• 04.02.2003, 12:48:46
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  • OTS0095 OTW0095

Aus Gründen des Tierschutzes??

EU-Kommission streicht angeblich Zuschüsse für Vieh-Exporte

Wien (OTS) - Laut einer APA-Meldung will die die EU-Kommission
"aus Gründen des Tierschutzes" Zuschüsse ("Ausfuhrerstattungen") für
Vieh-Exporte in Drittländer streichen. Eine Forderung, die
Tierschützer aus allen Ländern seit vielen Jahren erfolglos gestellt
haben. Der Pferdefuß an der ansonsten löblichen Novelle läßt
allerdings nicht lange auf sich warten: Denn die "einzige Ausnahme
sei der Export von Schlachtvieh aus der Union nach Ägypten und in den
Libanon."

Dazu eine Anmerkung des von der Kärntner Landesregierung
beauftragten Tiertransport-Inspektors, Tierarzt Dr. Alexander
Rabitsch: "Ca. 75 % aller in Kärnten kontrollierten Tiertransporte
gehen in den Fernverkehr und davon werden wiederum ca. 75 % - fast
ausschließlich von Triest aus - verschifft." Und weiter: "Die
Destination der von uns kontrollierten zur Verschiffung vorgesehenen
Tiertransporte ist zu NAHEZU 100 % DER LIBANON !" Die logische Folge
aus dieser Ankündigung der EU: Diese oben genannten Ausnahmen werden
daher höchstwahrscheinlich rein gar nichts am
Lebendtier-Transportaufkommen durch Österreich ändern. Denn selbst in
der Aussendung der EU-Kommission heißt es, daß in den genannten
beiden Ländern "traditionell eine große Menge solcher Tiere
importiert werden. Dies sei auf den religiösen Schlachtritus (=
betäubungsloses, qualvolles Schächten) zurückzuführen."

Ausnahmen von dieser Neuregelung gibt es zudem noch bei der
Ausfuhr reinrassiger Zuchttiere. Geld gibt es den Angaben zufolge nur
noch für bis zu 30 Monate alte weibliche Tiere. Dr. Rabitsch: "Wenn
wir Zuchttier-Transporte kontrolliert haben, handelte es sich auch
bisher stets um Kalbinnen unter 30 Monate...".Jährlich werden bisher
ca. 300.000 lebende Rinder zu Schlacht- und Zuchtzwecken auf
Lastwagen und Schiffen viele Tage lang in Drittstaaten ausgeführt.
Dr. Rabitsch dazu, wie er es auch bereits in verschiedensten
öffentlichen Vorträgen dargelegt hat: "Die Beanstandungsquote in
Kärnten liegt seit Jahren unverändert bei 2/3 sämtlicher
kontrollierter Tiertransporte, davon ist wiederum ca. die Hälfte
tierschutzrelevant!"

Ist also dieser Vorstoß der EU-Kommission wiederum nichts anderes
als ein Versuch, der internationalen Tierschutzbewegung Sand in die
Augen zu streuen? Dr. Franz-Joseph Plank von der
Tierschutzorganisation "Animal Spirit": "Erst wenn tatsächlich
sämtliche Subventionen für Lebendtiertransporte gestrichen werden und
die max. Transportzeit auf 6 Stunden beschränkt ist, kann man von
einem Erfolg für den Tierschutz sprechen".

Rückfragehinweis:
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank
Animal Spirit
Tel.: (+43) 0676/7082434

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, 3053 Laaben
Tel.: +43 (0) 2774/29 330
mailto:[email protected]
Web: http://www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953

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