ARGE-ÄrztInnen: Gesundheitssystem braucht sinnvolle Reformen

Schon wieder Verwirrung um Ambulanzgebühren

Wien (ÖGB). "Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Auf diesen Punkt bringt die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, ihre Einschätzung der Vorstellungen der zukünftigen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. Oberhauser:
"Hoffentlich war das unkoordinierte Vorgehen bei der von Nochgesundheitsminister Haupt angekündigten Aussetzung der Ambulanzgebühren kein böses Omen für die Amtführung von Rauch-Kallat."++++

Unbestritten sei, so die ARGE-ÄrztInnen-Sprecherin, dass das österreichische Gesundheitssystem sinnvolle Reformen braucht. Als ersten positiven Schritt wertet sie daher auch, dass in Zukunft im Gesundheitsministerium alle wesentlichen Agenden gebündelt werden. Oberhauser: "Der Teufel liegt aber nicht nur im Detail, sondern vor allem darin, was sich im Koalitionsübereinkommen und in der Regierungserklärung zwischen den Zeilen verbirgt."

So soll die angekündigte Vereinheitlichung der Selbstbehalte den selbstverwalteten Krankenkassen in Eigenverantwortung überlassen sein. Oberhauser: "Und gleichzeitig kündigt Rauch-Kallat in ihrer Eigenschaft als Aufsichtsorgan der Krankenkassen an, dass sie notfalls die Kassen dazu zwingen werde. Selbstverwaltung ade!"

Oberhauser weiter: "Als ARGE-ÄrztInnen haben wir ein großes Interesse daran, dass das gute österreiche Gesundheitssystem nach den Bedürfnissen der Bevölkerung weiterentwickelt wird. Sinnvolle Reformen werden wir sicher unterstützen. Voraussetzung dafür ist aber, dass nicht zuerst den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wird und Reformen dann im Sande verlaufen. Die Verantwortung liegt bei Rauch-Kallat."(ff)

ÖGB, 7. März 2003 Nr. 144

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