Schasching: Wie kindgerecht sind Österreichs Schulen?

Wien (SK) Die Diskussion um einen späteren Schulbeginn als acht Uhr, die Senkung der Anzahl der Gesamtunterrichtsstunden und die Reduktion der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 flammt zwar alle paar Monate auf, relevante schulpolitische Veränderungen wären aber nicht in Sicht, kritisierte am Dienstag die SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Vieles läuft gut an Österreichs Schulen - permanente Qualitätsdiskussion, innovative Schwerpunktsetzungen, modernste Technologie in den Klassenzimmern. Aber SchülerInnen von heute brauchen mehr: Sie brauchen alters- und entwicklungsadäquate Lernlandschaften, in denen die Basis für lebenslanges Lernen geschaffen wird. Sie brauchen LehrerInnen, die sie in ihren Lernprozessen unterstützen und begleiten; sie brauchen Rahmenbedingungen, wo Lernen attraktiv, herausfordernd und effizient zugleich ist. Und sie brauchen ihre Schule als Raum zum Leben", meinte Schasching, Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde.

Lebensräume, nicht Aufenthaltsräume gestalten, diese Devise vertreten die Österreichischen Kinderfreunde. In vielen Klassen würden 36 und mehr SchülerInnen in einer Klasse sitzen, und die herkömmliche Schulhausarchitektur biete noch immer keine kindgerechten Lebens- und Lernräume, betonte Schasching.

"Hyperaktivität betrifft immer mehr Kinder - Tendenz steigend. Es muss hier im unmittelbaren Umfeld der Kinder angesetzt werden. Bewegungsmöglichkeit an der frischen Luft, wo getobt und gelaufen werden kann, ist für Kinder eine immens wichtige "Auftankstation". Schulhöfe, die mehr als nur einen Betonfußballplatz bieten, sollten die Regel sein". Ebenso dürfen nicht noch mehr Bewegungseinheiten, sprich Turnstunden, dem Sparstift zum Opfer fallen. Ganz im Gegenteil: die tägliche Turnstunde ist gefragter denn je!", fordert Schasching.

Die Gesamtunterrichtsstunden würden sich für 12- bis 14-jährige SchülerInnen auf 1.148 Stunden pro Jahr belaufen, damit sei Österreich Spitzenreiter in den Industrieländern. Immer mehr Schlafmediziner plädieren für einen Unterricht, der später als acht Uhr beginnt, doch in Österreich werde an manchen Schulen bereits um 7.00 Uhr unterrichtet.

Da sei die Diskussion um einen späteren Schulbeginn oder um die Höhe der Gesamtunterrichtsstunden zu kurz gegriffen; grundsätzlichere Diskussionen darüber werden notwendig, wie kindgerecht und lernpsychologisch wirksam unsere Schulen arbeiten. Und das Land würde LehrerInnen benötigen, die Mut zur Veränderung haben und sich vor allem für die seit langem fälligen schulpolitischen Weichenstellungen einsetzen.

"Die Österreichischen Kinderfreunde wünschen sich von einer neuen Regierung eine Bildungsdiskussion, die im Sinne der Betroffenen, der Kinder und Jugendlichen, geführt wird und endlich deren Lern- und Lebensinteressen in den Vordergrund stellt", schloss Schasching. (Schluss) up/mp

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