- 20.02.2003, 11:35:37
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WWF: "Nationalpark Donauauen darf nicht zerstört werden."
Varianten für Nordost-Umfahrung Wiens mit Verschonung der Lobau möglich.
Wien (OTS) - Der WWF Österreich kritisiert, dass im Zuge der
geplanten Umfahrung für den Nordosten Wiens der Nationalpark
Donauauen schwer beeinträchtigt und teilweise zerstört wird. "Die
Stadt Wien und insbesondere Bürgermeister Häupl waren bis jetzt die
stärksten Unterstützer der Nationalparkidee in den Donauauen",
erinnert sich Mag. Stefan Moidl . "Und jetzt will die SPÖ mit der
Durchschneidung oder Untertunnelung des Nationalparks Donauauen einen
Präzedenzfall für zerstörerische Projekte in Nationalparks schaffen."
Daher appelliert der WWF an Bürgermeister Dr. Michael Häupl seine
Schutzherrschaft für den Nationalpark Donauauen nicht durch eine
vorschnelle Trassenfestlegung mit gravierenden Auswirkungen
aufzugeben.
Der Nationalpark Donauauen ist erst sieben Jahre alt und schon
wird über seine Untertunnelung, Beeinträchtigung und Zerstörung
diskutiert. Es besteht die Gefahr, dass die Erfolgsgeschichte der
Nationalparke in Österreich eine Geschichte der Verkleinerungen,
Zerstörungen und Untertunnelungen wird. Als Beispiel führt der WWF
ein Schiliftprojekt im Nationalpark Hohe Tauern an. "Dieser geplante
Schilift von Sportgastein auf den Mölltaler Gletscher wird seit 20
Jahren immer wieder diskutiert", sagt Moidl. "Bis jetzt konnte sich
der Schutz des Nationparks immer gegen kurzfristige wirtschaftliche
Interessen durchsetzen. Aber wir befürchten, dass nach einer
Zerstörung des Nationalparks in Wien die letzten Hemmschwellen
fallen."
Auch auf die Beitrittskandidatenländer und deren Umgang mit
Naturjuwelen und Schutzgebieten hätte diese Entscheidung negative
Beispielwirkung. Als Beispiel führt der WWF das Autobahnprojekt durch
die Kresna-Schlucht, ein hochwertiges Naturschutzgebiet, an.
Bulgarische Naturschützer laufen Sturm dagegen und es liegen wichtige
Entscheidungen auf EU-Ebene an. "Wien muss beispielgebend im
schonenden Umgang mit Schutzgebieten bleiben und sich der
Beispielwirkung auf andere Entscheidungen bewusst werden", so Moidl.
Die SUPer NOW hat aufgezeigt, dass es neben einer Verkehrslösungen
ohne einer 6. Donauquerung auch Trassenvarianten für eine
Autobahnverbindung gibt, welche die Lobau vollständig verschonen. Da
es diese gleichwertigen Varianten gibt, die den Nationalpark
Donauauen umfahren, ist es aus Sicht des WWF nicht akzeptabel auf
eine der Tunnelvarianten zu setzen. Durch die Tunnelvarianten im
Nationalpark Donauauen, sowohl jene mit fünf Kilometer wie auch jene
mit mehr als einem Kilometer Tunnellänge, sind gravierende
ökologischen Auswirkungen auf die Auen und deren Grundwasserhaushalt
zu erwarten.
Rückfragehinweis:
Andrea Paukovits
WWF-Pressesprecherin
0676/83 488 - 231 oder 0676/83 488 231
mailto:[email protected]
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