- 17.03.2003, 11:08:49
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ZU WENIGE HALTEN SICH AN GESCHWINDIGKEITSBEGRENZUNGEN!
Laut KfV-Messungen hält sich im Ortsgebiet nicht einmal jeder Zweite an Tempo 50 - im Freiland fahren rund 20 Prozent schneller als erlaubt
Wien (OTS) - Nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor die
Hauptunfallsursache Nummer Eins. Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden
daher nicht zum Spaß eingeführt. Auf Autobahnen fahren immerhin knapp
28 Prozent schneller als 130 km/h. Auf Freilandstraßen überschreiten
rund 19 Prozent die 100km/h-Marke und im Ortsgebiet "pfeift2 mehr als
die Hälfte (55 %) der Kfz-FahrerInnen auf Tempo 50 (Messungen
erfolgten mit Null-Toleranz. Ausnahme: Geräte-Toleranz).
Österreichweit sind die Salzburger im Ortsgebiet die Spitzenreiter im
Übertreten der erlaubten Geschwindigkeit, auf Freilandstraßen haben
die Niederösterreicher die (unrühmliche) Nase vorn. Ing. Erwin
Schrammel, Leiter der Verkehrstechnik des Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV), sieht die mangelnde Geschwindigkeitsmoral
im Zusammenhang mit der österreichischen Mentalität: "Darf's ein
bisserl mehr sein? In Österreich weiß jeder motorisierte
Verkehrsteilnehmer, dass 50 nicht gleich 50 ist. Im Ortsgebiet darf
ungestraft um einiges schneller gefahren werden. Die Toleranzgrenzen
hierzulande sind einfach zu hoch. Gerade im Ortsgebiet sind die am
wenigsten geschützten Verkehrsteilnehmer Fußgänger und Radfahrer -
und davon zahlreiche Kinder - die Leidtragenden."
Todesrisiko bei Unfall mit 50 km/h beträgt 50 Prozent
Ein Fahrzeug, das mit rund 30 km/h unterwegs ist, kann nach rund 18
Metern - z.B. vor einem Zebrastreifen, der gerade von einem Kind
betreten wird - noch rechtzeitig anhalten. Das Kind kommt
wohlbehalten über die Straße. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50
km/h sieht das ganze nicht mehr so harmlos aus - es kommt bei
gleicher Strecke unvermeidbar zu einem Unfall. Bei 70 km/h reicht
nicht einmal mehr der Reaktionsweg - das Fahrzeug prallt ungebremst
auf die Kinder. Das Todesrisiko beträgt bei einem Unfall mit 50 km/h
Anprallgeschwindigkeit bereits 50 Prozent. Ab 70 km/h sind die
Überlebenschancen praktisch bei Null!
KfV-Direktor Dr. Othmar Thann: "Der Entfall der Toleranzgrenzen ist
eine nachdrückliche Forderung des KfV. Jede Überschreitung der
erlaubten Geschwindigkeit bringt massive Eigen- und Fremdgefährdung.
Bei höheren Geschwindigkeiten auf Autobahnen wird die Beherrschung
des Fahrzeugs zum Problem - höhere Verletzungsschwere ist die Folge.
Aber auch im Ortsgebiet besteht Gefahr, vor allem für die schwächeren
Verkehrsteilnehmer. Mehr Rücksicht ist geboten!"
6 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 3
am Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren
3 Pkw-Insassen (davon 3 Lenker), 1 Lkw-Lenker, 1 Moped-Lenker und 1
Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser
tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit
(2), Überholen (1), Unachtsamkeit (1) und Übermüdung (1) festgestellt
werden. 1 der 5 Unfälle war ein Alleinunfall. 1 tödlich verletzter
Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. 1 Fahrzeuglenker hatte keine
Lenkberechtigung. 1 Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht.
Vom 1. Jänner bis zum 16. März dieses Jahres gab es damit auf dem
österreichischen Straßennetz vorläufig 124 Verkehrstote
(30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Jänner), im
Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen
Zahlen 141 Menschen tödlich.
Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (01) 717 70 - 225
mailto:pr@kfv.at
http://www.kfv.at
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