Stummer Hilferuf der Meeressäuger

VIER PFOTEN unterstützen die Europäische Koalition für lärmfreie Ozeane

Wien (OTS) - Anlässlich des "Tag des Meeres" am kommenden Montag starten die VIER PFOTEN eine umfassende Untertützungskampagne rund um die internationale Petition gegen hochleistungsfähige Sonarsysteme. "Wir fordern die NATO auf, das UN-Seerechtsübereinkommen einzuhalten und ein unabhängiges, globales Umweltgutachten über die Auswirkung von LFAS-Sonarsystemen und anderen Hochleistungssonaren auf das Leben im Meer durch mehrere Nationen in Auftrag zu geben", lautet die Forderung der VIER PFOTEN.

Die US-amerikanischen und die NATO-Streitkräfte setzten bereits seit geraumer Zeit Sonarsysteme (LFAS) zur Ortung und Verfolgung von Unterseeboten ein. Diese Systeme senden Impulse mit mittlerer und tiefer Frequenz aus. Die Lautstärke dieser Impulse ist enorm hoch und liegt bei über 200 db. Im Vergleich dazu beträgt die Lautstärke eines startenden Düsenfliegers 140 db.

"Weil sich die Schallwellen im Meer mit sehr hohem Schalldruck über weite Strecken ausbreiten, besteht die berechtigte Sorge, dass sich die LFAS-Sonarsysteme negativ auf Meeressäuger, Fische und andere Meereslebewesen auswirken. Störungen in der Kommunikation und der Orientierung können die Folge sein. Und das führt dann zu Strandungen", so die berechtigten Bedenken des VIER PFOTEN Referenten Dr. Til Ulbricht.

So schlug im September des Vorjahres die Massenstrandung von 10 Schnabelwalen auf Fuerteventura und Lanzarote innerhalb weniger Tage kräftige mediale Wellen. Untersuchungen des Instituts für pathologische Anatomie der Universität Las Palmas an den verendete Tieren haben unter anderem schwerste Blutungen im Gehirn ergeben.

"In Folge dieser Funktionsstörungen strandeten einige Tiere noch lebend, während andere bereits vor dem Stranden verendet sind. Die Verletzungen lassen den Schluss zu, dass ein starkes akustisches Signal die einzige Ursache ist, die nicht als Auslöser der beobachteten Verletzungen ausgeschlossen werden kann. Aufgrund dessen kam es zu verstärkten Stresssymptomen, die wiederum zu einem tödlichen Herzkreislaufkollaps führten", zitiert Ulbricht den Schlussbericht der anatomisch-pathologischen Untersuchung.

Engagierte Tierschützer sind aufgefordert mit ihrer Unterschrift auf der "Petition gegen hochleistungsfähige Sonarsysteme" ihrem Unmut Luft zu machen. VIER PFOTEN Infostände gibt es am kommenden Montag in Wien am Stephansplatz, in Schönbrunn, beim "Haus des Meeres", beim Naturhistorischen Museum und im Salzburger "Haus der Natur" .

Außerdem besteht die Möglichkeit via Internet unter http://www.vier-pfoten.at und http://www.silentoceans.org online seine Stimme in Sachen "Europäische Koalition für lärmfreie Ozeane" zu erheben. Jeder kann, unabhängig von Alter und Staatsangehörigkeit, die Petition unterschreiben. Die europaweit gesammelten Unterschriften werden im Juni 2003 den Entscheidungsträgern der NATO und EU vorgelegt.

Rückfragen & Kontakt:

VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Mag. Gina Maria Knotzer
Tel.: (++43-1) 895 02 02 / 66
Handy: 0664/308 63 03
gina.knotzer@vier-pfoten.at
http://www.vierpfoten.at

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