- 27.01.2003, 10:55:19
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Wiener Umweltanwaltschaft: Schutz für Wiener Bioanbaugebiete
Neues Positionspapier zu Gentechnik, Naturschutz und Landwirtschaft
Wien (OTS) - "In und um die Wiener Naturschutzgebiete sowie rund
um Bioanbaugebiete dürfen auch in Zukunft keine gentechnisch
veränderten Pflanzen angebaut werden", fordert am Montag die Wiener
Umweltanwältin Dr. Andrea Schnattinger.
Wird das EU-Moratorium zur Freisetzung von gentechnisch
veränderten Organismen aufgehoben, ist ein Anbau prinzipiell möglich.
Daher besteht ein Handlungsbedarf, wenn man sensible Gebiete in Wien
schützen will. Neue Rechtsstudien haben gezeigt, dass flächendeckende
gentechnikfreie Zonen pro Bundesland rechtlich nicht abzusichern
sind. Im Wiener Landtag gab es im letzten Jahr erste Anträge der SPÖ
und der Grünen zu Gentechnik-Regelungen auf Landesebene.
Niederösterreich setzt auf freiwillige gentechnikfreie Zonen, in
Oberösterreich liegt der Entwurf eines Landesgesetzes vor und im
Burgenland eine Resolution des Landtages.
Eine Verknüpfung mit konkreten Schutzzielen hat aber nach
Recherchen der Wiener Umweltanwaltschaft, die in dem Positionspapier
"Argumente und Optionen für die Einrichtung von gentechnikfreien
Bewirtschaftungszonen im Bundesland Wien" zusammengefasst sind, die
besten Erfolgschancen.****
Natura 2000-Gebiete als Schutzzonen - Wiener Biolandbau
absichern
Die Wiener Umweltanwältin Dr. Andrea Schnattinger schlägt daher
nach Durchsicht der einschlägigen Studien und ersten
ExpertInnengesprächen vor: "Für die vier ausgewiesenen Natura
2000-Gebiete Wiens soll ein Freisetzungsverbot im Naturschutzgesetz
verankert werden. Zusätzlich ist es sinnvoll diese vier Gebiete sowie
jene Felder in Wien, auf denen Bioanbau betrieben wird, durch
Pufferzonen zu schützen".
"Gentechnisch veränderte Pflanzen verunreinigen je nach
Pollengröße und Befruchtungsart über Wind oder Insekten umliegende
Pflanzen, jedoch in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Die Größe der
Pufferzonen, in denen die Freisetzung von gentechnisch veränderten
Organismen verboten ist, soll daher vom tatsächlichen Risiko abhängig
gemacht werden", ergänzt DI Marion Jaros, Autorin des neuen
Positionspapiers der Wiener Umweltanwaltschaft.
Der großflächige Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen führt
zu deutlichen Verunreinigungen von gentechnikfreien Lebensmitteln mit
gentechnisch veränderten, sodass Biobauern, deren Produkte
gentechnikfrei sein müssen, in ihrer Existenz bedroht wären.
"KonsumentInnen fragen vermehrt Bioprodukte nach. Die Stadt Wien
selbst kauft für Spitäler und Kindertagesheime bereits namhafte
Mengen an biologischen Lebensmitteln ein. Ein zusätzlicher Schutz für
Bioanbauflächen ist daher nur logisch", betont Dr. Schnattinger
abschließend.
Das Positionspapier ist im Internet unter
http://www.wien.gv.at/wua/ zu finden, oder unter der Telefonnummer
01/37979 - 88 988 zu bestellen. (Schluss) ru
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
DI Marion Jaros,
Wiener Umweltanwaltschaft,
Tel.: 01/37979-88994
e-mail: [email protected]
Romana Uhyrek
Wiener Umweltanwaltschaft
Tel.: 01/37979-88985
e-mail: [email protected]
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