KfV: Medikamente können Konzentrationsfähigkeit beeinflussen

Die Einnahme von Medikamenten kann sich teilweise negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken.

Wien (OTS) - Gerade wenn die Temperaturen zu steigen beginnen,
sind viele Menschen grippeanfällig. In unserer schnelllebigen Welt nimmt sich aber kaum jemand Zeit, um sich richtig auszukurieren, statt dessen werden Medikamente aller Art "eingeworfen", um die Krankheit zu unterdrücken. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass Medikamente Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit und die Wahrnehmung nehmen können.

Medikamente im Straßenverkehr
Wer unter Medikamenteneinfluss ein Fahrzeug lenkt, sollte sich vorher dringend über die Nebenwirkungen informieren. Arzneien, die beeinträchtigend wirken können, sind mit einem Gefahrenzeichen (Rufzeichen in einem Dreieck) gekennzeichnet.

"Jeder fünfte Lenker steht während der Grippezeit unter dem Einfluss von Medikamenten, die sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken können. Die Wirkung ist teilweise ähnlich wie bei Alkohol", warnt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Medikamente und Alkohol
Arzneien und Alkohol müssen nicht einmal gleichzeitig eingenommen werden, damit höchste Gefahr gegeben ist. 24 Stunden nach der Einnahme eines Beruhigungsmittels kann bereits geringer Alkoholkonsum Fahruntüchtigkeit hervorrufen. Wer abends ausgeht, denkt nicht unbedingt daran, dass er Arzneien eingenommen hat und bestellt sich sein gewohntes Bier. Dies kann unerwartete Nebenwirkungen verursachen.

Doch nicht alle Medikamente beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit. Manche Arzneien (etwa für Diabetiker oder Herz-Kreislaufkranke) sorgen überhaupt erst für Fahrtüchtigkeit. Vor allem aber Psychopharmaka wie Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder starke Präparate gegen Schmerzen und Fieber sind mit besonderer Vorsicht zu "genießen".

Das KfV informiert über diverse Medikamente und deren Auswirkungen auf der Straße:
-) Die Wirkung mancher Arzneimittel (Schlafmittel, Narkotika, etc.) klingt erst nach 24 Stunden ab.
-) Mittel gegen Schmerzen, Fieber oder Entzündungen können schnell müde machen, stärkere Präparate machen fahruntüchtig.
-) Auch auf Beruhigungs- und Allergiemittel kann der Körper mit Müdigkeit reagieren. Diese sollte übrigens niemals durch Aufputschmittel bekämpft werden. Solche Mittel wirken enthemmend und fördern die Gleichgültigkeit.
-) Weitere Medikamentengruppen, bei denen Vorsicht geboten sein sollte: Manche Präparate gegen Bluthochdruck oder Brechreiz, Augentropfen mit Wirkung auf die Pupille oder auch leichte Psychopharmaka. Bei Antibiotika können ebenfalls bedenkliche Nebenwirkungen auftreten.
-) Manche Erkrankungen - etwa Grippe oder starke Kopfschmerzen -schließen das Lenken eines Fahrzeugs grundsätzlich aus.

12 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 4 am Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 12 Pkw-Insassen (davon 10 Lenker) ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (6), Überholen (1) und Übermüdung (1) festgestellt werden. Bei 3 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 6 der 11 Unfälle waren Alleinunfälle. Ein tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet.
Vom 1. Jänner bis zum 9. März dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 117 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Jänner), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 130 Menschen tödlich.

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