Ärztekammerchef warnt vor Köck-Studie in Wien

"Nicht den gleichen Fehler machen wie in den anderen Bundesländern" -Ärztekammer fordert Abkehr von der "Rationierungswut im Gesundheitswesen"

Wien (OTS) - "Die anderen Bundesländer haben genug Probleme mit
den sogenannten Studien des Gesundheitsökonomen Dr. Christian Köck." Wien sei gut beraten, sich nicht dessen zweifelhaften Einsparungsforderungen anzuschließen, die letztendlich zu einer Aushöhlung des exzellenten Wiener Gesundheitssystems führen würden. So scharf reagierte der Präsident der Ärztekammer für Wien, Prim. MR Dr. Walter Dorner, auf die im heutigen "Standard" aufgestellte Behauptung von Köck, wonach im stationären Bereich in Wien eine Kostenreduktion von zehn Prozent möglich sei. ****

Natürlich könne man auch weiter den Rotstift ansetzen und auf "Teufel komm raus" sparen, nur gehe das eben auf Kosten der medizinischen Qualität und damit zulasten der Patienten, warnte Dorner. Köck mache ein Gesundheitssystem, um das Österreich von vielen europäischen Ländern beneidet werde, konsequent schlecht.

"Wenn Köck beispielsweise meint, daß ein guter Teil der Ressourcen in Leistungen fließt, die keinen Nutzen bringen, dann vergißt er, daß viele Untersuchungen nun einmal ein negatives Ergebnis bringen." Das nenne man Ausschlußdiagnostik, was Gesundheitsökonomen, die statt Patienten lediglich Zahlen im Kopf hätten, natürlich unbekannt sei, so Dorner.

Köck verdiene genug mit seinen Studien, die für jedes Bundesland das gleiche Konzept anbieten: Hunderte von Spitalsbetten wegzurationalisieren und Spitäler zuzusperren. Dorner: "Ich frage mich nur, wieso derselbe Herr Köck unentwegt Krankenhäuser aufkaufen will, um zu zeigen, wie man diese gewinnbringend führen kann." Jedenfalls werde er, Dorner, die Wiener Gesundheitsstadträtin bitten, in Wien keinen Cent für solche Studien auszugeben. Dies sei verschwendetes Geld, das man für sinnvollere Dinge im Gesundheitswesen verwenden könne.

Dorner betonte, daß im Falle von weiteren Einsparungen im Spitalsbereich in der Bundeshauptstadt der Großteil der Patienten mit einer schlechteren Gesundheitsversorgung rechnen müsse: längere Wartezeiten, mehr Zugangsbarrieren, kürzere Verweildauer und damit die vielzitierte "Drehtür-Medizin". Der Ärztechef abschließend: "Wir verfügen in Wien über eine stationäre Gesundheitsversorgung, die weitgehend ohne den Rationierungsdruck von außen auskommt und damit für die Patienten eine optimale Versorgung bietet. Sofern Wien von den Studienergebnissen des Herrn Köck verschont bleibt, wird dies auch in Zukunft so bleiben." (hpp)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0001