GLOBAL 2000 zu Blei-Testergebnissen aus Vorarlberg

Offener Brief an Herrn Wasserwirtschaftsreferent Landestatthalter Hubert Gorbach

Sehr geehrter Herr Lsth. Gorbach,

die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat im Herbst 2002 gemeinsam mit Help-TV eine Österreich weite Blei-Test-Aktion angeboten, die 66 Vorarlberger Haushalte in Anspruch genommen haben. Alle Blei-Tester wurden über das Messergebnis ihrer Wasser-Probe sowie über die Handlungsmöglichkeiten informiert. Neben den insgesamt 8.415 Ergebnissen der Aktion hat GLOBAL 2000 im Sinne einer nachvollziehbaren Berichterstattung ebenfalls die Ergebnisse aus Vorarlberg veröffentlicht.
In Bezug auf Ihren Vorwurf "der Zweifelhaftigkeit" der Messdaten möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Proben in einem durch das Wirtschaftsministerium akkreditierten Wiener Labor analysiert wurden. In keiner Veröffentlichungen wurde behauptet, dass es sich bei den Ergebnissen dieser Proben des Stagnationswassers um eine "Studie" handelt, wie Sie fälschlicherweise im der heutigen OTS-Meldung schreiben, und 66 Proben, wie im Falle Vorarlbergs, liefern kein repräsentatives Ergebnis.

Zu den Test-Ergebnissen aus Vorarlberg: 10 Proben von 66 lagen über dem von der WHO empfohlenen Grenzwert von 10 µg/l. Dieser Grenzwert garantiert, dass auch Ungeborene und Kleinkinder vor einer schädliche Auswirkung von Blei auf das Nervensystem geschützt sind und wird in Österreich ab 2013 als gesetzlicher Grenzwert eingeführt. 4 Proben lagen über dem ab 1.12.2003 in Österreich geltenden Grenzwert von 25 µg/l, und eine Probe über dem derzeit gültigen hohen Grenzwert von 50 µg/l.
Das Vorarlberger Trinkwasser an sich ist mit Sicherheit einwandfrei, das Leitungsnetz allerdings - wie in ganz Österreich - zu bestimmten Teilen veraltet. Aus den Resultaten der Untersuchung lässt sich ablesen, dass es auch in Vorarlberg Haushalte mit Bleirohren gibt. Diese Tatsache zu ignorieren führt nicht zur Lösung des Problems, das einzelnen Haushalte immer noch mit alten Bleirohren haben.

Trinkwasser aus der Wasserleitung kann aus mehreren Gründen mit Blei belastet sein: Zum einen können die Hauszuleitungen aus Blei sein, aber auch hausinterne Leitungen können das Wasser verunreinigen. Weiters können auch Lötstellen oder die inwendige Beschichtung von Kupferrohren das Trinkwasser belasten.

GLOBAL 2000 empfiehlt daher der Vorarlberger Landesregierung, zumindest Haushalten, in denen Schwangere, stillende Mütter oder Kleinkinder leben, Gratistests auf Blei im Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Eine kurzfristige Lösung für betroffene Haushalte kann im Ablaufenlassen des Stagnationswassers bestehen. Mittelfristig sind auf jeden Fall alle Bleiinstallationen auszutauschen.

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Global 2000
Simone Bräuer
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