Aus Gründen des Tierschutzes??

EU-Kommission streicht angeblich Zuschüsse für Vieh-Exporte

Wien (OTS) - Laut einer APA-Meldung will die die EU-Kommission
"aus Gründen des Tierschutzes" Zuschüsse ("Ausfuhrerstattungen") für Vieh-Exporte in Drittländer streichen. Eine Forderung, die Tierschützer aus allen Ländern seit vielen Jahren erfolglos gestellt haben. Der Pferdefuß an der ansonsten löblichen Novelle läßt allerdings nicht lange auf sich warten: Denn die "einzige Ausnahme sei der Export von Schlachtvieh aus der Union nach Ägypten und in den Libanon."

Dazu eine Anmerkung des von der Kärntner Landesregierung beauftragten Tiertransport-Inspektors, Tierarzt Dr. Alexander Rabitsch: "Ca. 75 % aller in Kärnten kontrollierten Tiertransporte gehen in den Fernverkehr und davon werden wiederum ca. 75 % - fast ausschließlich von Triest aus - verschifft." Und weiter: "Die Destination der von uns kontrollierten zur Verschiffung vorgesehenen Tiertransporte ist zu NAHEZU 100 % DER LIBANON !" Die logische Folge aus dieser Ankündigung der EU: Diese oben genannten Ausnahmen werden daher höchstwahrscheinlich rein gar nichts am Lebendtier-Transportaufkommen durch Österreich ändern. Denn selbst in der Aussendung der EU-Kommission heißt es, daß in den genannten beiden Ländern "traditionell eine große Menge solcher Tiere importiert werden. Dies sei auf den religiösen Schlachtritus (= betäubungsloses, qualvolles Schächten) zurückzuführen."

Ausnahmen von dieser Neuregelung gibt es zudem noch bei der Ausfuhr reinrassiger Zuchttiere. Geld gibt es den Angaben zufolge nur noch für bis zu 30 Monate alte weibliche Tiere. Dr. Rabitsch: "Wenn wir Zuchttier-Transporte kontrolliert haben, handelte es sich auch bisher stets um Kalbinnen unter 30 Monate...".Jährlich werden bisher ca. 300.000 lebende Rinder zu Schlacht- und Zuchtzwecken auf Lastwagen und Schiffen viele Tage lang in Drittstaaten ausgeführt. Dr. Rabitsch dazu, wie er es auch bereits in verschiedensten öffentlichen Vorträgen dargelegt hat: "Die Beanstandungsquote in Kärnten liegt seit Jahren unverändert bei 2/3 sämtlicher kontrollierter Tiertransporte, davon ist wiederum ca. die Hälfte tierschutzrelevant!"

Ist also dieser Vorstoß der EU-Kommission wiederum nichts anderes als ein Versuch, der internationalen Tierschutzbewegung Sand in die Augen zu streuen? Dr. Franz-Joseph Plank von der Tierschutzorganisation "Animal Spirit": "Erst wenn tatsächlich sämtliche Subventionen für Lebendtiertransporte gestrichen werden und die max. Transportzeit auf 6 Stunden beschränkt ist, kann man von einem Erfolg für den Tierschutz sprechen".

Rückfragen & Kontakt:

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, 3053 Laaben
Tel.: +43 (0) 2774/29 330
office@animal-spirit.at
Web: http://www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953

Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank
Animal Spirit
Tel.: (+43) 0676/7082434

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0006