- 20.03.2003, 08:27:04
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Schlecht informierte Tunnelexperten des ÖAMTC
ASFINAG verabschiedet sich aus Verantwortung des Brandschutzes in Tunnelanlagen
Lebring (OTS) - Die Feuerwehren wehren sich gegen Vorwürfe des
Österreichischen Automobil- Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC), sie
würden in österreichischen Tunnelanlagen keine regelmäßigen Übungen
abhalten. In einem "Offenen Brief" an den Präsidenten des ÖAMTC, KR
Dkfm. Werner Kraus, weist der steirische Landesfeuerwehrkommandant
LBD Franz Hauptmann darauf hin, dass die Feuerwehren zu regelmäßigen
Einsatzübungen verpflichtet seien. Gerade auf die Übungsbedingungen
in den heimischen Tunnelanlagen habe man aber oft keine
Einflussmöglichkeit, da hier meist wirtschaftliche Überlegungen der
Betreibergesellschaften im Vordergrund stünden.
Dabei, so LBD Franz Hauptmann, habe das Feuerwehrwesen schon
mehrmals bessere Übungsmöglichkeiten in österreichischen
Tunnelanlagen eingefordert. So sei beispielsweise einem Vertreter der
Bundesregierung beim "Tunnelmanifest" in Graz im vergangenen Jahr ein
Zehn-Punkte-Forderungskatalog überreicht worden, wobei die Forderung
nach "realen Übungen" einer der Hauptpunkte waren. In weiten Kreisen
der Feuerwehr-Verantwortungsträger herrsche Verärgerung über die
Presseaussendung des ÖAMTC, denn in der Öffentlichkeit sei der
Eindruck entstanden, die Feuerwehren wären in hohem Maße an der
heimischen Tunnelmisere mitverantwortlich.
Die Tunnelexperten des ÖAMTC zeigten sich durch ihre eigene
Presseaussendung schlecht informiert, kritisierte LBD Franz
Hauptmann, und hätten bei der letztjährigen Tunnel-Großveranstaltung
in Graz durch Abwesenheit geglänzt. Dies werfe insgesamt ein
schlechtes Licht auf die Tunneltests des ÖAMTC. Dem Präsidenten,
Dkfm. Werner Kraus bot Hauptmann nun an, die Weichen für eine bessere
Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und ÖAMTC in strategischer und
medialer Hinsicht zu stellen. Über einen Konflikt zwischen
Feuerwehren und ÖAMTC könnten sich lediglich die heimischen
"Tunnelbürokraten" freuen. Dies sei nicht im Interesse beider
Organisationen. Denn die Ziele seien identisch: Mehr Sicherheit für
heimische Tunnelanlagen. Der teilweise schlechte Sicherheitszustand
der heimischen Tunnelanlagen dürfe letztlich aber nicht auf dem
Rücken der Feuerwehren ausgetragen werden.
In diesem Zusammenhang kritisierte Hauptmann auch die ASFINAG, die
sich durch finanzielle Bagatelle-Beträge an die österreichischen
Feuerwehren aus der Verantwortung des Brandschutzes in ihren
Tunnelanlagen offensichtlich verabschieden wollten. Die Forderung
nach Einrichtung von Betriebsfeuerwehren in langen einröhrigen
Tunnelanlagen in Österreich bleibe weiter aufrecht. Langfristiges
Ziel sei allerdings eine Erhöhung der Sicherheit durch den Bau
zweiter Tunnelröhren.
Rückfragehinweis:
Pressestelle des Landesfeuerwehrkommandos Steiermark,
Christof Oswald
Tel.: 0664/ 25 29 069
mailto:[email protected]
http://www.lfv.stmk.at und
http://www.blaulicht.at
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