• 04.03.2003, 13:10:14
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Arbeitslosenstatistik beweist: Saisoniers nicht schuld an Arbeitslosigkeit

Geplante Maßnahmen der neuen Bundesregierung werden positiv gesehen

Wien (PWK127) - "Dass ausländische Saisonarbeitskräfte Inländern
die Arbeitsplätze wegnehmen, ist einfach falsch", stellt Johann
Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
der Wirtschaftskammer Österreich, klar. Und er verweist auf die
jüngsten Beschäftigungsstatistiken im Gastgewerbe: "Von vier
Saisoniers werden derzeit drei allein in den beiden
tourismusintensivsten Bundesländern Salzburg und Tirol beschäftigt.
Gerade dort ist die Zahl der Arbeitslosen zuletzt zurückgegangen. In
Salzburg um 0,4 Prozent und in Tirol sogar um 8,5 Prozent." Dies
ließe sich auch leicht begründen. Schließlich bekommen ausländische
Arbeitskräfte ihre Beschäftigungsbewilligungen erst nach Durchführung
des sogenannten Ersatzkräfteverfahrens. Das heißt, sie dürfen erst
dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich kein Inländer oder
Ausländer, der sich bereits legal in Österreich befindet, für den
Arbeitsplatz in Frage kommt. Dass Saisoniers als Billigarbeitskräfte
ins Land geholt werden und das Lohnniveau untergraben, lässt Schenner
nicht gelten. "Ich kann nicht oft genug sagen, dass Saisoniers
selbstverständlich denselben kollektivvertraglichen Lohn- und
sonstigen arbeitsrechtlichen Bedingungen unterliegen wie inländische
Arbeitskräfte. Auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen gibt es für
Saisoniers keine Ausnahmen".

"Über ein gegen die Saisonierverordnungen von Bundesminister Martin
Bartenstein bestehendes Unverständnis kann ich mich nur wundern",
führt Schenner weiter aus. Der Minister habe nie danach gehandelt
"Wie viele Saisoniers dürfen es denn sein?". Vielmehr wird immer
geprüft, wie viele ausländische Arbeitskräfte sind zusätzlich
notwendig, um einen Betriebsablauf in vollem Umfang zu ermöglichen
und somit alle Arbeitsplätze, auch die der Österreicher, zu sichern.
"Für Betriebe mit weniger als fünf Mitarbeitern, und das sind
immerhin drei Viertel aller Gastgewerbebetriebe, kann ein Mitarbeiter
weniger das Aus bedeuten! Wenn ein Fünftel der gemeinsamen
Arbeitskraft fehlt, ist eine Ausgleich durch Mehrarbeit in der
Hochsaison nicht mehr möglich" so Schenner.

Die Öffnung der Saisonierregelung für alle Branchen bei einer
Beibehaltung der starren Quote von 8.000 mache die Situation für den
Tourismus auch nicht leichter.
Umso positiver stimmen die geplanten Maßnahmen im Programm der neuen
"alten" Regierung. So würden der Abschluss von Beschäftigungs- und
Praktikantenabkommen mit den EU - Beitrittskandidaten, die forcierte
Integration von bereits in Österreich lebenden ausländischen
Staatsbürgern, vor allem aber die Reform der Arbeitslosenvermittlung
dazu beitragen, die brisante Situation am touristischen Arbeitsmarkt
zu entschärfen. "Nun gilt es, die guten Vorsätze auch rasch
umzusetzen" so Schenner in Richtung Regierung. ( JR )

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Jürgen Rupprecht
Tel.: (++43-1) 50105-4281
Fax: (++43-1) 50105-263
mailto:[email protected]
http://www.wko.at/Presse

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