- 19.03.2003, 09:12:52
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Der Ruf der Unke
Bundesforste erhalten Lebensraum der gefährdeten Gelbbauchunke
Wien (OTS) - Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und der
NATURSCHUTZBUND NÖ schlossen diese Woche das vom Land
Niederösterreich geförderte Kooperationsprojekt "Verbreitung und
Schutz der Gelbbauchunke im Wienerwald" ab. Ziel des Projekts ist es,
den Lebensraum der europaweit vom Aussterben bedrohten Froschlurchart
zu erhalten und neue Lebensräume zu schaffen. Es ist Teil der
Kampagne "WasSerleben", mit der sich Bundesforste, NATURSCHUTZBUND
und das Lebensministerium für den Schutz von Feuchtgebieten
einsetzen.
Alarmstufe Gelb
"Alarmstufe Gelb" hieß es von Seiten der Bundesforste und des
NATURSCHUTZBUNDES im Wienerwald. Grund dafür war die Bedrohung der
Gelbbauchunkenbestände. Die Amphibie mit enger Bindung an den
Lebensraum Wasser bevorzugt Kleinstgewässer wie Radspuren und Tümpel
auf Schlagflächen und Wiesen zum Laichen. Menschliche Eingriffe wie
Trockenlegung von feuchten Wiesen führten zur Zerstörung dieser
Laichgewässer und damit zum Rückgang der Population.
Mit dem Kooperationsprojekt "Verbreitung und Schutz der
Gelbbauchunke im Wienerwald" haben die Bundesforste die europaweit
bedrohte Gelbbauchunke "wachgeküsst" und bewahren nun Kleingewässer
als ihren Lebensraum. Nach einer vorangehenden Kartierung der
Bestände wurden gemeinsam mit Naturschutzexperten Schutzpläne
erarbeitet. "Die geplanten Maßnahmen erzielen bereits mit geringem
Aufwand große Wirkung, z.B. durch die Erhaltung wassergefüllter
Radspurrinnen und kleiner Tümpel an sonnigen Stellen, die bei
Arbeiten der Bundesforste im Wienerwald entstehen", so ein Experte
des NATURSCHUTZBUNDES. Instand gehaltene Wassergräben entlang der
Forststraßen sind für die Gelbbauchunke wichtige Wanderkorridore zur
Lebensraumvernetzung im Wald. Suhlen und andere Bodenvertiefungen,
die sich mit Wasser füllen, dienen der Gelbbauchunke als Laichplatz.
Willkommene Deckung findet die seltene Krötenart im verbleibenden
Rest- und Totholz, das die Bundesforste-Mitarbeiter bewusst im Wald
belassen.
Unkenrufe im Wienerwald
Bundesforste-Vorstand Georg Erlacher zeigt sich mit dem
Kooperationsprojekt sehr zufrieden: "Im Jahr des Wassers ist es
besonders wichtig auch an die Wasserbewohner zu denken. Nicht nur
Seen und Flüsse stellen einen Lebensraum für zahlreiche Tierarten
dar, sondern auch kleinste Pfützen. Die Erhaltung dieser Lebensräume
ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir hoffen, dass man schon sehr bald
bei einem Spaziergang im Wienerwald ´optimistischen Unkenrufen’
lauschen kann."
Erkennbar ist die Unke nicht nur an ihrem auffälligen Ruf und
ihren herzförmigen Pupillen, sondern vor allem an der gelb-schwarz
gefärbten Bauchseite. Die nur 3-5 cm große Amphibie präsentiert
ihren Bauch in Gefahrensituationen im so genannten Unkenreflex: Sie
bildet ein Hohlkreuz und zeigt so die auffällig gefärbte Bauchseite.
Die gelbe Farbe signalisiert Feinden Giftigkeit oder Ungenießbarkeit.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Mag. Bernhard Schragl, Pressesprecher
Österreichische Bundesforste AG
Tel.: (++43-2231) 600-215
Fax: (++43-2331) 600-219
mailto:[email protected]
http://www.bundesforste.at
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