• 25.02.2003, 15:46:31
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Schasching: Wie kindgerecht sind Österreichs Schulen?

Wien (SK) Die Diskussion um einen späteren Schulbeginn als acht Uhr,
die Senkung der Anzahl der Gesamtunterrichtsstunden und die Reduktion
der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 flammt zwar alle paar Monate auf,
relevante schulpolitische Veränderungen wären aber nicht in Sicht,
kritisierte am Dienstag die SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Vieles läuft gut an Österreichs Schulen - permanente
Qualitätsdiskussion, innovative Schwerpunktsetzungen, modernste
Technologie in den Klassenzimmern. Aber SchülerInnen von heute
brauchen mehr: Sie brauchen alters- und entwicklungsadäquate
Lernlandschaften, in denen die Basis für lebenslanges Lernen
geschaffen wird. Sie brauchen LehrerInnen, die sie in ihren
Lernprozessen unterstützen und begleiten; sie brauchen
Rahmenbedingungen, wo Lernen attraktiv, herausfordernd und effizient
zugleich ist. Und sie brauchen ihre Schule als Raum zum Leben",
meinte Schasching, Schulsprecherin der Österreichischen
Kinderfreunde.

Lebensräume, nicht Aufenthaltsräume gestalten, diese Devise vertreten
die Österreichischen Kinderfreunde. In vielen Klassen würden 36 und
mehr SchülerInnen in einer Klasse sitzen, und die herkömmliche
Schulhausarchitektur biete noch immer keine kindgerechten Lebens- und
Lernräume, betonte Schasching.

"Hyperaktivität betrifft immer mehr Kinder - Tendenz steigend. Es
muss hier im unmittelbaren Umfeld der Kinder angesetzt werden.
Bewegungsmöglichkeit an der frischen Luft, wo getobt und gelaufen
werden kann, ist für Kinder eine immens wichtige "Auftankstation".
Schulhöfe, die mehr als nur einen Betonfußballplatz bieten, sollten
die Regel sein". Ebenso dürfen nicht noch mehr Bewegungseinheiten,
sprich Turnstunden, dem Sparstift zum Opfer fallen. Ganz im
Gegenteil: die tägliche Turnstunde ist gefragter denn je!", fordert
Schasching.

Die Gesamtunterrichtsstunden würden sich für 12- bis 14-jährige
SchülerInnen auf 1.148 Stunden pro Jahr belaufen, damit sei
Österreich Spitzenreiter in den Industrieländern. Immer mehr
Schlafmediziner plädieren für einen Unterricht, der später als acht
Uhr beginnt, doch in Österreich werde an manchen Schulen bereits um
7.00 Uhr unterrichtet.

Da sei die Diskussion um einen späteren Schulbeginn oder um die Höhe
der Gesamtunterrichtsstunden zu kurz gegriffen; grundsätzlichere
Diskussionen darüber werden notwendig, wie kindgerecht und
lernpsychologisch wirksam unsere Schulen arbeiten. Und das Land würde
LehrerInnen benötigen, die Mut zur Veränderung haben und sich vor
allem für die seit langem fälligen schulpolitischen Weichenstellungen
einsetzen.

"Die Österreichischen Kinderfreunde wünschen sich von einer neuen
Regierung eine Bildungsdiskussion, die im Sinne der Betroffenen, der
Kinder und Jugendlichen, geführt wird und endlich deren Lern- und
Lebensinteressen in den Vordergrund stellt", schloss Schasching.
(Schluss) up/mp

Rückfragen: [email protected], Tel. 01/5121298/47

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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