• 21.02.2003, 16:22:32
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  • OTS0182 OTW0182

GLOBAL 2000 zu Blei-Testergebnissen aus Vorarlberg

Offener Brief an Herrn Wasserwirtschaftsreferent Landestatthalter
Hubert Gorbach

Sehr geehrter Herr Lsth. Gorbach,

die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat im Herbst 2002
gemeinsam mit Help-TV eine Österreich weite Blei-Test-Aktion
angeboten, die 66 Vorarlberger Haushalte in Anspruch genommen haben.
Alle Blei-Tester wurden über das Messergebnis ihrer Wasser-Probe
sowie über die Handlungsmöglichkeiten informiert. Neben den insgesamt
8.415 Ergebnissen der Aktion hat GLOBAL 2000 im Sinne einer
nachvollziehbaren Berichterstattung ebenfalls die Ergebnisse aus
Vorarlberg veröffentlicht.
In Bezug auf Ihren Vorwurf "der Zweifelhaftigkeit" der Messdaten
möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Proben in einem durch das
Wirtschaftsministerium akkreditierten Wiener Labor analysiert wurden.
In keiner Veröffentlichungen wurde behauptet, dass es sich bei den
Ergebnissen dieser Proben des Stagnationswassers um eine "Studie"
handelt, wie Sie fälschlicherweise im der heutigen OTS-Meldung
schreiben, und 66 Proben, wie im Falle Vorarlbergs, liefern kein
repräsentatives Ergebnis.

Zu den Test-Ergebnissen aus Vorarlberg: 10 Proben von 66 lagen
über dem von der WHO empfohlenen Grenzwert von 10 µg/l. Dieser
Grenzwert garantiert, dass auch Ungeborene und Kleinkinder vor einer
schädliche Auswirkung von Blei auf das Nervensystem geschützt sind
und wird in Österreich ab 2013 als gesetzlicher Grenzwert eingeführt.
4 Proben lagen über dem ab 1.12.2003 in Österreich geltenden
Grenzwert von 25 µg/l, und eine Probe über dem derzeit gültigen hohen
Grenzwert von 50 µg/l.
Das Vorarlberger Trinkwasser an sich ist mit Sicherheit einwandfrei,
das Leitungsnetz allerdings - wie in ganz Österreich - zu bestimmten
Teilen veraltet. Aus den Resultaten der Untersuchung lässt sich
ablesen, dass es auch in Vorarlberg Haushalte mit Bleirohren gibt.
Diese Tatsache zu ignorieren führt nicht zur Lösung des Problems, das
einzelnen Haushalte immer noch mit alten Bleirohren haben.

Trinkwasser aus der Wasserleitung kann aus mehreren Gründen mit
Blei belastet sein: Zum einen können die Hauszuleitungen aus Blei
sein, aber auch hausinterne Leitungen können das Wasser
verunreinigen. Weiters können auch Lötstellen oder die inwendige
Beschichtung von Kupferrohren das Trinkwasser belasten.

GLOBAL 2000 empfiehlt daher der Vorarlberger Landesregierung,
zumindest Haushalten, in denen Schwangere, stillende Mütter oder
Kleinkinder leben, Gratistests auf Blei im Trinkwasser zur Verfügung
zu stellen. Eine kurzfristige Lösung für betroffene Haushalte kann im
Ablaufenlassen des Stagnationswassers bestehen. Mittelfristig sind
auf jeden Fall alle Bleiinstallationen auszutauschen.

Rückfragehinweis: Global 2000
Simone Bräuer
Tel: 01 812 57 30 - 26
[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL

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