Demos zum "European Action Day on Education" in Wien

ÖH veranstaltet Bildungsbazar und Konzerte auf der Uni

Wien (OTS) - Zum heutigen "European Action Day on Education"
finden in Wien und zahlreichen weiteren europäischen Städten Demonstrationen und Aktionen statt, um vor der Gefahr des Ausverkaufs von Bildungseinrichtungen im Rahmen des internationalen GATS-Abkommens zu warnen. Der 13. März war im November 2002 am Europäischen Sozialforum (ESF) als europaweiter Protest- und Aktionstag vereinbart worden. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) unterstützt die Demonstration in Wien und veranstaltet am Nachmittag an der Universität Wien einen Bildungsbazar sowie abendliche Konzerte mit Wedekind und Texta im Hörsaal D im Alten AKH.

SchülerInnenorganisationen haben für 9.30 Uhr zum Demotreffpunkt am Westbahnhof aufgerufen. Der Demonstrationszug wird über die Mariahilferstraße und den Ring zum Hauptgebäude der Universität gehen, wo er um 10.30 Uhr eintreffen und kurz darauf weiter durch die Innenstadt ziehen wird. Die Abschlusskundgebung findet um 13.00 Uhr abermals vor der Universität statt. Danach gibt es auf dem gesamten Gelände der Universität einen Bildungsbazar mit weiteren Aktionen, Info-Ständen und Diskussionsveranstaltungen. Abgeschlossen wird der Protesttag um 20.00 Uhr mit einem Konzert der Bands Wedekind und Texta im Hörsaal D des Alten AKH.

ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz weist in ihrer Rede vor der Universität auf die Gefahren des GATS für die Universität als staatliche Bildungseinrichtung hin: "Durch das GATS-Abkommen besteht die Gefahr, dass bislang öffentliche Bildungseinrichtungen dem freien Markt unterworfen werden. Zwar wurde uns von Regierungsseite versichert, dass Österreich keine derartigen Angebote im Rahmen der GATS-Verhandlungen legen wird, EU-Handelskommissar Pascal Lamy hat jedoch bereits angekündigt, dass kein Bereich der öffentlichen Dienstleistungen aus den Verhandlungen ausgenommen werden kann."

Anita Weinberger, zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam, erkennt bereits in der Bildungspolitik der letzten Jahre einen starken Trend zur Umwandlung der Bildungsinstitution hin zu einem Unternehmen Universität: "Die Einführung von Studiengebühren, die Abschaffung jeglicher Mitbestimmung und die Diskussion um Freigabe der Studiengebührenhöhe zeigt ganz klar, wohin die Reise gehen soll. Universitäten sollen nicht mehr möglichst viel Menschen möglichst breit bilden, sondern vorrangig Gewinne abwerfen. Bildung soll zur Ware gemacht werden." Einmal mehr übt Weinberger auch Kritik an dem Versuch, die Universitäten parteipolitisch einzufärben: "Die parteipolitisch motivierte Besetzung der Uniräte zeigt, dass die neuen Leitungsgremien der Universitäten möglichst rasch mit willfährigen Personen besetzt werden, die zur Umsetzung derartiger Pläne zur Verfügung stehen. Mit dem heutigen Protesttag setzen wir ein weiteres deutliches Zeichen dagegen."

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