit,
Spurrillen, Risse und dgl. untersucht werden muss. Nicht der Mensch
soll an das System angepasst werden, sondern das System an den
Menschen. Dabei besteht das Ziel nicht darin, die Mobilität zu
reduzieren, sondern diese unfallfrei und dort wo dies nicht möglich
ist zumindest mit geringerer Verletzungsschwere zu gestalten."
Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Pressestelle
Mag. Gabriele Hinterkörner
Tel.: (01) 717 70 - 161
mailto:[email protected]
http://www.kfv.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS






