• 17.03.2003, 19:26:24
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Polit-Clown" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 18. März 2003

Linz (OTS) - "Schön langsam tut er mir leid", sagte Kriemhild
Trattnig, legendäre politische "Ziehmutter" Jörg Haiders, im
vergangenen November nach den damaligen Bin-weg-bin-da-Eskapaden der
Kärntner Landeshauptmannes, um noch hinzuzufügen, "die Leute
schimpfen nicht mehr, sie schütteln nur noch den Kopf."
Auch diesmal "schütteln die Leute den Kopf". Nicht wegen der
Drohung an sich, sondern wegen der Geisteshaltung, die Haider treibt.
Haider hat seinen Rückzug von der Bundesspitze der FPÖ, die er
seinerzeit an Riess-Passer abgetreten hat, nach wie vor nicht
überwunden. Für ihn ist die FPÖ ident mit ihm selbst. Haider
identifiziert sich höchstpersönlich mit der FPÖ, wer auch immer in
der Partei andere Wege geht, als er sie vorzeichnet, zerstört Haiders
Lebenswerk und somit sein Selbstverständnis.
Jörg Haider ist zur tragischen Figur auf der innenpolitischen
Bühne Österreichs geworden. Sein innerer Zwang in die Schlagzeilen zu
kommen, koste es, was es wolle, lassen ihn rationale Überlegungen
beiseite schieben. Mehr noch: Haider nimmt es offensichtlich in Kauf,
nur noch als Polit-Clown wahrgenommen zu werden. Was nichts daran
ändert, dass Schüssel und Haupt schon wieder genau dieselbe Laus im
Pelz sitzt wie vor den Wahlen.

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