- 05.02.2003, 14:21:01
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Pensionskonto zur nachhaltigen Sicherung der Altersvorsorge
Leitl: Gerechter und sozial verträglicher Lösungsansatz - "Anreize, um die Menschen länger in Beschäftigung zu halten" - Gemeinsame PK mit LHStv. Hiesl
Wien (PWK079) - Konkrete, zukunftsweisende Vorschläge zur Lösung
der immer dringender werdenden Pensionsfrage legten heute, Mittwoch,
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und der
Landeshauptmann-Stellvertreter von Oberösterreich, Franz Hiesl, auf
den Tisch. Durch Einführung eines Pensionskontos könnte, so die
beiden Politiker in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Haus der
Wirtschaft, die Altersvorsorge nachhaltig gesichert und die Grundlage
für eine gerechte und sozial verträgliche Pensionsreform gelegt
werden.
Das System des Pensionskontos, in dem die Beiträge fiktiv verzinst
werden, garantiert eine faire Pensionsberechnung. Unter Beibehaltung
des Umlageverfahrens führt - nach einer Übergangsfrist von etwa 20
Jahren - jeder eingezahlte Euro zum gleichen Pensionsertrag.
Gerechtigkeit zwischen den Berufsgruppen wird durch eine lebenslange
Durchrechnung geschaffen.
"Ganz gleich, wer die nächste Regierung stellt, die Bevölkerung
erwartet jetzt zurecht Lösungsvorschläge, um unser hohes
Leistungsniveau in der Altersversorgung und dessen Finanzierbarkeit
auch in Zukunft zu erhalten. Die Perspektiven dieses Umbaus müssen
bis zur Mitte des neuen Jahrhunderts reichen", betonte Leitl. Es
dürfe nicht länger zugewartet werden. "Denn je länger wir untätig
bleiben, desto schmerzhaftere Einschnitte werden künftig notwendig
sein". Die Initiative Oberösterreichs sei daher ausdrücklich zu
begrüßen, sagte der Wirtschaftskammerpräsident. "Unsere heutige
Veranstaltung ist auch ein Signal dafür, dass wir die Umsetzung
initiativer Vorschläge mit den Bundesländern verstärken werden".
Der rechnerisch angesparte Betrag zeigt dem Versicherten in jedem
Lebensalter seine Pensionshöhe an. Wer länger arbeitet, bekommt
automatisch eine höhere Pension. Zusätzliche soziale Gerechtigkeit
ergibt sich dadurch, dass sozial bedingte Erwerbsunterbrechungen wie
Kindererziehung, Präsenz- oder Zivildienst, in voller Höhe
ausgeglichen werden können. Auch berücksichtigt das Pensionskonto die
steigende Lebenserwartung.
Mit der Umsetzung des neuen, in Oberösterreich entwickelten Modells
könnte schon 2004 begonnen werden. In einer bis zum Jahr 2024
laufenden Übergangsphase würden sich die neu zuerkannten Pensionen
teilweise aus dem alten und dem neuen System zusammensetzen.
Gleichzeitig wird die Angleichung des unterschiedlichen
Pensionsantrittsalters zwischen Männern und Frauen vorgezogen,
erklärte Werner Lenzlbauer, Mitarbeiter des Statistischen Dienstes
des Landes Oberösterreich, der das Modell im einzelnen vorstellte.
Derzeit ist eine Angleichung bekanntlich erst für das Jahr 2033
vorgesehen.
Als Ausgangswert gilt folgende Berechnung: der Versicherte erhält,
wenn er mit 65 Jahren (dieser Zeitpunkt wäre periodisch der Erhöhung
der Lebenserwartung anzupassen) und 45 Versicherungsjahren in Pension
geht, netto 80 Prozent des vor der Pensionierung erzielten
Nettoeinkommens. Bei früherem Pensionsantritt müsste die Pension
allerdings entsprechend niedriger sein. Insgesamt würde das
Pensionskontenmodell, wie Präsident Leitl zusammenfasste, die
Altersvorsorge in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig sichern.
Eine Pensionsreform müsse Teil eines Gesamtpakets sein. Neben einer
fairen und sozial gerechten Pensionsberechnung ist, so Präsident
Leitl abschliessend, ein massiver Ausbau der Gesundheitsvorsorge und
der Weiterbildungsangebote sowie eine Intensivierung von Anreizen für
die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer notwendig. (hp)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4599
Fax: (++43-1) 50105-263
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