- 12.03.2003, 11:49:32
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Greenpeace: Offener Brief an Esso Austria
Greenpeace fordert Esso zur Diskussion auf
Sehr geehrter Herr Generaldirektor Hartmann!
Vielen Dank für ihr Mail vom 5. März 2003. Wir bedauern, dass Sie
nicht bereit sind, mit uns über die Rolle Ihres Unternehmens vor dem
Hintergrund des drohenden Irak-Kriegs zu diskutieren.
Seit über 10 Jahren setzt sich Esso, bzw. der US-Mutterkonzern
ExxonMobil, dafür ein, die USA von Klimaschutzmaßnahmen abzuhalten.
Die Bemühungen von Esso haben schlussendlich dazu geführt, dass die
USA das Klimaschutzabkommen von Kyoto nicht umsetzen werden.
Deswegen läuft seit 2 Jahren weltweit eine Kampagne gegen die
Einflussnahme von Esso auf die Politik der US-Regierung. Im Herbst
2002 hat sich auch Greenpeace in Österreich dieser Bewegung
angeschlossen.
Auch beim drohenden Irakkrieg ist der Einfluss der Ölindustrie
auf
die US-Regierung von entscheidender Bedeutung. Deswegen richtet sich
die StopEsso-Kampagne derzeit auch gegen einen Krieg im Irak. Die
Erdöllobby – unter Führung von Esso – hat die US-Energiepolitik in
einer Richtung gesteuert, wo die Wirtschaft auch in den nächsten
Jahrzehnten vom Erdöl abhängig bleiben wird. Es wurde eine Lage
geschaffen, in der Kriege um Macht im Nahen Osten als notwendig
gesehen werden.
Greenpeace ist der Meinung, dass Esso Mitverantwortung dafür
trägt,
dass die Bush-Administration Krieg als Mittel einsetzen will, um
Macht und Einfluss der USA im ölreichsten Teil der Erde, dem Nahen
Osten, zu erweitern. Von allen Argumenten, die für einen Krieg
angeführt werden, ist dies wohl das am wenigsten umstrittene.
Wir würden gerne mit Ihnen innerhalb der nächsten zwei Wochen
öffentlich über unsere unterschiedliche Standpunkte debattieren.
Deswegen rufen wir Sie nochmals öffentlich auf, an einer
Diskussionsveranstaltung teilzunehmen. Wir bitten um eine Antwort
bis Freitag, 14. März 2003.
Mit freundlichen Grüßen,
Jurrien Westerhof
Greenpeace
Rückfragehinweis: Jurrien Westerhof
Energiecampaigner Greenpeace
Tel.: 5454580 57
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