Armutskonferenz: Grüne fordern Wiener Frauenarmutsbericht

Vana: Wien braucht ein Konzept gegen zunehmende Verarmung von Frauen.

Wien (Grüne) - Den dringenden Bedarf für einen Wiener Frauenarmutsbericht ortet die Grüne Frauensprecherin Monika Vana. Sie erneuert anlässlich der aktuell stattfindenden Armutskonferenz ihre Forderungen an Frauenstadträtin Brauner. "Frauen sind immer mehr von Armut betroffen und der Kreis der von Armut gefährdeten Frauen nimmt drastisch zu.", so die Grüne Frauensprecherin. Vana fordert die Frauenstadträtin auf, endlich Fakten über die tatsächliche Situation von Frauen in Wien vorzulegen. "Wiens Frauen brauchen keine Behübschungsaktionen und Schönwetterreden seitens der Wiener SPÖ, sondern couragierte und antizipierende Programme zur Armutsbekämpfung. Konzepte gegen die Frauenarmut sind im roten Wien längst überfällig", drängt Vana auf rasches Handeln. "Vermeidung von Frauenarmut sollte das Ziel sein."

Gegen die rapide ansteigende Atypisierung von Beschäftigungsverhältnissen schlagen die Wiener Grünen seit langem Alarm. Frauen sind von dieser Entwicklung besonders betroffen. Die zunehmende Flexibilisierung am Arbeitsmarkt vernichtet immer mehr die Möglichkeiten der Existenzsicherung, sowohl in der aktiven Erwerbsphase als auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit oder später in der Pension. Ein Teil von Frauen wird zunehmend aus dem Erwerbsarbeitsmarkt in das unzureichende Almosensystem der Sozialhilfe gedrängt. "Armut kann dort nicht mehr bekämpft werden. Das hat mehr mit Armutsverwaltung zu tun. Damit sollte sich eine so reiche Stadt wie Wien nicht zufrieden geben", so Vana. Aus unserer Sicht ist es daher notwendig für eigenständige Existenzsicherung für Frauen zu sorgen."

Vornehmlich Frauen arbeiten in Teilzeitbeschäftigungen. Von 1997 -2002 hat die Teilzeitarbeit von Frauen in Österreich um 41% zugenommen. Für den gleichen Zeitraum beträgt die Steigerung der Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen 27%. "Die Teilzeitfalle ist für viele Frauen auch eine Armutsfalle", warnt Vana. "Ich bin gespannt, ob zum Beispiel in Wien einer Ausweitung der Landeöffnungszeiten durch Bürgermeister Häupl ein Riegel vorgeschoben wird. 80% der Handelsangestellten sind Frauen, der Großteil hat keine Vollzeitbeschäftigung. Die Liberalisierung und Flexibilisierung verhindert einen Umstieg auf mehr Stunden. Diese Tatsache ist besonders brisant, wenn man bedenkt, dass der kollektivvertragliche Lohn im Handel 500 Euro brutto für 20 Stunden beträgt. Da sind Forderungen nach 1000 Euro Mindestlohn nur mehr ein Hohn. An Existenzsicherung von Frauen denkt bei solchen Entscheidungen offenbar niemand", ist Vana empört.

Die Wiener Grünen fordern die qualitative und quantitative Untersuchung der Situation der Frauen in einem jährlich zu veröffentlichenden Wiener Frauenarmutsbericht. "Wien kann sich an der Stadt Salzburg ein positives Beispiel nehmen", meint Vana. In Salzburg wurde schon voriges Jahr ein Frauenarmutsbericht vorgelegt. "Ich erwarte mir von der Stadtregierung außerdem, dass sie bei ihren weiteren Vorhaben - z.B. Umstrukturierungen, Ausgliederungen, Einsparungen, Gebührenerhöhungen u.s.w. - im Sinne des Gender Mainstreaming die unterschiedlichen Auswirkungen auf Frauen und Männer mitbedenkt und damit einen wichtigen Schritt zur Armutsvermeidung von Frauen leistet", Vana abschließend.

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