GPA-Jugend: Freigabe der Studiengebührenhöhe schafft Zweiklassenbildungssystem

Der radikale Umbau Österreichs zurück ins bildungspolitische Mittelalter wird ungebremst fortgesetzt.

Wien (GPA). Die aktuelle Ausgabe der "Presse" berichtet über eine Einigung der beiden Koalitionsparteien ÖVP und FPÖ in Bezug auf die Freigabe der Studiengebührenhöhe. "Da in den letzten Jahren, dank Ministerin Elisabeth Gehrer, die Universitäten kaputtgespart wurden, ist absehbar, dass sich die Unis eine Senkung der Studiengebühren selbst bei gutem Willen nicht leisten können", stellt Christian Jammerbund, Vorsitzender der GPA Jugend, verärgert über den beschlossenen Wahnsinn fest. "Ganz im Gegenteil! Es kann als sicher angenommen werden, dass alle Universitäten die Studiengebühren massiv erhöhen werden."++++

"Die Leidtragenden sind auf jeden Fall die Studierenden selbst, so wie auch deren Eltern, die zum großen Teil unselbständig Erwerbstätige sind. Somit ist auch diese Maßnahme klar als ein Angriff auf die ArbeitnehmerInnen zu bewerten", analysiert Jammerbund. "Aufgrund der Regelungen für Studienbeihilfen -steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Selbständige - werden diese es sich wie bereits in der Vergangenheit auch in Zukunft "richten" können. So sehr die Studienbeihilfe für die Kinder der vielen kleinen Bauern zu unterstützen ist, müssen aber auch hier die Grenzen zum "legalen" Missbrauch - Berechnung des Einheitswertes wie in den 70er Jahren - stärker gezogen werden."

"Was hier von reaktionären ÖVP-Kreisen vorexerziert wird, ist klar der Weg in ein Zwei-Klassen-Bildungssystem: Die Kinder der wenigen Reichen erhalten eine ausgezeichnete Ausbildung, alle anderen werden mit einer teuren und trotzdem drittklassigen Ausbildung abgespeist", zeigt sich Jammerbund über den mangelnden Reformeifer der ÖVP enttäuscht. "Wenn Ministerin Gehrer, wie gestern im "Report", feststellt, dass eine solche Änderung nicht geplant sei, ist das aufgrund ihrer offensichtlichen Lügen im Rahmen der Einführung der Studiengebühren leider nichts wert."

"Wir fordern die zukünftige Bundesregierung auf, endlich eine Bildungspolitik für die jungen Menschen zu machen und werden im Falle einer gesetzlichen Freigabe der Studiengebühren sicher nicht tatenlos zusehen", endet Jammerbund kämpferisch.

ÖGB, 26. Februar 2003
Nr. 101

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