- 27.01.2003, 12:06:05
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infra-Verkehrskonferenz fordert Maßnahmen der Politik
Die sieben Gewerkschaften unterzeichnen Forderungskatalog
Wien (infra/ÖGB). Mit der heutigen ersten einer ganzen Reihe von
sogenannten Branchenkonferenzen setzen die infra - Gewerkschaften
eine strategische Maßnahme. Diese Branchenkonferenzen sollen dazu
dienen, Problemfelder darzulegen, Lösungen aufzuzeigen und damit die
Verantwortlichen zu konfrontieren. Ziel ist jedoch nicht die bloße
Konfrontation, sondern die Verbesserung der jeweilig untragbaren
Situation für die Betroffenen.++++
"Forderungspapiere zu schreiben, ist eine Sache, sie zu übergeben
eine andere. Bei unserer Forderungsmaßnahme kommt noch ein
wesentlicher Faktor hinzu. Wir werden unsere Forderungen ständig
wiederholen, deren Umsetzung konsequent urgieren, die
Verantwortlichen mahnen und wenn notwendig, Maßnahmen setzen, die
über eine Korrespondenz hinausgeht. Denn wenn es um die Interessen
der Menschen in unserem Land geht, wird nur das Papier geduldig
sein", sagte Günter Weninger, Sprecher der infra, bei der heutigen
Branchenkonferenz "Verkehr" in Anwesenheit von ÖGB-Präsident
Verzetnitsch.
Die Hauptaussage dieser Verkehrskonferenz war ein eindeutiges,
einhelliges und eindringliches Verlangen, die GATS-Verhandlungen zu
stoppen. Alle Vorsitzenden bekannten sich auch schriftlich dazu,
diese Geheimverhandlungen zu beenden. Denn das GATS-Abkommen bringe
der Bevölkerung auf vielen Ebenen nur Schaden und zwar in Form massiv
überhöhter Preise verbunden mit sinkender Qualität.
Wilhelm Haberzettl, Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft,
warnte eindringlich vor den Gefahren der Bahnliberalisierung: "Wir
haben die verantwortlichen Politiker rechtzeitig und eindringlich vor
den Folgen gewarnt. Mehr als einmal. Die Zeit läuft bis zum Stichtag
bald ab. Bei der Senkung der Sicherheit im Eisenbahnbetrieb tun wir
nicht mit. Gefahren im Bahnbetrieb gibt es mit uns nicht. Wenn keiner
die Notbremse zieht, haben wir das zu tun", argumentierte Haberzettl.
Auch der Chef der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr, Willibald
Steinkellner, stieß die selben Warnungen aus und sieht den Zeitpunkt
des Handelns gegeben: "Kein Stopp des GATS-Abkommens hätte Folgen mit
Folgen. Diese sind heute erst grob abzuschätzen. Daher verlangen wir
gemeinsam einen sofortigen Stopp."
"GATS ist nicht nur ein Thema für Insider, GATS geht uns alle an",
formuliert der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe,
persönlicher Dienst, Rudolf Kaske, seine Ablehnung gegen diese
Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Kaske weiter: "Fast alle
Erfahrungen der Liberalisierung zeigen, dass es durch die Abnahme der
Versorgungsqualität und dem Anstieg der Tarife nur einen Sieger geben
wird: Die Gewinnmaximierung einiger Konzerne."
(Fortsetzung)
ÖGB, 27. Jänner 2002
Nr. 037
Rückfragehinweis: infra-PR-Koordination
Hari Schörner
Tel.: (01) 534 44/414
Mobil: 0664 614 52 11
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