• 21.03.2003, 09:36:40
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Armutskonferenz: Grüne fordern Wiener Frauenarmutsbericht

Vana: Wien braucht ein Konzept gegen zunehmende Verarmung von Frauen.

Wien (Grüne) - Den dringenden Bedarf für einen Wiener
Frauenarmutsbericht ortet die Grüne Frauensprecherin Monika Vana. Sie
erneuert anlässlich der aktuell stattfindenden Armutskonferenz ihre
Forderungen an Frauenstadträtin Brauner. "Frauen sind immer mehr von
Armut betroffen und der Kreis der von Armut gefährdeten Frauen nimmt
drastisch zu.", so die Grüne Frauensprecherin. Vana fordert die
Frauenstadträtin auf, endlich Fakten über die tatsächliche Situation
von Frauen in Wien vorzulegen. "Wiens Frauen brauchen keine
Behübschungsaktionen und Schönwetterreden seitens der Wiener SPÖ,
sondern couragierte und antizipierende Programme zur
Armutsbekämpfung. Konzepte gegen die Frauenarmut sind im roten Wien
längst überfällig", drängt Vana auf rasches Handeln. "Vermeidung von
Frauenarmut sollte das Ziel sein."

Gegen die rapide ansteigende Atypisierung von
Beschäftigungsverhältnissen schlagen die Wiener Grünen seit langem
Alarm. Frauen sind von dieser Entwicklung besonders betroffen. Die
zunehmende Flexibilisierung am Arbeitsmarkt vernichtet immer mehr die
Möglichkeiten der Existenzsicherung, sowohl in der aktiven
Erwerbsphase als auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit oder später in
der Pension. Ein Teil von Frauen wird zunehmend aus dem
Erwerbsarbeitsmarkt in das unzureichende Almosensystem der
Sozialhilfe gedrängt. "Armut kann dort nicht mehr bekämpft werden.
Das hat mehr mit Armutsverwaltung zu tun. Damit sollte sich eine so
reiche Stadt wie Wien nicht zufrieden geben", so Vana. Aus unserer
Sicht ist es daher notwendig für eigenständige Existenzsicherung für
Frauen zu sorgen."

Vornehmlich Frauen arbeiten in Teilzeitbeschäftigungen. Von 1997
-2002 hat die Teilzeitarbeit von Frauen in Österreich um 41%
zugenommen. Für den gleichen Zeitraum beträgt die Steigerung der
Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen 27%. "Die
Teilzeitfalle ist für viele Frauen auch eine Armutsfalle", warnt
Vana. "Ich bin gespannt, ob zum Beispiel in Wien einer Ausweitung der
Landeöffnungszeiten durch Bürgermeister Häupl ein Riegel vorgeschoben
wird. 80% der Handelsangestellten sind Frauen, der Großteil hat keine
Vollzeitbeschäftigung. Die Liberalisierung und Flexibilisierung
verhindert einen Umstieg auf mehr Stunden. Diese Tatsache ist
besonders brisant, wenn man bedenkt, dass der kollektivvertragliche
Lohn im Handel 500 Euro brutto für 20 Stunden beträgt. Da sind
Forderungen nach 1000 Euro Mindestlohn nur mehr ein Hohn. An
Existenzsicherung von Frauen denkt bei solchen Entscheidungen
offenbar niemand", ist Vana empört.

Die Wiener Grünen fordern die qualitative und quantitative
Untersuchung der Situation der Frauen in einem jährlich zu
veröffentlichenden Wiener Frauenarmutsbericht. "Wien kann sich an der
Stadt Salzburg ein positives Beispiel nehmen", meint Vana. In
Salzburg wurde schon voriges Jahr ein Frauenarmutsbericht vorgelegt.
"Ich erwarte mir von der Stadtregierung außerdem, dass sie bei ihren
weiteren Vorhaben - z.B. Umstrukturierungen, Ausgliederungen,
Einsparungen, Gebührenerhöhungen u.s.w. - im Sinne des Gender
Mainstreaming die unterschiedlichen Auswirkungen auf Frauen und
Männer mitbedenkt und damit einen wichtigen Schritt zur
Armutsvermeidung von Frauen leistet", Vana abschließend.

Rückfragehinweis: Pressereferat
Grüner Klub im Rathaus
Tel.: 01/4000-81814
http://wien.gruene.at

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