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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Europa, erwache!" (Von Manfred Maurer)
Ausgabe vom 19. März 2003
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Linz (OTS) - George W. Bush stößt den Rest der Welt - ein paar
Getreue ausgenommen - vor den Kopf. Der Krieg, den fast keiner will,
scheint nun wirklich unvermeidbar. Entsprechend sind die Reaktionen
auf den kriegerischen Automatismus, den der US-Präsident aktiviert
hat.
Doch Politik ist nicht die Kunst des Lamentierens über zerbrochenes
Porzellan, sondern die des Kittens von Scherben. Jetzt helfen keine
pseudo-psychologischen Ferndiagnosen, die Bush als religiös verirrten
Kreuzzügler oder dümmlichen Texas-Cowboy darstellen, der unfähig ist,
die Folgen seines Tuns richtig abzuschätzen. Ob Bush mit seiner
Lagebeurteilung wirklich so gefährlich falsch liegt, wie viele
meinen, werden wir bald wissen.
Was man in Europa aber schon jetzt wissen sollte, ist, wie das
endgültige Versinken in weltpolitischer Bedeutungslosigkeit vermieden
wird. Die babylonische Sprachverwirrung der vergangenen Monate
bewirkte jedenfalls nur eines: null Einfluss auf die US-Politik.
Jetzt geht es schon nicht mehr darum, Bushs Entscheidung zu
beklagen oder zu begrüßen. Die europäische Politik muss vielmehr
danach trachten, Einfluss auf die Nachkriegsordnung in Nahost zu
gewinnen. Und das wird nur gelingen, wenn Europa endlich begreift,
dass es nur gehört wird, wenn es mit einer Stimme spricht.
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