"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Kampf der Nationen (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 21.03.2003

Klagenfurt (OTS) - Die blutige Diktatur eines Saddam Hussein -gebiert ihr Untergang den "clash of nations", den Kampf der Nationen? Der US-Militärschlag gegen Saddams Irak spaltet die Welt. George W. Bush, der Missionar, der auszog, um militärische Stärke zum Recht zu erklären, hat internationale Friedensnormen erschüttert. Mit seinen 200.000 Soldaten hat er das Völkerrecht auf einen Begriff auf dem Papier reduziert.

George W. Bush will die Welt neu ordnen. Nach seinen Vorstellungen. Gemäß seiner "Berufung". Für den selbst ernannten Schutzherrn sind internationale Fragen keine Verhandlungssache. Diplomatische Kategorien nicht mehr als zu ignorierendes Beiwerk.

Dennoch konnte der US-Präsident eine Koalition der Willigen formieren. Großbritannien, Spanien, Lettland, Australien...: sie folgten blind seinem blinden Kriegsruf. Und gaben sich taub gegenüber dem kollektiven Widerstand der Weltgemeinschaft. Unerklärlich, gefährlich ihre Argumentation: Unter dem Vorwand, "den Krieg für eine bessere Zukunft zu führen", haben sie ihren Humanismus geopfert. Der Riss, der durch das weltumspannende Staatengefüge geht, ist ein tiefer. Er sollte die Nationen länger beschäftigen als der Militärschlag. Noch sind die Konsequenzen nicht absehbar - doch ihre Ahnungen lasten schwer.

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