- 06.03.2003, 11:06:28
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GPA-Fetik: Rauch-Kallat ist aufgefordert, massive Pensionskürzungen für Frauen zu verhindern
Frauen sind von weiteren Belastungen übermäßig betroffen
Wien (GPA/ÖGB). "Angesichts des bisherigen Stillschweigens der
neuen Frauenministerin Maria Rauch-Kallat zu den Pensionsplänen der
Bundesregierung, die vor allem für Frauen zu drastischen
Pensionskürzungen führen würden, kann die Wiedereinführung des
Frauenministeriums bis jetzt nur als schwacher Trost angesehen
werden", zeigt sich die Wiener Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der
Privatangestellten (GPA), Ilse Fetik, beunruhigt. Schon jetzt bestehe
eine eklatante Kluft zwischen Männer und Frauenpensionen. So liege
die durchschnittliche ASVG-Pension von Männern um 72 % über jener von
Frauen. "Die Bundesregierung würde mit ihren fehlgeleiteten
Reformvorhaben eine inakzeptable Verschärfung dieser Situation
erzeugen, die wirtschaftliche Abhängigkeit von Frauen weiter
verstärken und die Armutsgefährdung künftiger Pensionistinnen
erhöhen", so Fetik.++++
Die beabsichtigte Ausdehnung des Pensionsberechnungszeitraumes auf
40 Jahre, wie sie im Regierungsübereinkommen skizziert ist, könnte
für Frauen zu Pensionseinbußen von bis zu 30 % führen. Geeignete
flankierende Maßnahmen zur Entschärfung derartiger Extremfälle
blieben seitens der Regierung ungeklärt. Selbst Frauen mit relativ
typischen Erwerbsverläufen hätten aus heutiger Sicht mit einem Minus
von durchschnittlich fünf bis zehn Prozent zu rechnen. "Das im
Regierungsprogramm formulierte Ziel einer eigenständigen
Alterssicherung für Frauen steht den Konsequenzen der beabsichtigten
Pensionsreform als bloße Worthülse gegenüber", so Fetik.
Ganz offensichtlich wolle die neue Bundesregierung ihren alten
Belastungskurs beibehalten und dabei auch künftig Frauen übermäßig
zur Kasse bitten, sieht Fetik durch die im ÖVP-FPÖ-Regierungsprogramm
angekündigten Maßnahmen generell weitere Verschlechterungen
insbesondere auf unselbständig beschäftigte Frauen zukommen und
verweist dabei etwa auf die beabsichtigte Einführung weiterer
Selbstbehalte, die ebenfalls übermäßig auf Kosten von Frauen gehen
würden. "Wir Frauen erwarten uns von einer Frauenministerin, einer
solchen Politik nicht als ‚frauenpolitisches Feigenblatt’ zur
Verfügung zu stehen, sondern sich für eine akzentuierte Politik im
Interesse von Frauen stark zu machen", appelliert Fetik an die neue
Bundesministerin.
ÖGB, 6. März 2003
Nr. 136
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Barbara Teiber
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