AKNÖ- Resümee zum Frauentag: Für die Politik gibt es noch viel zu tun.

Rege Podiumsdiskussion zur Studie "Frau und Arbeit in NÖ"

Wien (AKNÖ) – "In den 70er Jahren haben die Frauen gesagt, wir wollen alles. Der Titel der heutigen Veranstaltung heißt "Frauen wollten mehr". Das klingt resignativ. Warum ist das so?", fragte die Politikwissenschafterin Univ. Prof. Sieglinde Rosenberger bei der gestrigen AKNÖ-Podiumsdiskussion zum Thema "Frau und Arbeit in NÖ". Laut einer Studie , die von der AKNÖ beim Meinungsforschungsinstitut SORA in Auftrag gegeben wurde, hat für Frauen die Familie Priorität. Nicht, weil sie nicht berufstätig sein wollen, sondern weil die Politik es bisher verabsäumt hat, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Die beruflichen Möglichkeiten sind unattraktiv, es fehlen passende Arbeitsplätze und erschwingliche Ausbildungsangebote. Kindergärten und Horte sind oft teuer und haben starre Öffnungszeiten, die sich nicht nach den Bedürfnissen der Eltern, der Kinder und der Wirtschaft orientieren. Der Rückzug ins Familienleben erfolgt also keineswegs freiwillig.
Das bestätigten auch die regen Publikumsreaktionen bei der Diskussion, die von AK und ÖGB veranstaltet wurde. Am Podium diskutierten AKNÖ-Präsident Josef Staudinger, ÖGB NÖ Frauenvorsitzende Christa Bogath, Mag. Karl Fakler vom AMS Niederösterreich, Univ. Prof. Sieglinde Rosenberger und Waltraud Rigler, die Bezirksvorsitzende von "Frau und Wirtschaft" in Neunkirchen. "Frauen haben es im Berufsleben schwerer als Männer. Sie werden sehr oft in sogenannte McJobs oder in die Scheinselbständigkeit gedrängt, weil die Rahmenbedingungen für sie nicht stimmen. Die Politik scheint dies nicht ändern zu wollen. Und vielerorts wird, sicher nicht zufällig, eine neue Form der Häuslichkeit, des Biedermeier, propagiert", analysierte Präsident Staudinger. Und Christa Bogath konkretisiert: "Die Niederösterreicherinnen verdienen schlecht. Im Jahr 2001 betrug das mittlere weibliche Einkommen in NÖ 1.181 € und damit nur 66 % des männlichen Einkommens von 1.788 € ". In der Realität bedeutet das:
Knapp 60 % der berufstätigen Frauen können bzw. könnten selbst kaum einen eigenen Haushalt finanzieren. "Und was das für die Pensionen bedeutet, kann sich jeder selber ausrechnen. Wer wenig verdient, muss mit einer geringen Alterspension rechnen und die Pläne der Regierung verschärfen diese Problematik nur", so Bogath weiter. Der Frauenpolitik in Österreich und noch mehr in Niederösterreich wurde gestern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.
"Wir liefern mit den Ergebnissen der Frauenstudie ein wichtiges Grundlagenpapier für die Politik. Diese ist jetzt gefordert, zu handeln", meint AKNÖ-Präsident Staudinger abschließend.***

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