• 26.02.2003, 12:17:56
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  • OTS0139 OTW0139

Ethik Beirat der Stadt Wien

Forschung an embryonalen Stammzellen und Präimplatationsdiagnostik stehen im Zentrum der Arbeit

Wien (OTS) - Das gestrige Workshop "Reproduktives Klonen versus
therapeutisches Klonen", veranstaltet vom Institut Ethik und
Wissenschaften im Dialog, gemeinsam mit dem Wiener Beirat für Bio-
und Medizinethik, zeigte eine vorsichtige Öffnung in Richtung auf
therapeutisches Klonen, während reproduktives Klonen eindeutig
abgelehnt wurde.

Nach einer Darlegung der naturwissenschaftlichen Grundlagen der
Klondebatte durch Markus Hengstschläger, der sich jedweder ethischen
oder rechtlichen Bewertung enthielt, legte Reinhard Merkel aus
Hamburg die rechtstheoretischen Aspekte dieser Debatte dar. Merkel
verwies dabei angesichts der deutschen aber auch der österreichischen
Rechtslage auf die verschiedenen Inkonsistenzen, die hinsichtlich des
Embryonenschutzes des Lebensrechtes, der Würde, wie sie im
Grundgesetz Deutschlands festgelegt ist, bestehen. So ist
beispielsweise das subjektive Recht des Embryos auf Lebensschutz als
fundamentales Grundrecht des Einzelnen zusammen zu sehen mit dem
objektiven Schutz der Gattung, wobei beides in Widersprüche geraten
kann. Merkel verwies darauf, dass innerhalb der bestehenden
Gesetzeslage zur Abtreibung und zur In-vitro-Fertilisation der Staat
auf Rechts wegen zu Unrecht verpflichte und wies auch die geläufigen
Argumente der Spezieszugehörigkeit, der Kontinuität der Potenzialität
und der Identität als unzureichend zurück. Das insgesamt vom
Verletzungsverbot, Solidaritätsgebot und Normenschutz sei in sich
selbst im Fließen und könne allenthalben für die Ethik zu
verschiedensten Interpretationen führen.

Peter Kampits versuchte die Schwierigkeit ethischer
Konsensfindung in diesen Fragen darzulegen und verwies auf die
Schwierigkeit einer Begründung des dabei immer wieder verwendeten
Begriffes der Würde. Der Zusammenhang von menschlicher Würde,
Menschenrechten und Lebensschutz sei erneut zu reflektieren. Kampits
warnte auch vor einer leichtfertigen biopolitischen Verwendung
religiöser oder ideologischer Lehrmeinungen und legte ebenfalls ein
vorsichtiges Plädoyer hinsichtlich des therapeutischen Klonens dar.

Die Sitzung des Wiener Beirates für Bio- und Medizinethik
diskutierte das Arbeitsprogramm der nächsten Zeit und kam dabei zur
Auffassung, dass innerhalb der beratenden Funktion des Beirates die
Themen Forschung an embryonalen Stammzellen und
Präimplatationsdiagnostik im Zentrum der Arbeit stehen solle. Der
Beirat wird sowohl zu Problemen, die von Seiten des
Gesundheitswesens des Landes Wien auftreten, Stellung nehmen wie
auch Empfehlungen verabschieden, die den Forschungs- und
Praxisbetrieb der Wiener Krankenhäuser und Universitätskliniken
betreffen. (Schluss) rog

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Andrea Rogy
Tel.: 53 114/81 231
Handy: 0664/516 44 73
mailto:[email protected]

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