ÖAMTC: Europäischer Vergleich zeigt raschen Nachholbedarf Österreichs bei der Entschwefelung von Diesel

Club fordert rasch und flächendeckend schwefelfreie Kraftstoffe

Wien (ÖAMTC-Presse) - Im internationalen Vergleich hinkt Österreich bei der Entschwefelung von Dieselkraftstoff nach. So steht etwa ein Schwefelgehalt von 350 Milligramm pro Kilogramm österreichischem Kraftstoff einem Schwefelgehalt von 10 Milligramm pro Kilogramm deutschem Kraftstoff gegenüber. "Der Zug ist noch nicht abgefahren", beharrt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Der Club begrüßt die grundsätzliche Bereitschaft der österreichischen Mineralölindustrie, schon ab 2004 schwefelfreien Kraftstoff anzubieten. "Jetzt gilt es, an der raschen Umsetzung zu arbeiten", so Brugger-Brandau weiter.

Der europäische Vergleich untermauert die Club-Forderung: In Deutschland wurde der Schwefelgehalt im Diesel stufenweise abgesenkt. Zunächst wurde ab November 2001 "schwefelarmer" Kraftstoff (50 mg Schwefel pro kg Kraftstoff) angeboten, seit 1. Jänner 2003 ist in ganz Deutschland ausschließlich "schwefelfreier" Kraftstoff (10 mg Schwefel pro kg Kraftstoff) erhältlich.

In den Niederlanden kommt seit Jänner 2001 ein gestaffelter Verbrauch-Steuersatz zur Anwendung. Schwefelarmer Kraftstoff wird flächendeckend angeboten und ist um 1,5 Cent günstiger als schwefelhältiger. Ab 2005 soll nur noch schwefelfreier Kraftstoff angeboten werden.

In der Schweiz beträgt der vorgeschriebene Grenzwert für Diesel zwar - wie in Österreich - 350 Milligramm Schwefel pro Kilogramm Kraftstoff, der tatsächliche Mittelwert beim Diesel liegt heute bei 126 Milligramm Schwefel pro Kilogramm Kraftstoff. Ab 2004 soll schwefelfreier Diesel flächendeckend angeboten und schwefelhältiger hingegen mittels Lenkungsabgabe verteuert werden.

Beim Modell Luxemburg ist schon heute die Verbrauchsteuer für schwefelhältigen Diesel um 1,5 Cent höher als für schwefelarmen Diesel.

Der ÖAMTC fordert die Mineralölwirtschaft noch einmal eindringlich auf: Schwefelfreier Kraftstoff muss aus ökologischer Sicht raschest möglich flächendeckend in Österreich angeboten werden. Eine der EU-Richtlinie vorgezogene Entschwefelung von Dieselkraftstoff gehört zum frühesten Zeitpunkt umgesetzt. Gleichzeitig sollen Steueranreize statt Steuererhöhung die rasche Verbreitung von entschwefelten Kraftstoffen in Österreich fördern. Nur so und in Kombination mit der Einführung geeigneter Technologien zur Abgasreinigung ist eine rasche Senkung der Partikelemissionen bei Dieselautos möglich.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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