- 06.02.2003, 10:58:29
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Spendenabsetzbarkeit muss kommen!
SOS-Kinderdorf stellt sich hinter Forderungskatalog der IÖGV an die Regierung Innsbruck (OTS) - "Die gesetzlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Hilfsorganisationen in Österreich sind sehr undurchsichtig, kompliziert und nicht zeitgemäß. Sie stellen für SOS-Kinderdorf und viele andere NPO`s in Österreich eine echte Diskriminierung dar", sagt Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer in Österreich.
Vyslozil fordert daher, wie es auch Kurt Bergmann von Licht ins
Dunkel kürzlich öffentlich vehement tat, die längst überfällige
Absetzbarkeit von Spenden für soziale und karitative Organisationen
in Österreich. "Wenn der Staat immer mehr soziale Leistungen für
Schwache und Hilfsbedürftige unserer Gesellschaft an den NPO-Sektor
delegiert, braucht es dafür auch klare und faire partnerschaftliche
Spielregeln".
Die Spendenabsetzbarkeit bedeute für den Staat keine zusätzlichen
Ausgaben, sondern lediglich den Verzicht auf einen relativ winzigen
Lohnsteueranteil, sagt der SOS-Kinder-dorf-Geschäftsführer. Die
positive "Hebelwirkung" auf der anderen Seite betrage ein Vielfaches.
So könne SOS-Kinderdorf dann sein Leistungsangebot um fast 10 Prozent
erhöhen - ohne zusätzliche Subventionen vom Staat!
"Als Folge der Spendenabsetzbarkeit würde ich mir auf Firmenseite
10 Großspender im Jahr erwarten mit einem Gesamtvolumen von ca.
700.000 Euro. Das wäre ungefähr das Budget für ein kleines
zusätzliches SOS-Kinderdorf, in dem rund 25 Kinder langfristig
betreut werden könnten." Im Bereich der Privatpersonen hofft Vyslozil
dass 15.000 der insgesamt rund 750.000 SOS-Kinderdorf-Freunde in
Österreich ihre jährliche Spenden von 50 auf 100 Euro erhöhen. Mit
diesen zusätzlichen 1,5 Mio. Euro könnten 100 neue Betreuungsplätze
für Jugendliche in SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen werden.
In den Reihen vor allem junger Parlamentarier, die das
gesellschaftlich Potenzial des NPO-Sektors richtig einschätzen, ortet
Vyslozil erste positive Signale. Auch Innenminister Ernst Strasser
habe in einigen Bereichen ein offenes Ohr für die Anliegen der NPO`s
gezeigt, klare Signale von Finanzminister Karl-Heinz Grasser fehlten
bisher. Wichtig sei, dass die Hilfsorganisationen nun gemeinsam "mit
einer Stimme" laut ihre Forderungen an die neue Regierung erheben.
Dazu zählen neben der Spendenabsetzbarkeit unter anderem auch klare
Begünstigungen bei den Post-/Versandtarifen, eine Sonderbehandlung
von Spenden bei Erlagscheingebühren und Bankspesen sowie die
offizielle staatliche Anerkennung des österreichischen
Spendengütesiegels.
SOS-Kinderdorf ist Mitglied der IÖGV (Interessensgemeinschaft
Österreichischer gemeinnütziger Vereine) und stellt sich hinter den
aktuellen Forderungskatalog der österreichischen Non-Profit
Organisationen an die kommende Regierung. Mehr Infos dazu unter
http://www.iogv.at
SOS-Kinderdorf: Testat und Spendengütesiegel
Testat
SOS-Kinderdorf hat bereits seit dem Jahr 1999 einen geprüften
Jahresabschluss im Sinne des Handelsrechts für den Hauptverein und
dessen Zweigvereine (Testat). Die dafür notwendige Umstellung bzw.
Adaptierung der Buchhaltungs- und Bilanzierungsrichtlinien erfolgte
in mehreren kleinen Schritten von 1996 bis 1999. Das ermöglichte
nachhaltiges Wirken bei allen Betroffenen und vor allem einen sehr
sparsamen Einsatz von Ressourcen.
Spendengütesiegel
Darüber hinaus hat SOS-Kinderdorf sich auch den Standards des
österreichischen Spendengütesiegels unterzogen und dieses bereits für
2002 und 2003 erhalten. Das Spendengütesiegel nimmt die Aufbringung
und Verwaltung der Spendenmittel wesentlich genauer unter die Lupe,
als es das Handelsrecht tun kann. So wird beispielsweise geprüft, ob
alle Spenden gemäß ihrer Zweckwidmung auch bei den jeweiligen
Betroffenen eingesetzt werden. In einer Checkliste mit über 150
Fragen werden Personal- und Finanzwesen sowie Spendenwerbung und das
interne Kontrollsystem auf Herz und Nieren geprüft.
SOS-Kinderdorf ist derzeit die größte spendensammelnde
Organisation in Österreich, die sich sowohl der Prüfung nach
Handelsrecht (Testat) als auch der Prüfung für das österreichische
Spendengütesiegel unterzieht. Als Zeichen für Transparenz, Kontrolle
und Rechenschaft gegenüber allen Spendern/innen und Partnern im
privaten und öffentlichen Bereich.
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