• 25.02.2003, 13:03:01
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Ein Vierteljahrhundert U-Bahn in Wien

Wien (OTS) - Verglichen mit anderen europäischen Metropolen, ist der
Marktanteil des öffentlichen Verkehrs in Wien sehr hoch.
Haupterfolgsfaktor ist das seit Inbetriebnahme in den 70er-Jahren des
vorigen Jahrhunderts ständig wachsende U-Bahn-Netz. Mittlerweile ist
die U-Bahn das beliebteste Verkehrsmittel der Wienerinnen und Wiener,
für Fahrten in Wien beliebter noch als das sonst so verehrte
Automobil.

Die U-Bahn als Herzstück der Wiener Linien

Seit Ende 2000 stehen den Wienerinnen und Wienern 61 U-Bahn-Kilometer
und 86 U-Bahn-Stationen zur Verfügung. Etwa die Hälfte aller
Fahrgäste der Wiener Linien benützen die U-Bahn-Linien. Das sind rund
eine Million Fahrgäste pro Tag. Die U-Bahn als Herzstück der Wiener
Linien ist hauptverantwortlich für den Aufstieg des öffentlichen
Verkehrs in Wien.

Ein Vierteljahrhundert Silberpfeil

Zwar konnte die Wiener Bevölkerung bereits ab Mai 1976 - auf einer
Probestrecke zwischen Friedensbrücke und Heiligenstadt verkehrten
erstmals Silberpfeile mit Fahrgästen - ein wenig U-Bahn-Luft
schnuppern. Mit der Eröffnung des ersten Teilstückes der U1 zwischen
Karlsplatz und Reumannplatz am 25. Februar 1978 begann für die
Wienerinnen und Wiener dann endgültig das U-Bahn-Zeitalter. Bereits
am ersten Wochenende stürmten mehr als 300.000 Fahrgäste die
Silberpfeile.

Zwölf Eröffnungen weiterer Teilstrecken des aus U1, U2 und U4
bestehenden U-Bahn-Grundnetzes folgten. Im September 1982 war dann
mit der Eröffnung der Strecke Praterstern - Kagran die erste
Ausbauphase abgeschlossen.

In der zweiten Ausbauphase folgten die Linien U6 und U3. Im Oktober
1989 war das Kernstück der U6 zwischen Philadelphiabrücke und
Heiligenstadt fertig, eineinhalb Jahre später konnte man bereits mit
der U3 von Erdberg zum Volkstheater fahren.
In den 90er-Jahren gab es fast jährlich eine Eröffnung eines neuen
Teilstücks der Linie U6 oder der Linie U3. Höhepunkt für alle
Beteiligten war sicherlich die Inbetriebnahme des U3-Teilstücks in
der Mariahilfer Straße, als Hunderttausende Wienerinnen und Wiener
mit den Wiener Linien feierten. Durch die U6-Verlängerungen nach
Siebenhirten und nach Floridsdorf wurde die Linie U6 zur längsten
U-Bahn-Linie Wiens.
Im Dezember 1998 wurde die westliche U3 nach Ottakring fertig
gestellt. Seit der Eröffnung des bisher letzten Teilstückes - des
U3-Abschnittes zwischen Erdberg und Simmering - im Dezember 2000 ist
die U-Bahn auf einer Gesamtstrecke von rund 61 Kilometern unterwegs.
In jedem Wiener Bezirk liegt seither zumindest eine der insgesamt 86
U- Bahn-Stationen.

Eine Wiener Erfolgsgeschichte

Anlässlich der Eröffnung des ersten Teilstückes der U1 vor nunmehr 25
Jahren sprach der damalige Bürgermeister Leopold Gratz den Wunsch
aus, die Wienerinnen und Wiener mögen nun von der U-Bahn Besitz
ergreifen. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Heute, ein
Vierteljahrhundert später, werden mehr als eine Million Fahrten pro
Tag mit der U-Bahn zurückgelegt und ein Leben ohne U-Bahn ist kaum
mehr vorstellbar.

Die U-Bahn ist inzwischen das Herzstück der Wiener Linien. Mit ihr
ist es gelungen, der Bevölkerung eine echte Alternative zum Auto
anzubieten, wobei in Bereichen wie Geschwindigkeit, Sicherheit und
Stressfreiheit die Vorteile der U-Bahn selbst von fanatischen
Autofahrern anerkannt werden.

War die Anzahl der jährlichen Kundenfahrten auf den öffentlichen
Verkehrsmitteln bis zur Eröffnung der ersten U-Bahn-Linie sogar
rückläufig, so gab es mit den laufenden Netzerweiterungen der U-Bahn
konstante Fahrgastzuwächse. Von 1978 bis heute konnten mit den
stetigen Erweiterungen des U-Bahn-Netzes die Kundenfahrten um 70
Prozent gesteigert werden.
Und die Erfolgsgeschichte wird weitergehen. Schon jetzt sind die
Weichen für weitere 14 Kilometer U-Bahn gestellt.

Die U1 kommt nach Leopoldau

An der U1-Verlängerung zum nördlichen Stadtrand wird bereits seit
Herbst 2001 gebaut. Im September 2006 wird das neue Teilstück mit den
fünf zusätzlichen Stationen Kagraner Platz, Rennbahnweg, Aderklaaer
Straße, Großfeldsiedlung und Leopoldau in Betrieb gehen.

Vom Schottenring nach Aspern: Die neue U2

Mit dem geplanten Ausbau der U2 bis Aspern setzen die Wiener Linien
einen weiteren Schritt für ein zukunftsorientiertes Netz öffentlichen
Verkehrs. Vor allem die Bewohner des 2. und des 22. Bezirks werden
schnell und bequem wichtige Bereiche der Stadt, etwa den Arbeitsplatz
in den inneren Bezirken oder die Freizeitbereiche Prater und Stadion
erreichen. Fahrgäste der Wiener Linien können dann beispielsweise in
15 Minuten vom Karlsplatz zum Stadion oder in 18 Minuten vom
Donauspital zum Schottentor gelangen. Vom Rathaus zur Messe oder vom
Südtiroler Platz zur Messe sind gar nur mehr 10 Minuten nötig.
Fahrzeiten, bei denen auch eine fast staufreie Süd-Ost-Tangente nicht
mithalten kann.

9 Kilometer U-Bahn und 11 neue Stationen

Die neue U-Bahn-Strecke ist etwas über 9 km lang und bringt 11
weitere Stationen. Die U2 wird nach ihrer Fertigstellung eine Länge
von 12,547 km aufweisen. In insgesamt 17 Stationen werden Fahrgäste
ein- oder aussteigen können. Die neue U2 verbindet dann acht Bezirke
(1., 2., 4., 6., 7., 8., 9., und 22.) und bietet
Umsteigemöglichkeiten zu drei anderen U-Bahn-Linien (U1, U3 und U4)
sowie zwei Schnellbahnanschlüsse (Praterstern und Stadlau).

Mit der U2 wird man 2008 - rechtzeitig zur Fußball-EM - über die
bisherige Endstelle Schottenring hinaus zu den neuen Stationen
Taborstraße, Praterstern, Messe und Trabrennstraße bis zum Stadion
fahren können. Nur ein Jahr später folgt dann der weitere Anschluss
über die Stationen Donaustadtbrücke, Seestern, Stadlau, Hardeggasse
und das Donauspital bis zur Aspernstraße.

Der Wiener U-Bahn-Bau als Wirtschaftsfaktor für ganz
Österreich

Die Wiener Linien sind mit rund 8.500 Beschäftigten nicht nur einer
der größten Arbeitgeber Wiens. Durch die hohen Investitionen, die bei
den Wiener Linien alljährlich getätigt werden - 2003 werden es rund
365 Millionen EURO sein - sind sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
für Wien und ganz Österreich. Der größte Anteil der Investitionen
betrifft den U-Bahn-Neubau. Allein die für die kommenden Jahre
geplante Verlängerung der Linie U2 bis Aspern stellt mit einem
Investitionsvolumen von fast 1,2 Mrd. Euro Wiens derzeit größtes
Infrastrukturvorhaben dar.

Die ersten Investitionen in den Wiener U-Bahn-Bau haben 1967 mit
Planungen und Vermessungsarbeiten begonnen. Mittlerweile werden in
Wien jährlich im Durchschnitt rund 220 Mio. Euro in den U-Bahn-Bau
investiert.

Über 600 verschiedenste Firmen von Klein- und Mittelbetrieben bis hin
zu großen Baufirmen und Industriekonzernen bekamen beim Wiener
U-Bahn-Bau in den letzten Jahrzehnten Aufträge. Laut einer
Untersuchung des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts kann
pro investierter Milliarde Schilling - 72,6 Mio. Euro - von ca. 1500
Beschäftigten bzw. gesicherten Arbeitsplätzen ausgegangen werden.

Das heißt, durch den U-Bahn-Bau werden jährlich rund 5.000
Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt konnten durch den Wiener
U-Bahn-Bau in den vergangenen Jahrzehnten rund 120.000 Arbeitsplätze
gesichert werden.

Auch durch die U1- und U2- Verlängerung werden pro Jahr wieder rund
5.000 Arbeitsplätze gesichert sein. Hunderte Firmen aus ganz
Österreich werden durch den Ausbau dieser beiden Linien über viele
Jahre hinweg Aufträge erhalten. (Schluss) wstw

Rückfragehinweis: Mag. Johann Ehrengruber
Wiener Linien GmbH & Co KG / Pressestelle
Tel.: 01/7909-42200
Fax: 01/7909-42209
mailto:[email protected]

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