"profil": Bereuter: "Österreich stellt Problem für US-Truppentransporte dar"

Präsident der parlamentarischen Versammmlung der NATO: Abzug von US-Truppen aus Deutschland könnnte auch wegen Österreichs Neutralität erforderlich werden

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nennt der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO, der republikanische US-Kongress-Abgeordnete Doug Bereuter, Österreich ein "Problem" beim Transport von amerikanischen Truppen quer durch Europa. Dass Österreich wegen seiner Neutralität die Durchfahrt oder den Überflug für US-Militärs verbiete, habe Planungen, amerikanische Truppen aus Deutschland abzuziehen, bestärkt. "Österreich stellt hier natürlich ein Problem dar. Auch das spielt bei den Überlegungen mit, unsere Truppen anderswo zu stationieren, etwa in der Nähe einer Küste", erklärte der Republikaner, der seit drei Monaten auch der Parlamentarier-Versammlung der NATO vorsteht.

Mit Bestrafung der Regierung Schröder wegen der ablehnenden Haltung zu einem Krieg im Irak habe der mögliche Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland nichts zu tun. "Unser Verteidigungsministerium hat schon früher festgestellt, dass unsere Einheiten in Deutschland nicht mehr der aktiuellen Bedrohungslage entsprechen", so Bereuter gegenüber "profil". "Daher wird eine Verlegung überlegt in Regionen, wo sie besser und schneller einsatzbereit sind."

Bereuter beklagt die transatlantische Kluft wegen eines möglichen Militärschlags gegen den Irak. "Für die NATO ist ein immenser Schaden dadurch entstanden, dass manche europäische Partner einen Militärschlag gegen den Irak prinzipiell ablehnen. Es ist bestürzend, dass Saddam Hussein die Allianz so spalten konnte. Das hat nicht einmal die Sowjetunion in Jahrzehnten geschafft."

Die Europäer sollten beachten, dass Saddam Hussein bereits gegen 16 UNO-Resolutionen verstoßen habe. "Er ist gerade dabei, auch gegen die UNO-Resolution 1441 zu verstoßen." Bereuter kritisiert im "profil"-Interview auch die UNO wegen der Vetodrohungen im Sicherheitsrat. "Die UNO läuft Gefahr, unbedeutend zu werden. Sie erinnert leider immer mehr an den machtlosen Völkerbund."

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0001