FSG: "Einigung im Bildungsbereich zwischen ÖVP und FPÖ"

"Heranführung der Lehrerstunden auf OECD-Niveau"

Wien (FSG). "Auf die gestern in der "Zeit im Bild 1" als "Einigung im Bildungsbereich zwischen ÖVP und FPÖ" dargestellte Maßnahme "Heranführung der Lehrerstunden auf OECD-Niveau" hält der sozialdemokratische AHS-Lehrergewerkschafter Michael Zahradnik fest, dass die österreichischen Lehrerinnen und Lehrer laut der großen, im Jahre 2000 durchgeführten Lehrerarbeitszeitstudie bereits jetzt auf locker so viele Arbeitsstunden im Jahr kommen wie im OECD-Durchschnitt. ++++

Sollte damit aber eine weitere Verschlechterung im Verhältnis Lohn zu geleisteter Arbeit gemeint sein, vielleicht sogar eine generelle Erhöhung der Lehrverpflichtung und damit de facto eine Erhöhung der durchschnittlichen Arbeitszeit über 40 Stunden pro Woche hinaus, so ist selbstverständlich "mit dem massiven Widerstand der Lehrerschaft" zu rechnen. Die kolportierten einzusparenden weiteren 30.000 "Beamtenposten" seien in Wahrheit "Krankenpfleger, Lehrerinnen, Gendarmen und Ärzte, die wir alle dringend brauchen". Zahradnik zu den Belastungsplänen der Regierung: "Ist das Schüssels Traum? 65jährige Lehrerinnen in den Klassen, 64jährige Polizisten auf der Opernballdemo - und über vielen arbeitslosen Lehrern, Krankenschwestern und Polizisten fliegen die schönen, neuen, teuren Abfangjäger? Für mich ist das ein Alptraum - für ganz Österreich !" Die kolportierten schwarzblauen Maßnahmen seien vielleicht sinnvoll, wenn "man mit der Zahl der Arbeitslosen ins Guiness Buch der Rekorde will" - bildungspolitisch sinnvoll seien sie keineswegs.
Laut Zahradnik seinen derzeit höhere Personalkosten im AHS-Bereich die Folge einer ungünstigen Altersstruktur (im Verhältnis sehr viele Lehrkräfte zwischen 45 und 60). Diese Überalterung wäre durch intelligente Maßnahmen wie Sabbaticals kurzfristig milderbar, durch die angekündigten Sparpläne würde sie noch verschlimmert.

FSG; 26. Feber 2003 Nr. 008

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Mag. Michael Zahradnik
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