ÖAMTC: Ist man ohne Vignette unterwegs, muss man zur Ersatzmaut aufgefordert werden

Mehr als zwei Vignetten auf der Scheibe sind nicht strafbar

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Gerade zu Beginn der Semesterferien wird es verstärkte Verkehrskontrollen durch die Exekutive geben", weiß Fritz Tippel aus der Praxis. "Trotzdem kann es nicht im Sinne der Erfinder sein, dass durch massive Vignettenkontrollen Verkehrsbehinderungen entstehen oder gar Unfälle passieren", erwartet der ÖAMTC-Verkehrsjurist ein ausgewogenes Vorgehen der Exekutive. Genaue Überprüfungen der Aufklebe-Moral führten nach Angaben erboster Autofahrer in den vergangenen Jahren immer wieder zu Rückstau und gefährlichen Situationen auf Autobahnen bzw. deren Abfahrten.

Die neue safrangelbe Jahresvignette muss bis spätestens Samstag, den 1. Februar, kleben. Es sollten nie mehr als zwei Vignetten auf der Scheibe aufgeklebt sein, damit einerseits die Sicht durch die Scheibe nicht beeinträchtigt wird und andererseits bei einer Kontrolle keine Verwirrung entsteht. "Strafbar macht sich nur derjenige, der keine gültige Vignette, nicht aber der der mehrere Vignetten auf der Windschutzscheibe aufgeklebt hat.

Mautprellerei ist also nur dann gegeben, wenn man mit einem Fahrzeug ohne gültige Vignette auf einer mautpflichtigen Straße unterwegs ist. Fährt man ohne oder ohne gültige Vignette, kann einem das teuer zu stehen kommen. Die Mindeststrafe wurde von 220,- Euro auf 400,- Euro erhöht. Die Höchststrafe wurde von 2200,- Euro auf 4000,- Euro angehoben.

Die Anhebung der Mindeststrafen wird vom ÖAMTC als sachlich unbegründet kritisiert. "Denn bei Leuten, die zum Beispiel am ersten Wochenende die Vignette zwar schon gekauft, aber vergessen haben zu kleben, ist nicht einzusehen, warum eine derart hohe Strafe ausgesprochen werden muss", erklärt der ÖATMC-Jurist.

Es muss die Aufforderung zur Bezahlung einer Ersatzmaut geben

Wird jemand ohne Vignette erwischt und ist bereit, eine Ersatzmaut in der Höhe von 120 -, Euro (Pkw) zu zahlen, bleibt straffrei. Die Ersatzmaut muss an Ort und Stelle in bar oder mit Kreditkarte beglichen werden. Nach Bezahlung beziehungsweise Hinterlassung eines Zahlscheins hinter dem Scheibenwischer des Pkw darf das vignettenpflichtige Straßennetz noch bis 24 Uhr des darauffolgenden Tages befahren werden.

Positiv beurteilt der ÖAMTC-Jurist, dass ein beanstandeter Lenker zur Zahlung einer Ersatzmaut, durch die er straffrei bleibt, ausdrücklich informiert werden muss. "Auch wer nicht persönlich als Lenker angetroffen wird, weil sein Auto zum Beispiel auf einem Autobahn-Parkplatz abgestellt ist, hat nun ein Recht auf die Ersatzmaut. In einem solchen Fall darf der Lenker nicht mehr einfach angezeigt werden, sondern kann mit Zahlschein die Ersatzmaut binnen 14 Tagen leisten", sagt der Jurist. Tippel sieht damit eine wesentliche Forderung des ÖAMTC in die Tat umgesetzt. Wer sich ungerecht behandelt fühlt und juristischen Beistand benötigt, kann als Mitglied des Clubs den Rechtsdienst des ÖAMTC (in Notfällen rund um die Uhr) in Anspruch nehmen.

In manchen Fällen rentiert sich die Anschaffung von Zwei-Monats-Vignetten

Für Familien, in denen mehrere Fahrzeuge benützt werden, kann sich die Rechnung lohnen, nicht für alle Fahrzeuge eine Jahresvignette anzuschaffen. Gleiches gilt für all jene, die vorhaben, sich noch heuer ein neues Auto zu kaufen. Auch in diesem Fall lohnen sich Überlegungen, ob man für einen Pkw nicht mit Zwei-Monats-Vignetten á 21,80 oder 10-Tages-Vignetten á 7,60 besser fährt als mit einer Jahresvignette á 72,60.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger; Roland Weber

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