• 17.03.2003, 12:22:11
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LAbg. Fasan zu Prölls "272. und 273. Spatenstich" für Marchbrücke und Archäolog. Ausgrabungen

Fasan: "Falsche Verkehrspolitik und Naturzerstörung - ein trauriges Schauspiel"

St.Pölten (OTS) - "Wäre es nicht zum Weinen, so müsste man
lauthals darüber lachen. Den ÖVP-Wahlkampf kann man tatsächlich nur
mehr als 'Zeit der glühenden Spaten' bezeichnen." so Grün-LAbg.
Martin Fasan
Heute erreichen die grotesken Spatenstiche einen weiteren Höhepunkt:

Zum ersten soll eine Pionierbrücke über die March bei Marchegg
errichtet werden. Auf beiden Seiten sind keinerlei Straßen vorhanden,
die Autos müssten mitten durch die Au auf Feldwegen fahren. Außerdem
soll von Marchegg eine Schnellstraße Richtung Wien gebaut werden. Die
Grünen erinnern daran, dass gerade die March - Auen und das
Marchfeld ein ökologisches Juwel von europäischem Format in einem
dünn besiedelten Dreiländerbereich ist. Seltene Arten wie Weiß- und
Schwarzstorch, Seeadler, Biber und Auhirsch leben hier.

Die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung in der Grenzregion
ist zwar unbestritten, doch ohne Informationen über die ökologischen
Folgewirkungen droht in diesem Raum eine Verkehrslawine, Zersiedlung
der Landschaft, Verlust vieler seltener Arten in Flora und Fauna
sowie ein Ende der hohen Lebensqualität. Daher haben die Grünen
schon vergangenen Sommer die Abhaltung einer sog. 'trilateralen
strategischen Umweltprüfung' nach EU-Kriterien angeregt. Dies würde
eine gemeinsame grenzübergreifende Planung von Österreich, Tschechien
und der Slowakei unter Einbindung der Bürger bedeuten. So könnte eine
nachhaltige und ökologisch verträgliche Wirtschaftsentwicklung in
dieser Region gesichert werden. Leider wurde dieser Vorschlag
abgelehnt. Lieber arrangiert man 13 Tage vor der Wahl den
Spatenstich für eine völlig unkoordinierte Entwicklung zum Schaden
der Natur. Auch der langfristige wirtschaftliche Nutzen dieser
Entwicklung muss erst nachgewiesen werden. Auf einen Spatenstich zur
Beschleunigung der Schienenverbindung nach Bratislava warten wir
schon lange vergebens.

Zum zweiten findet nun tatsächlich auch ein Spatenstich zum Beginn
der archäologischen Ausgrabungen für den Bau der Nordautobahn statt.
Etwas Absurderes hätte sich LH Pröll nicht einfallen lassen können.
Es gibt für die Nordautobahn noch nicht einmal eine Detailplanung,
von einer UVP, einer Trassenverordnung und einer gesicherten
Finanzierung ganz zu schweigen. Aber weil der LH im Wahlkampf halt so
gerne die Spaten zum Glühen bringt, wird nun schon für die sog.
'Baufreimachung' ein Spatenstich abgehalten.

Die Grünen warnen erneut vor der Errichtung neuer Transitautobahnen
anstatt die Verbesserung der internationalen Schienenverbindungen
nachhaltig voranzutreiben.
Die Nordbahn ist unausgelastet, die Züge müssen beschleunigt werden,
die Nordbahn verträgt locker Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h.
Diese Kapazitäten müssen genützt werden, bevor man dem LKW-Transit
auch in Ostösterreich die Asphaltbänder hinbaut. Ebenso muss die
Logistik im Schienengüterverkehr drastisch verbessert werden. Sonst
ist die Bahn gegen die Konkurrenz der Autobahn chancenlos und NÖ wird
von einer LKW-Transitlawine überrollt werden. Für die dringend
erforderlichen Maßnahmen auf der Schiene schlagen die Grünen
neuerlich die Querfinanzierung aus den Einnahmen der LKW-Maut vor.

Die Grünen warnen vor der Hoffnung auf die Autobahn als
wirtschaftliches Allheilmittel. Nur die Ballungszentren profitieren
davon. Schon das nördliche Weinviertel wird erleben müssen, dass sich
eine Autobahn auch sehr gut dazu eignet, aus der Region weg- und
durch die Region durch zufahren.

Rückfragehinweis:
Die Grünen im NÖ Landtag
Pressesprecher Alexander Millecker
Tel.: 02742-9005-15132 bzw. 0676-84110655

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