Wiener Umweltanwaltschaft: Schutz für Wiener Bioanbaugebiete

Neues Positionspapier zu Gentechnik, Naturschutz und Landwirtschaft

Wien (OTS) - "In und um die Wiener Naturschutzgebiete sowie rund
um Bioanbaugebiete dürfen auch in Zukunft keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden", fordert am Montag die Wiener Umweltanwältin Dr. Andrea Schnattinger.

Wird das EU-Moratorium zur Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen aufgehoben, ist ein Anbau prinzipiell möglich. Daher besteht ein Handlungsbedarf, wenn man sensible Gebiete in Wien schützen will. Neue Rechtsstudien haben gezeigt, dass flächendeckende gentechnikfreie Zonen pro Bundesland rechtlich nicht abzusichern sind. Im Wiener Landtag gab es im letzten Jahr erste Anträge der SPÖ und der Grünen zu Gentechnik-Regelungen auf Landesebene. Niederösterreich setzt auf freiwillige gentechnikfreie Zonen, in Oberösterreich liegt der Entwurf eines Landesgesetzes vor und im Burgenland eine Resolution des Landtages.

Eine Verknüpfung mit konkreten Schutzzielen hat aber nach Recherchen der Wiener Umweltanwaltschaft, die in dem Positionspapier "Argumente und Optionen für die Einrichtung von gentechnikfreien Bewirtschaftungszonen im Bundesland Wien" zusammengefasst sind, die besten Erfolgschancen.****

Natura 2000-Gebiete als Schutzzonen - Wiener Biolandbau absichern

Die Wiener Umweltanwältin Dr. Andrea Schnattinger schlägt daher nach Durchsicht der einschlägigen Studien und ersten ExpertInnengesprächen vor: "Für die vier ausgewiesenen Natura 2000-Gebiete Wiens soll ein Freisetzungsverbot im Naturschutzgesetz verankert werden. Zusätzlich ist es sinnvoll diese vier Gebiete sowie jene Felder in Wien, auf denen Bioanbau betrieben wird, durch Pufferzonen zu schützen".

"Gentechnisch veränderte Pflanzen verunreinigen je nach Pollengröße und Befruchtungsart über Wind oder Insekten umliegende Pflanzen, jedoch in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Die Größe der Pufferzonen, in denen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen verboten ist, soll daher vom tatsächlichen Risiko abhängig gemacht werden", ergänzt DI Marion Jaros, Autorin des neuen Positionspapiers der Wiener Umweltanwaltschaft.

Der großflächige Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen führt zu deutlichen Verunreinigungen von gentechnikfreien Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten, sodass Biobauern, deren Produkte gentechnikfrei sein müssen, in ihrer Existenz bedroht wären.

"KonsumentInnen fragen vermehrt Bioprodukte nach. Die Stadt Wien selbst kauft für Spitäler und Kindertagesheime bereits namhafte Mengen an biologischen Lebensmitteln ein. Ein zusätzlicher Schutz für Bioanbauflächen ist daher nur logisch", betont Dr. Schnattinger abschließend.

Das Positionspapier ist im Internet unter http://www.wien.gv.at/wua/ zu finden, oder unter der Telefonnummer 01/37979 - 88 988 zu bestellen. (Schluss) ru

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DI Marion Jaros,
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Tel.: 01/37979-88994
e-mail: jar@wua.magwien.gv.at
Romana Uhyrek
Wiener Umweltanwaltschaft
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