- 17.02.2003, 12:30:53
- /
- OTS0095 OTW0095
Gehrer schwärzt die Unis ein
ÖH kritisiert Besetzung der Universitätsräte mit überwiegend ÖVP-nahen Personen
Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) übt
Kritik an dem Besetzungsmodus der Bundesregierung für die
Universitätsräte, der auf Vorschlag von Bildungsministerin Gehrer
erfolgt ist. Gehrer hat der Regierung überwiegend
ÖVP-ParteigängerInnen für die Besetzung von 59 Universitätsräten
vorgeschlagen. ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz: "Ministerin Gehrer
schwärzt die Unis ein. Das ist inakzeptabel." Als positiv bewertet
die ÖH, dass Gehrer zu 50 Prozent Frauen in die Universitätsräte
entsandte. An den strukturellen Verschlechterungen für Frauen durch
das UG 2002 ändert diese Tatsache jedoch nur wenig.
"Monika Lindner, Wilfried Seipel, Horst Pirker und viele andere
sind politisch ganz eindeutig deklarierte Personen. Ministerin Gehrer
hat sich die Parteibücher der von ihr ausgewählten Universitätsräte
wohl sehr genau angesehen. Offensichtlich sollen die
ÖVP-Parteigremien zukünftig an den Universitäten abgehalten werden",
vermutet Mautz. Die Bestellung von zahlreichen FPÖ-nahen Personen,
wie Helmut Krünes oder Christine Weber, sei überdies trotz Gehrers
unglaubwürdigen Dementis ein deutliches Zeichen in Richtung
Weiterführung der schwarz-blauen Regierung. "Dass das politisches
Taktieren rund um die Regierungsbildung jetzt auf die Universitäten
ausgedehnt wird, ist unerfreulich und gefährdet die Freiheit von
Forschung und Lehre", so Mautz, die auch darauf hinweist, dass die ÖH
derartige Entwicklungen bereits bei den Protesten gegen das UG 2002
vorausgesehen und kritisiert hat.
Als positiv wertet Anita Weinberger, zweite Frau im
ÖH-Vorsitzteam, die Nennung von 30 Frauen für die Universitätsräte,
merkt aber gleichzeitig an: "An der strukturellen Benachteiligung für
Frauen an den Universitäten ändert das nichts. Noch immer sind zwei
Drittel der Universitätsräte Männer. Ministerin Gehrer hat es
verabsäumt, entsprechende Frauenquoten im Gesetz festzuschreiben."
Die Benachteiligung von Frauen sieht Weinberger durch das UG auch aus
anderen Gründen prolongiert: "Sämtliche noch verbleibende Gremien
haben von Gesetzes wegen eine Mehrheit an Professoren. Dass noch
immer 93 Prozent davon Männer sind, lässt kaum erwarten, dass die
Personalentscheidungen dieser Gremien in Zukunft zur Frauenförderung
beitragen werden."
Rückfragehinweis: Answer Lang
ÖH-Pressesprecher
Tel.: 01/310-88-80/59 bzw. 0664/528 51 90
www.oeh.ac.at
[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHO






