- 10.02.2003, 10:54:10
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Fachhochschulen 2010: Schwerpunkte der Industrie für die zukünftige Entwicklung des österreichischen Hochschulsektors
Neuer FH-Entwicklungsplan (ab 2005) sollte Konsolidierung bringen -
IV-Generalsekretär Fritz: Strategie für gesamten tertiären
Bildungssektor entwickeln - Synergien mit Uni-Sektor nutzen - FHs
sollten F&E und Weiterbildung stärker wahrnehmen
Wien (PDI) Der Auf- und Ausbau der Fachhochschulen war die
bildungspolitische Meister-leistung von Politik und Industrie in den
vergangenen Jahren. "Wir müssen dafür sorgen, dass
die Fachhochschulen eine Erfolgsgeschichte bleiben. Worum es uns
geht, ist die bildungspolitische Gesamtkoordination und die
Vernetzung des gesamten Hochschulsektors.
In unserem Verständnis ist der FH-Entwicklungsplan III nur ein
wesentlicher Bestandteil einer Strategie für die Entwicklung des
gesamten tertiären Bildungswesens im europäischen Kontext.
Da muss es in Österreich mittelfristig zu einheitlichen
Rahmenbedingungen und einer abgestimmten Strategie mit gemeinsamen
Zielvorgaben kommen", erklärte Dkfm. Lorenz Fritz, Generalsekretär
der Industriellenvereinigung. Die Industrie plädiert im Zusammenhang
mit der laufenden Universi-tätsreform auch dafür, Synergien durch
gemeinsame Steuerungs- und Unterstützungsstrukturen aufzubauen und
zu nutzen.
Seit dem Start 1994 hat sich der Fachhochschulsektor sprunghaft
entwickelt. Mittlerweile gibt es österreichweit 19 Erhalter und 124
laufende Fachhochschul-Studiengänge. Allein im laufenden Studienjahr
2002/03 haben 30 neue Studiengänge mit 1.292 Studienplätzen für
AnfängerInnen ihren Betrieb aufgenommen. Die Gesamtzahl der
Studierenden beträgt jetzt ca.18.000, 2005 sollen 21.000
Studienplätze bestehen. Damit wird der derzeitig gültige
Entwicklungsplan überschritten - er sah als Planzahl für 2002/03
16.300 Studienplätze vor. Gleichzeitig studieren heuer knapp 200.000
Personen an österreichischen Universitäten.
Weiterentwicklung im Gleichklang mit Unis als neue Herausforderung
Die Zwischenergebnisse einer Studie über den FH-Sektor im Auftrag des
BMBWK decken sich mit den Überlegungen der Industriellenvereinigung.
Dr. Gerhard Riemer, Bereichsleiter für Bildung, Innovation und
Forschung in der IV, erläuterte diese: "Die Strukturen für
Genehmigung und Kontrolle sollten mit denen des Universitätssektors
abgestimmt und ein einheitliches Monitoring-System für FHs und Unis
aufgebaut werden. Die Industrie ist für eine inhaltliche und
organisatorische Strukturbereinigung, die zu größeren Einheiten mit
strategischer Funktion führt - mit dem Zusatznutzen, dass dadurch
auch der Universitätssektor entlastet werden kann."
Der Fokus müsse hier auf der Qualität eines wirtschaftsnahen und
wirtschaftsrelevanten Studienangebotes liegen.
Neue Anforderungsprofile für den Standort, zusätzliche Aufgabe
Weiterbildung
Für die nun bevorstehende Konsolidierung des FH-Sektors erachtet die
IV einige Vorhaben als vordringlich. Mag. Holger Heller, der in der
IV Projekte zum Bildungssystem und Lebenslangen Lernen leitet, hob
folgende hervor: "Die Leistungsportfolios der einzelnen Standorte
sollten im neuen Entwickungsplan, der Leitliniencharakter haben
könnte, konkret definiert werden - vor allem in den Bereichen
Studienorganisation, F&E und Weiterbildung. Insbesondere müssen die
FHs ihre bisher kaum wahrgenommene Rolle bei
Weiterbildungsaktivitäten in Abstimmung mit Unternehmen wahrnehmen."
Das müsste nach Ansicht der IV über das Anbieten berufsbegleitender
Studiengänge hinaus gehen. "Das Ziel ist eine Stärkung der
Institution Fachhochschule durch klare Standort- und
Aufgabenprofile", so Heller, "man sollte sich weiters überlegen, ob
auch Universitäten gemeinsam mit bestehenden FH-Einrichtungen
Studiengänge anbieten können."
FHs bewähren sich bei Technikernachwuchs - Entwickler gefragt!
Auch im Hinblick auf die schlechte Platzierung Österreichs im
europäischen Forschungsvergleich spricht sich die IV für die stärkere
Einbindung des FH-Sektors in die österreichische
Innovationsstrategie aus. "Die Fachhochschulen haben sich als
wirksames Mittel gegen den Technikermangel erwiesen, nun geht es
daran, sie auch stärker als Reservoir für Nachwuchs an Entwicklern -
insbesondere für KMUs zu nützen. Der neue Entwicklungsplan sollte den
Auf- und Ausbau der Forschungsstrukturen an den FHs berücksichtigen",
regte Riemer an, "so können sich Fachhoch-schulen als Impuls für
regionale Innovationssysteme und unternehmensnahe Forschung &
Entwicklung etablieren." Mit dem FHplus-Programm sei ein erstes
Angebot der Forschungsförderung entstanden, das exakt auf
Fachhochschulen zugeschnitten ist.
Die Industrie werde nach der guten Zusammenarbeit in der Auf- und
Ausbauphase auch weiterhin die Entwicklung des FH-Sektors begleiten
und ihre Expertise einbringen.
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Tel.: (++43-1) 711 35-2306
Fax: (++43-1) 711 35-2313
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