• 14.03.2003, 11:39:54
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Die ÖBB präsentieren den neuen Lok-Fahrsimulator LISA

Lernen unter "echten" Bedingungen Der neue "Locomotive Interactive Simulator for the Austrian Railways", kurz LISA-Fahrsimulator, ist derzeit weltweit der modernste seiner Art. Nach knapp zwei Jahren intensiver Marktstudien und Entwicklungszeit wird der neue Lok-Fahrsimulator heute dem Bildungszentrum St. Pölten/Wörth durch Verkehrsminister Gorbach und Generaldirektor vorm Walde offiziell übergeben. Generaldirektor vorm Walde zeigt sich beeindruckt von dem neuen Meilenstein der Lokführerausbildung. "Selbst lang gediente Lokführer vergessen während einer Fahrt mit dem Simulator dass sie nicht in einer echten Lok unterwegs sind. Aber der neue Fahrsimulator sichert nicht nur die effiziente und qualitative Ausbildung der Lokführer, durch den Kauf des Simulators kann mittelfristig der Aufwand an Ausbildungskosten und Traktionsenergie deutlich reduziert werden."

Der neue "Locomotive Interactive Simulator for the
Austrian Railways", kurz LISA-Fahrsimulator, ist derzeit weltweit der
modernste seiner Art.

Verkehrminister Gorbach unterstreicht die Bedeutung von LISA: "Die
erstklassige Triebfahrzeugführer Ausbildung der ÖBB und der neue
Fahrsimulator kommen nicht nur den ÖBB Lokführern zugute. Heute sind
bereits rund 7% der Absolventen des Bildungszentrums
Triebfahrzeugführer anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen. Und diese
Zahl ist im Steigen begriffen."

LISA - Fahren unter "echten" Bedingungen
Bei der Auftragsvergabe für den neuen Simulator haben die ÖBB einen
Paradigmenwechsel vorgenommen. Während bei Simulatoren anderer Bahnen
der Schwerpunkt auf Triebfahrzeugtechnik liegt, also überwiegend auf
den technischen Aspekten einer Lok, ist LISA ein echter
"Fahr"-Simulator.

Der Simulator ist so konzipiert, dass man auf dem Fahrersitz
Bewegungen, wie Beschleunigung, Bremsen oder das Fahren über Weichen
und in Kurven spüren kann und auch akustisch etwa das Passieren von
Brückengeländern wahrnimmt. Optisch sorgen 3D-Darstellungen für eine
naturgetreue Wiedergabe der Strecke, von unterschiedlichen
Witterungsbedingungen bis hin zu verschiedenen Tageszeiten. Im
Fahrsimulator sind 300km des österreichischen Netzes vorgefertigt,
alle denkbaren Situationen können täuschend echt simuliert werden.
Bevor ein Lokführer also erstmals einen richtigen Zug lenkt, hat er
auf LISA bereits unzählige verschiedene Situationen gemeistert.

Energiesparendes Fahren und mehr Fahrgastkomfort
Das Training im Simulator konzentriert sich aber nicht nur auf
außergewöhnliche Situationen, spezielle Funktionen des Simulators
ermöglichen die genaue Analyse aller Maßnahmen des Lokführers während
einer Zugfahrt. Mit dem "Energiesparmodul" werden energiesparende
Fahrweisen erlernt, etwa durch das Rückspeisen von Energie oder durch
das Rollenlassen eine Zuges. Mit dem "Zugdynamikmodell" werden die
Zug- und Druckkräfte im gesamten Zugverband an jeder einzelnen
Kupplungsstelle dargestellt. Dieses Tool wurde speziell für die
Fahrten mit langen, schweren Zügen über Steigungen entwickelt und ist
durch amerikanische und australische Universitäten validiert. Durch
die im Simulator trainierten schonenden Fahrweisen werden im
Echtbetrieb ein verbesserter Fahrgastkomfort und eine Senkung der
Betriebskosten erzielt.

Effizientere Ausbildung durch den Einsatz von Technik
Durch den Simulatoreinsatz in der Triebfahrzeugführerausbildung kann
die Ausbildungsqualität wesentlich gesteigert und gleichzeitig eine
Verkürzung der Ausbildungszeit erreicht werden. Auch der
Schulungsaufwand bei "Echt-Triebfahrzeugen" und
"Echt-Schulungsfahrten" ist durch den Einsatz von LISA deutlich
geringer. Es hat sich zudem gezeigt, dass durch das gezielte Training
einer energiesparenden Fahrweise im Realbetrieb der Verbrauch von
Traktionsenergie gesenkt werden kann.

Das Bildungszentrum St. Pölten - Wörth
Im Bildungszentrum werden jährlich zwischen 1300 und 1500
Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter, Fachtechniker, Bahnmeister,
Gleismeister usw. sowohl für die ÖBB als auch für andere Bahn- oder
Bahnbautechnikunternehmen ausgebildet. Die Ausbildung eines
Lokführers dauert insgesamt 48 Wochen, 11 Wochen davon verbringen
angehende Triebfahrzeugführer aus ganz Österreich im
Ausbildungszentrum Wörth.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBB

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