• 27.01.2003, 11:16:23
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Geisterfahrer - Wer fährt verkehrt?

KfV setzt auf Bewusstseinsbildung der Zielgruppe "männlich, alkoholisiert und orientierungslos" und unterbreitet Vorschläge zur besseren Verkehrsführung bei Geisterfahrer-Problematik.

Wien (OTS) - Laut der aktuellen Ö3-Statistik wurde für das Jahr
2002 eine Steigerung der Geisterfahrermeldungen von 15 Prozent
verzeichnet. Die Meldungen stiegen von 444 im Jahr 2001 auf 510 im
vergangenen Jahr. Wie Ö3 in einer Presseaussendung verlautbarte,
mussten im vergangenen Jahr drei Menschen in Zusammenhang mit
Geisterfahrerunfällen ihr Leben lassen.

Der "typische" Geisterfahrer
"Männlich, alkoholisiert und orientierungslos" lautet die
Kurzbeschreibung des typischen Geisterfahrers. Jeder zweite
Geisterfahrer ist alkoholisiert, jeder dritte Lenker wird von
Orientierungsverlust befallen, sobald er auf die Autobahn auffährt
und etwa jeder fünfte Geisterfahrer fährt bewusst oder absichtlich
falsch auf. Gründe dafür: Unter anderen vergessene Regenschirme oder
verlorene Scheibenwischer.

Verbesserte Beschilderung statt "Kralle"
Vorschläge des KfV, damit Richtigfahrer nicht verkehrt fahren, liegen
in einer einheitlichen und eindeutigen Beschilderung für alle
Einmündungs- und Übergangsbereiche. Der Informationsgehalt der
Vorwegweiser ist bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 100km/h
einfach zu hoch. Weiters sollen Wegweiser im Blickfeld des Fahrers
angebracht sein, Bodenmarkierungen eine eindeutige Linienführung
gewährleisten und schließlich ist ein annähernd gleiches
Geschwindigkeitsniveau anzustreben. Geisterfahrerwarntafeln und
Richtungspfeile können das Problem verstärkt ins Bewusstsein rufen
und nur in Ausnahmefällen sollten mechanische Sperren, wie die
"Kralle" zum Einsatz kommen.

KfV-Studie: Sicherste Kreuzungsform Kreisverkehr
Laut einer KfV-Studie ist der Kreuzungsbereich Autobahn/Bundesstraße
für potenzielle Geisterfahrer am gefährlichsten und sollte daher
übersichtlich gestaltet sein. Rund 44% Prozent fahren hier falsch
auf. Als sicherste Kreuzungsform gilt der Kreisverkehr. 22 Prozent
der Fahrer ordnen sich zwischen Abschnitten mit bzw. ohne bauliche
Trennung auf der Rampe oder auf der Hauptfahrbahn falsch ein. 4,5
Prozent der Geisterfahrer verpassen die richtige Auffahrt und von
einer Raststation verirren sich rund 3 Prozent der Geisterfahrer.
Vorsicht ist bei Kamikaze-Fahrern geboten. Rund 20 Prozent fühlen
sich zu einem unerlaubten Wendemanöver veranlasst.

Was tun, wenn man selbst zum Geisterfahrer wird?
Wer den Fehler macht, als Geisterfahrer auf die Autobahn aufzufahren,
muss unmittelbar die Warnblinkanlage einschalten und das Fahrzeug so
weit wie möglich an den nächsten Fahrbahnrand lenken und dort
anhalten. In solch einer Situation darf man keinesfalls die Nerven
verlieren - die Devise lautet Ruhe bewahren und auf keinen Fall das
Fahrzeug wenden! Der Unglückslenker sollte nicht aus seinem Auto
aussteigen, sondern das Eintreffen der Exekutive abwarten. Falls es
möglich ist, sollte man per Mobil-Telefon selbst die Exekutive
verständigen.

Was tun, wenn man einem Geisterfahrer begegnet?
Im Falle einer Begegnung mit einem Geisterfahrer, oder bei einer
Geisterfahrermeldung, verhält man sich am Sichersten, indem man
rechts fährt und die Geschwindigkeit stark reduziert. Auf keinen Fall
sollte man ein anderes Fahrzeug überholen. Wer ein Mobiltelefon
besitzt, soll die Exekutive informieren. Alle anderen haben die
Möglichkeit über die Notrufsäule die Autobahnmeisterei zu erreichen.
Wichtig: Bei dem Telefonanruf sind genaue Ortsangaben unbedingt
erforderlich!

"Durch richtiges Verhalten von Kraftfahrern können Geisterfahrten,
Konflikte und Unfälle vermieden werden. Eine Verringerung der Zahl
der alkoholisierten Autolenker kann durch Aufklärungsarbeit,
Öffentlichkeitsarbeit sowie verstärkte Überwachung in Bezug auf
Alkohol und Drogen, erreicht werden. In der Fahrschulausbildung
sollte das richtige Verhalten nach Geisterfahrerwarnungen besprochen
werden. Aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit muss dem richtigen
Verhalten Aufmerksamkeit geschenkt werden", so Dr. Othmar Thann,
Direktor der Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (01) 717 70 - 225
mailto:pr@kfv.at
http://www.kfv.at

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