Schlecht informierte Tunnelexperten des ÖAMTC

ASFINAG verabschiedet sich aus Verantwortung des Brandschutzes in Tunnelanlagen

Lebring (OTS) - Die Feuerwehren wehren sich gegen Vorwürfe des Österreichischen Automobil- Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC), sie würden in österreichischen Tunnelanlagen keine regelmäßigen Übungen abhalten. In einem "Offenen Brief" an den Präsidenten des ÖAMTC, KR Dkfm. Werner Kraus, weist der steirische Landesfeuerwehrkommandant LBD Franz Hauptmann darauf hin, dass die Feuerwehren zu regelmäßigen Einsatzübungen verpflichtet seien. Gerade auf die Übungsbedingungen in den heimischen Tunnelanlagen habe man aber oft keine Einflussmöglichkeit, da hier meist wirtschaftliche Überlegungen der Betreibergesellschaften im Vordergrund stünden.

Dabei, so LBD Franz Hauptmann, habe das Feuerwehrwesen schon mehrmals bessere Übungsmöglichkeiten in österreichischen Tunnelanlagen eingefordert. So sei beispielsweise einem Vertreter der Bundesregierung beim "Tunnelmanifest" in Graz im vergangenen Jahr ein Zehn-Punkte-Forderungskatalog überreicht worden, wobei die Forderung nach "realen Übungen" einer der Hauptpunkte waren. In weiten Kreisen der Feuerwehr-Verantwortungsträger herrsche Verärgerung über die Presseaussendung des ÖAMTC, denn in der Öffentlichkeit sei der Eindruck entstanden, die Feuerwehren wären in hohem Maße an der heimischen Tunnelmisere mitverantwortlich.

Die Tunnelexperten des ÖAMTC zeigten sich durch ihre eigene Presseaussendung schlecht informiert, kritisierte LBD Franz Hauptmann, und hätten bei der letztjährigen Tunnel-Großveranstaltung in Graz durch Abwesenheit geglänzt. Dies werfe insgesamt ein schlechtes Licht auf die Tunneltests des ÖAMTC. Dem Präsidenten, Dkfm. Werner Kraus bot Hauptmann nun an, die Weichen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und ÖAMTC in strategischer und medialer Hinsicht zu stellen. Über einen Konflikt zwischen Feuerwehren und ÖAMTC könnten sich lediglich die heimischen "Tunnelbürokraten" freuen. Dies sei nicht im Interesse beider Organisationen. Denn die Ziele seien identisch: Mehr Sicherheit für heimische Tunnelanlagen. Der teilweise schlechte Sicherheitszustand der heimischen Tunnelanlagen dürfe letztlich aber nicht auf dem Rücken der Feuerwehren ausgetragen werden.

In diesem Zusammenhang kritisierte Hauptmann auch die ASFINAG, die sich durch finanzielle Bagatelle-Beträge an die österreichischen Feuerwehren aus der Verantwortung des Brandschutzes in ihren Tunnelanlagen offensichtlich verabschieden wollten. Die Forderung nach Einrichtung von Betriebsfeuerwehren in langen einröhrigen Tunnelanlagen in Österreich bleibe weiter aufrecht. Langfristiges Ziel sei allerdings eine Erhöhung der Sicherheit durch den Bau zweiter Tunnelröhren.

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