NS-Gräueltaten auf dem "Militärschießplatz Kagran"

Neues Buch über Hinrichtungen im Donaupark in der NS-Zeit

Wien (OTS) - Im Beisein des Bezirksvorstehers der Donaustadt, Franz-Karl Effenberg, wurde am Mittwoch in der Gartenbauschule Kagran das Buch "Militärschießplatz Kagran" präsentiert. Einst befand sich auf dem Donaupark-Gelände eine militärische Schießstätte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auf diesem Areal zahlreiche Soldaten der Wehrmacht (wegen "Fahnenflucht" oder "Wehrkraft-Zersetzung") sowie Feuerwehrmänner, Polizisten und Widerstandskämpfer hingerichtet. Prof. Herbert Exenberger und Heinz Riedel erklären die Geschichte des Grundstücks und veröffentlichen Angaben zu 129 Opfern des NS-Regimes. Der 112 Seiten starke Band ist in der "Schriftenreihe zur Geschichte der NS-Gewaltverbrechen" des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes erschienen und trägt die Nummer 6. Die Publikation kostet 5 Euro (zzgl. Porto), telefonische Bestellungen nimmt das Dokumentationsarchiv ab sofort unter der Rufnummer 534 36 Klappe 90319 entgegen.

Das Buch ist auch von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 17 Uhr im Sekretariat des Dokumentationsarchivs ("Altes Rathaus", Wien 1., Wipplinger Straße 6-8) erhältlich.****

Seit dem Jahre 1984 erinnert ein Gedenkstein im Donaupark an das Geschehen in den Jahren des Nationalsozialismus, jetzt liegt eine umfassende publizistische Aufarbeitung vor. Prof. Herbert Exenberger und Heinz Riedel berichten über 129 Menschen, die im Zeitraum von 1940 bis 1945 auf dem "Militärschießplatz Kagran" ihr Leben lassen mussten. Soldaten der deutschen Wehrmacht wurden etwa wegen "Wehrkraft-Zersetzung" exekutiert, Exenberger und Riedel gehen auch auf die Hinrichtung zweier Feuerwehrmänner am 31. Oktober 1944 ein. Den Feuerwehrleuten waren Handlungen wie die Sammlung von Spenden für Familien verfolgter Kollegen angelastet worden. Überdies werden die Erschießung belgischer Widerstandskämpfer sowie Exekutionen von Polizeibeamten (auf Grund ihrer Homosexualität) aufgezeigt. Ein Beitrag von Maria Fritsche ("Militärjustiz als Terrorjustiz -Strafverfolgung ungehorsamer Soldaten im Nationalsozialismus") rundet das nachdenklich stimmende Werk ab.

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(Schluss) enz

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