- 28.01.2003, 10:51:48
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Peter Kraus erhielt Silbernes Ehrenzeichen des Landes Wien
Wien (OTS) - Montag Nachmittag wurde dem Schlagerstar und
Entertainer Peter Kraus eine hohe Auszeichnung zuteil: Im
Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses überreichte ihm
Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny das Silberne Ehrenzeichen
für Verdienste um das Land Wien. An der Veranstaltung nahmen
zahlreiche Ehrengäste teil, darunter StR. Peter Marboe und
Gemeinderat Harry Kopietz.****
Mailath-Pokorny: Lebensgefühl einer Epoche
Wie Stadtrat Mailath-Pokorny in seiner Rede betonte, habe Peter
Kraus den Rock'n'Roll nach Österreich gebracht. Der Künstler habe das
Lebensgefühl der 50er Jahre wie kein anderer verkörpert. Fetziger
Rock'n'Roll, gefühlvolle Lieder, ein Publikum das - je nach dem -
brodelt und schmilzt. In den 60er Jahren sei er in vielen
Jugendzimmern präsent gewesen. Nicht nur mit seiner Stimme auf
Schallplatte, sondern als erster männlicher Starschnitt im
Kult-Jugendmagazin Bravo. 50 Jahre im Showbusiness seien
außergewöhnlich und höchst bemerkenswert - besonders in einer Zeit
der schnellen, kurzlebigen Erfolge, der Retortenbands und Stars, die
mehr durch negative Schlagzeilen auffallen als durch ihr Können.
Edlinger: Fast ein Phänomen
Anschließend bat StR. Mailath-Pokorny einen Mann ans Rednerpult,
der nach eigenen Worten seit seiner Jugend ein "stiller aber
beständiger" Fan von Peter Kraus ist: Bundesminister a.D. Rudolf
Edlinger. Die Musik dieses Sängers habe ihn stets beeinflusst, sie
könne Menschen erfreuen, führte er in launigen Worten aus. Das Schöne
daran sei, dass sie einfach ist und immer gut "rüber kommt". Häufig,
auch in Vorbereitung von schwierigen Verhandlungen und Gesprächen,
habe er als Untermalung Platten von Peter Kraus aufgelegt. Es sei ihm
ein persönliches Anliegen, "Danke" zu sagen.
Hofbauer: Alle lieben Peter
Schon in seiner Kindheit habe Peter Kraus eine große Rolle
gespielt, erinnerte sich Metropol-Chef Peter Hofbauer, der die
Laudatio hielt. Als er bei einer Kindertombola ein Transistorradio
gewonnen hatte, habe er, so oft er es aufgedreht hatte, Peter "Diana"
singen gehört. Zum Comeback Mitte der 80er Jahre merkte er an, dass
er damals zwar noch nicht im Metropol gearbeitet habe, aber bei der
TV-Aufzeichnung im ORF verantwortlicher Redakteur gewesen sei. Auf
drei Generationen träfe im wahrsten Sinne des Wortes die Bezeichnung
"Alle lieben Peter" zu - vom Rock-Opa bis zum Hip-Hop-Enkerl.
Besonders würdigte er auch den Menschen Peter Kraus, dieser sei nie
grantig - das trenne ihn vom echten Wiener.
Peter Kraus: Vier Meilensteine
Als er im Alter von 17 Jahren erstmals im Konzerthaus gesungen
habe und danach das Mobiliar zertrümmert worden ist, hätte er sich
nicht erwartet, jemals von dieser Stadt ausgezeichnet zu werden,
führte Peter Kraus in seinen Dankesworten aus. Aber er sei sehr stolz
darauf. Vier wesentliche Meilensteine seines Lebens hätten sich in
Wien abgespielt. Hier hatte er von 1956 bis 1965 alle seine Platten
aufgenommen, in dieser Stadt habe er seine damals wie heute schönste
Wienerin, Gattin Ingrid kennen und lieben gelernt. Meilenstein Nummer
drei war das Comeback, das im Metropol seinen Anfang genommen hat und
nicht zuletzt würdigte Peter Kraus das Fechter-Management, das seit
knapp 20 Jahren von Wien aus erfolgreich für ihn arbeitet. Ein
"falscher Wiener" zu sein, habe ihm Glück gebracht. Den zahlreichen
Gästen im Stadtsenatssitzungssaal sagte er, "der Peter Kraus den Sie
kennen, wäre ohne Wien nicht möglich gewesen". Er liebe die Menschen
dieser Stadt, die Weltstadtatmosphäre und den Heurigen.
50 Jahre in vier Absätzen
Peter Kraus, geboren am 18. März 1939 in München, startete seine
künstlerische Karriere mit einem Film, der "im neuen Gewand" derzeit
in den Wiener Kinos läuft. Als "Johnny" wirkte er 1953 in der
Erstverfilmung von Erich Kästners "Das fliegende Klassenzimmer" mit,
prominente Partner waren damals Paul Dahlke und Paul Klinger. Der
Film zieht sich wie ein roter Faden durch die Laufbahn des Künstlers.
Zunächst waren es ernste Rollen, etwa "Die Frühreifen" oder "Der
Pauker" als Partner von Heinz Rühmann, später auf ihn zugeschnittene
Musikfilme, die sich zu den Film-Bestsellern des jeweiligen Jahres
entwickelten. Als Beispiele seien "Alle lieben Peter", "Melodie und
Rhythmus", "Wenn die Conny mit dem Peter" und "Conny und Peter machen
Musik" genannt. In den 80er Jahren spielte er in drei Filmen von
Hans-Christoph Blumenberg mit, "Tausend Augen" entwickelte sich zu
einem weiteren großen Erfolg. Insgesamt wirkte er bis heute in 24
Kino-Spielfilmen mit. Dazu kommen zahlreiche Fernsehfilme - mit und
ohne Musik - in denen er seine Vielseitigkeit nachhaltig unter Beweis
stellen konnte.
Dennoch ist der Name Peter Kraus untrennbar mit Rock'n'Roll und
Schlagern verbunden. Bis heute hat er insgesamt 17 Millionen
Schallplatten verkauft, mehr als 700 Titel auf Tonträger aufgenommen,
die ersten 200 in den Austrophon-Studios im Wiener Konzerthaus. Das
allererste Lied, "Die Straße der Vergessenen" entstand am 30.
November 1956. Wie sehr seine Hits zu Evergreens geworden sind,
zeigen einige Aufnahmedaten: "Wenn Teenager träumen" entstand am 23.
November 1957, "Sugar Baby" am 8. September 1958 und seine bei jedem
Konzert vom Publikum eingeforderte Ballade "Schwarze Rose, Rosemarie"
wurde am 10. Juli 1961 aufgenommen.
Als in den 60er Jahren, angeführt von den Beatles und den
Rolling Stones englisch sprachige Melodien in die Hitparaden
drängten, wurde es um den Sänger Peter Kraus ruhiger. In dieser Zeit
kam ihm seine solide Grundausbildung zugute, für die sich sein Vater
Fred Kraus, ein bekannter Kabarettist, Schauspieler und
Theaterdirektor, massiv eingesetzt hatte. Peter Kraus, der eine
vielseitige Ausbildung hinter sich hat, zu der u.a. Ballett,
Jazztanz, Stepptanz gehören, aber auch Regie führen, wirkte in
Musicals mit, spielte in den Wiener Kammerspielen Theater, kreierte
mit "Bäng Bäng" deutschsprachige Comedy-Shows und war Stammgast im
Fernsehen. Seine Shows "Herzlichst Ihr Peter Kraus", "8x1 nach Noten"
und "Hallo Peter" gehörten zu Fixpunkten mit hohen Einschaltziffern.
Ein in diesem Ausmaß unerwartetes Comeback gelang Peter Kraus im
Jahre 1985 mit der Nostalgie-Show "Als Teenager träumten" im Wiener
Metropol. Nach dem diese Show mehr als 70 Mal vor ausverkauften Haus
lief, und anschließend auch in deutschen Städten zu sehen war, setzte
ein Run auf Peter Kraus Konzerte ein. Pro Jahr steht er heute wieder
rund 80 Mal auf der Bühne und wenn er nach zweieinhalb Stunden auch
noch so erschöpft ist, geht das Publikum ohne zahlreiche Zugaben
nicht nach Hause. Zuletzt gastierte Peter Kraus am 21. November in
der Kurhalle Oberlaa, wo er seine aktuelle Show "Zeitlos"
präsentierte.
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(Schluss) ull/vo
Rückfragehinweis:
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Peter Ullmann
Tel.: 4000/81 081
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