• 28.01.2003, 13:17:20
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Ärztekammerchef warnt vor Köck-Studie in Wien

"Nicht den gleichen Fehler machen wie in den anderen Bundesländern" -Ärztekammer fordert Abkehr von der "Rationierungswut im Gesundheitswesen"

Wien (OTS) - "Die anderen Bundesländer haben genug Probleme mit
den sogenannten Studien des Gesundheitsökonomen Dr. Christian Köck."
Wien sei gut beraten, sich nicht dessen zweifelhaften
Einsparungsforderungen anzuschließen, die letztendlich zu einer
Aushöhlung des exzellenten Wiener Gesundheitssystems führen würden.
So scharf reagierte der Präsident der Ärztekammer für Wien, Prim. MR
Dr. Walter Dorner, auf die im heutigen "Standard" aufgestellte
Behauptung von Köck, wonach im stationären Bereich in Wien eine
Kostenreduktion von zehn Prozent möglich sei. ****

Natürlich könne man auch weiter den Rotstift ansetzen und auf
"Teufel komm raus" sparen, nur gehe das eben auf Kosten der
medizinischen Qualität und damit zulasten der Patienten, warnte
Dorner. Köck mache ein Gesundheitssystem, um das Österreich von
vielen europäischen Ländern beneidet werde, konsequent schlecht.

"Wenn Köck beispielsweise meint, daß ein guter Teil der Ressourcen
in Leistungen fließt, die keinen Nutzen bringen, dann vergißt er, daß
viele Untersuchungen nun einmal ein negatives Ergebnis bringen." Das
nenne man Ausschlußdiagnostik, was Gesundheitsökonomen, die statt
Patienten lediglich Zahlen im Kopf hätten, natürlich unbekannt sei,
so Dorner.

Köck verdiene genug mit seinen Studien, die für jedes Bundesland
das gleiche Konzept anbieten: Hunderte von Spitalsbetten
wegzurationalisieren und Spitäler zuzusperren. Dorner: "Ich frage
mich nur, wieso derselbe Herr Köck unentwegt Krankenhäuser aufkaufen
will, um zu zeigen, wie man diese gewinnbringend führen kann."
Jedenfalls werde er, Dorner, die Wiener Gesundheitsstadträtin bitten,
in Wien keinen Cent für solche Studien auszugeben. Dies sei
verschwendetes Geld, das man für sinnvollere Dinge im
Gesundheitswesen verwenden könne.

Dorner betonte, daß im Falle von weiteren Einsparungen im
Spitalsbereich in der Bundeshauptstadt der Großteil der Patienten mit
einer schlechteren Gesundheitsversorgung rechnen müsse: längere
Wartezeiten, mehr Zugangsbarrieren, kürzere Verweildauer und damit
die vielzitierte "Drehtür-Medizin". Der Ärztechef abschließend: "Wir
verfügen in Wien über eine stationäre Gesundheitsversorgung, die
weitgehend ohne den Rationierungsdruck von außen auskommt und damit
für die Patienten eine optimale Versorgung bietet. Sofern Wien von
den Studienergebnissen des Herrn Köck verschont bleibt, wird dies
auch in Zukunft so bleiben." (hpp)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
mailto:hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

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