- 25.02.2003, 18:00:59
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Verkehrs-Konferenz "Vertragliche Beziehungen zwischen Behörden und Betreibern"
Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund der seit einigen Jahren intensiv
diskutierten verpflichtenden Ausschreibung für den öffentlichen
Personennahverkehr (ÖPNV) in der Europäischen Union widmet sich in
Wien eine zweitägige Konferenz am 25. und 26. Februar 2003 dem Thema
"Vertragliche Beziehungen zwischen Behörden und Betreibern". Durch
die zunehmende Liberalisierung der Verkehrsmärkte ergeben sich völlig
neue Verhältnisse einerseits für die ausschreibende
Gebietskörperschaft, anderseits für die lokalen öffentlichen
Verkehrsunternehmen. In sechs thematischen Schwerpunkten nähert man
sich der komplexen Materie. Dass 320 Teilnehmer aus 32 Ländern nach
Wien gekommen sind, zeigt die Bedeutung des Themas. Veranstalter der
Konferenz ist EMTA (European Metropolitan Transport Authorities)
gemeinsam mit UITP (International Association of Public Transport) in
Kooperation mit dem Verkehrsverbund Ost-Region.
Günther Grois, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke Holding und
Direktor der Wiener Linien, warnte in seinem Redebeitrag davor,
ÖPNV-Verträge der Kommunen mit dem örtlichen Verkehrsunternehmen zu
detailliert und damit zu unflexibel auszugestalten. Die
Verkehrsunternehmen dürfen, so Grois, nicht zu Lohnkutschern
reduziert werden. Statt dessen sei es notwenig, möglichst viel
Kompetenz an das Unternehmen zu übertragen, wie das beim
Verkehrsdienste-Vertrag in Wien geschehen sei. Die übergeordneten
Ziele derartiger Verträge solle den Menschen in Ballungsräumen
ermöglichen, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, der in Wien
bereits 34 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens betrage. Jedoch
bedürfe es begleitender Maßnahmen wie der Parkraumbewirtschaftung, um
die Leute zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen.
Zudem sollte es für die Fahrgäste nur eine Bezugsperson geben, ein
Unternehmen, das dem Kunden direkt verantwortlich sei. "Es wird nur
dann möglich sein, die Städte lebenswert zu erhalten, wenn es
gelingt, den öffentlichen Verkehr gegenüber dem Individualverkehr zu
stärken", so Günther Grois abschließend.
Vizebürgermeister Sepp Rieder, amtsführender Stadtrat für
Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke, verwies darauf,
dass der öffentliche Personenverkehr neben seiner innerstädtischen
Dimension auch eine große Bedeutung für die Region habe. Insgesamt 17
Prozent der Beschäftigten pendeln ins Wiener Umland aus, währen 20
Prozent der Beschäftigten nach Wien einpendeln. Durch die
EU-Erweiterung werde die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs noch
weiter erhöht. Daher müsse das Verkehrsunternehmen der Stadt gestärkt
werden, um im zukünftigen Wettbewerb bestehen zu können. Für Stadtrat
Rieder sei die Rolle der Wiener Linien dabei nicht nur die des
Verkehrsdienstleisters, sondern auch die eines Verkehrsmanagements,
wobei es ein entscheidender Vorteil sei, wenn der integrierte Verkehr
in einer Hand ist. Trotz aller damit verbundener Probleme stelle die
öffentliche Eigentümerschaft am örtlichen Verkehrsunternehmen einen
großen Vorteil dar.
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