ÖGB: Arbeitnehmerveranlagung zahlt sich auch für PensionistInnen aus

ÖGB-PensionistInnen helfen beim Weg durch den Papierdschungel

Wien (ÖGB). Viele PensionistInnen verzichten auf den Jahresausgleich. Sie glauben, der Aufwand lohnt sich nicht. Doch das ist ein Irrtum. "Auch wir Älteren haben die Möglichkeit, uns im Weg der Arbeitnehmerveranlagung Geld zurückzuholen", erklärt Werner Thum, Steuerexperte im Präsidium der ÖGB-PensionistInnen. Unter dem Motto "Sparen Sie sich Ihre Steuer" beraten die ÖGB-PensionistInnen diese Woche pensionierte Gewerkschaftsmitglieder beim Ausfüllen der Steuer-Formulare.++++

Bei den letzten Pensionsanpassungen wurde ein Teil der Teuerung nur in Form von Einmalzahlungen abgegolten. Das führte in manchen Fällen dazu, dass die PensionistInnen in eine höhere Steuerstufe rutschten. Die Folge: Ein Gutteil der Einmalzahlung wurde durch die Steuer "aufgefressen". Ein Teil dieses Geldes kann mittels Jahresausgleich - der auch für die PensionistInnen im Amtsdeutsch Arbeitnehmerveranlagung heißt - wieder zurückgeholt werden. Für diese freiwillige Veranlagung hat man fünf Jahre Zeit.

"Vor allem für jene, die eine relativ niedrige Monatspension, so zwischen 727 Euro und 945 Euro brutto haben, rentiert es sich", sagt Werner Thum. Rechnet man das Guthaben aus den vier Jahren seit 1999, dem Jahr der Einführung der Einmalzahlung, zusammen, bekommen BezieherInnen einer Pension von 727 Euro allein aus den Einmalzahlungen rund 44,49 Euro zurück. Ist man in keine höhere Steuerstufe gerutscht, gibt es aus der Einmalzahlung nichts retour. Alle PensionistInnen, die Lohnsteuer zahlen, können auf dem Weg der Arbeitnehmerveranlagung aber eine Reihe von Aufwendungen geltend machen.

Das Um und Auf: Rechnungen sammeln

Spitals- und Medikamentenkosten, aber auch die Kosten für eine Kur, für Brillen oder Hörapparate können - unter Berücksichtigung eines vom Einkommen abhängigen Selbstbehaltes - steuermindernd geltend gemacht werden. "Voraussetzung dafür ist, dass man Belege hat", sagt Thum. Liegt eine Erwerbsminderung von mindestens 25 Prozent vor, kommt gar kein Selbstbehalt zum Tragen und ein pauschaler Freibetrag steht zu. Auch Gewerkschaftsbeiträge, Beiträge zu Pensionistenorganisationen und Kirchenbeiträge können PensionistInnen in der Arbeitnehmerveranlagung anführen - sofern die Beitragszahlungen nicht schon im Vorhinein bei der Berechnung der Steuer berücksichtigt wurden. Werner Thum: "Wir helfen unseren pensionierten Mitgliedern gern bei der Arbeitnehmerveranlagung. Wir bieten diese Woche in der ÖGB-Zentrale in Wien persönliche Beratung an. Darüber hinaus stehen wir jeden Montag Vormittag über unsere Telefon-Hotline für Fragen zur Verfügung."

Aktion "Sparen Sie sich Ihre Steuer" - Beratungstermine:

- Persönliche Beratung: Diese Woche bis einschließlich 31. Jänner 2003, jeweils von 9 bis 13 Uhr, in der ÖGB-Zentrale, 1010 Wien, Wipplingerstraße 35, Lehrsaal I.

- Telefonisch: Diese Woche bis einschließlich 31. Jänner, täglich von 9 bis 13.00 Uhr und jeden Montag von 9 bis 11 Uhr. Tel.Nr.: 01/534 44-313.

- In den Bundesländern helfen auch die ÖGB-Landesexekutiven. (mfr)

ÖGB, 28. Jänner 2002
Nr. 043

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