EU-Agrarreform: Scheuch zieht erste Analyse Utl: "Finanzielle Absicherung der heimischen Bauern nicht ausreichend gewährleistet!"

Wien, 2003-01-27 (fpd) - Eine erste Analyse der geplanten Agrarreform von EU Kommissar Fischler kam heute vom freiheitlichen Agrarsprecher, NRAbg. Dipl.-Ing. Uwe Scheuch. "In einigen Bereichen hat Fischler die Notwendigkeit einer Reform erkannt", so Scheuch, doch müsse man sich seine Vorstellungen erst im Detail anschauen, bevor man ein endgültiges Urteil fällt. ****

Scharfe Kritik erntet Agrarkommissar Fischler für die geplanten Kürzungen der Ausgleichszahlungen. "Der Bauernbund hat stets versprochen, dass es zu keinen Kürzungen kommen wird, und nun werden wir sie beim Wort nehmen", so Scheuch in Richtung ÖVP. "Es darf nicht sein, dass die geplante Erweiterung nun erst recht von den heimischen Bauern bezahlt werden muss", ist Scheuch überzeugt. Die dynamische Modulation sei in der jetzigen Form nicht haltbar. "Einerseits ist die 5.000€ Obergrenze viel zu niedrig, andererseits muss es eine Deckelung nach oben geben."

Sehr erfreut zeigte sich Scheuch über die Tatsache, dass man mit dem Erhalt der Milchquote bis zum Jahr 2014 den Forderungen der Freiheitlichen Bauernschaft nach einer langfristigen Absicherung der österreichischen Milchbauern nachgekommen ist. "Für unsere klein- und mittel strukturierten Betriebe im Berggebiet ist die Milchquote überlebenswichtig!", argumentiert Scheuch. Er äußerte in diesem Zusammenhang allerdings auch seinen Unmut zu den geplanten Kürzungen der Interventionspreise bei Milchpulver und Butter, da dies wiederum einen Teil des bäuerlichen Einkommens verringern würde.

Begrüßt wird das Bestreben nach EU-weit einheitlichen Umwelt- und Tierschutzstandards, wobei Scheuch die ÖVP auch hier an ihren Taten und nicht an den Versprechungen messen wolle.

Der zentrale Punkt der geplanten Reform sei jedoch die Entkoppelung der Förderung. Wenn dadurch ein gewisses Grundeinkommen für den Landwirt geschaffen wird, und er zusätzlich bei der Produktion mehr Entscheidungsfreiheit erhält, so ist dieser Vorschlag laut Scheuch zu begrüßen. "Mit der Schaffung eines Sockelbetrages oder Basiseinkommens für die Bauern wird der freiheitliche Huberplan nach jahrelangen Forderungen seitens der FPÖ endlich umgesetzt!", zeigt sich Scheuch sichtlich erfreut. "Wie in vielen anderen wichtigen Fragen besinnen sich die ÖVP Funktionäre nach und nach auf Freiheitliche Ideen!".

Die Freiheitliche Bauernschaft werde sich in den nächsten Tagen intensiv mit den Vorschlägen beschäftigen, und in jenen Punkten, in welchen die Meinungen auseinander gehen, dementsprechende Gegenvorschläge präsentieren. "Wir werden auch in Zukunft der Anwalt der Bäuerinnen und Bauern dieses Landes bleiben!", so Scheuch abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitliches Pressereferat

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFC0002