Muttonen: Existenzkampf der Kärntner Radios Agora und dva wird auch Parlament beschäftigen

Wien (SK) Eine Petition zum Fortbestand der Kärntner Minderheitenradios Agora und dva hat die Vorsitzende des parlamentarischen Kulturausschusses, SP-Kultursprecherin Christine Muttonen gemeinsam mit der Kultursprecherin der Grünen, Eva Glawischnig heute an Nationalratspräsident Khol übergeben. "Beide Radios hängen seit dem Rückzug der Bundesregierung und des ORF aus der Finanzierung und Kooperation völlig in der Luft. Der Weiterbestand von Radio Agora und Radio dva wurde von 10.001 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. Ich hoffe, dass das Parlament zum Erhalt der Medienvielfalt für Minderheiten in Kärnten beitragen wird können", erklärte Muttonen Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Die wichtigsten Forderungen der Petition umfassen die Sicherstellung eines 24-stündigen slowenischen und zweisprachigen Hörfunkangebotes in Kärnten, die Unterstützung der Bundesregierung für die Fortführung der ORF-Kooperation mit Radio Agora und Radio dva sowie die Absicherung der Existenz von Radio Agora und Radio dva durch eine langfristige Bundesfinanzierung. ****

"Wenn die Bundesregierung ihr Bekenntnis zur Medienvielfalt ernst meint, muss sie wichtige Träger dieser Medienvielfalt wie z.B. freie Radios in Kärnten in ihrer Arbeit unterstützen", formulierte Muttonen und skizzierte die bisherige Entwicklung des erfolgreichen Kärntner Hörfunkmodells: Der slowenischen Volksgruppe in Kärnten wären bereits seit 1998 drei verschiedene Hörfunkangebote zur Verfügung gestanden, die ein überaus positives Beispiel für autochthone Volksgruppen und neue Minderheiten darstellen: das Volksgruppenprogramm des ORF, das private - nichtkommerzielle - freie Radio Agora und das private -kommerzielle - Radio dva. Die beiden privaten Radios teilen sich eine Frequenz und wurden 1998 und 1999 aus Mitteln des BKA (Volksgruppenförderung) gefördert. Diese Finanzierung wurde im Jahr 2000 um ein Drittel gekürzt und im Jahr 2001 gänzlich gestrichen. Der Ausfall der Bundesfinanzierung wurde von Herbst 2000 bis Juni 2001 durch den ORF übernommen; ab Juli 2001 startete das ORF Pilotprojekt "Minderheiten Radio in Kärnten" mit einem gemeinsamen Programm aller drei beteiligten Redaktionen, bei dem MitarbeiterInnen von Radio Agora, des ORF und Radio dva gleichberechtigt kooperierten. Diese Zusammenarbeit wurde vom ORF mit 31.12.2002 aus finanziellen Erwägungen beendet.

Seit dem Ausstieg des ORF sei die finanzielle Situation der beiden freien Sender völlig ungeklärt: "Die beiden Radios befinden sich derzeit in einer klassischen Doppelmühle - keiner will sich zuständig fühlen. Ich hoffe, dass durch die parlamentarische Behandlung ein Ende dieses kontraproduktiven und unwürdigen Zustandes eintritt und wir miteinander eine tragbare und dauerhafte Lösung für den Fortbestand von Radio Agora und Radio dva finden können", schloss Muttonen. (Schluss) cs/mm

Rückfragen: suzana lascsak-kerec, parlamentsbüro nr muttonen (+0431) 40110 3661 oder 0664 3001714
mail: suzana.lascsak-kerec@parlinkom.gv.at oder suzana.lascsak@aon.at

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0012