- 22.01.2003, 14:29:42
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Projekt "MUT - Mädchen und Technik" vorgestellt
60 Prozent der Mädchen entscheiden sich für drei Lehrberufe
St.Pölten (NLK) - Was kann man tun, damit Mädchen und Frauen auch
nichttraditionelle Lehrberufe ergreifen? Eine Antwort darauf gaben
heute Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Landesrätin
Christa Kranzl in einer Pressekonferenz im Landhaus in St.Pölten,
nämlich mit der Vorstellung des Projektes "MUT - Mädchen und
Technik". "MUT" wird von sieben Landesfrauenbeauftragten, dem Bund
und von 11 Organisationen getragen. An diesem Projekt nehmen 770
Mädchen aus dem ländlichen Raum teil, die aus sieben Bundesländern
kommen. In Niederösterreich, wo an diesem Projekt SchülerInnen der 7.
bis 9. Schulstufe nicht flächendeckend, sondern in fünf Standorten
mitmachen, ist zudem der Verein Sunwork eingebunden. Das Projekt wird
zu 37 Prozent vom Bund, zu 17 Prozent von sieben Bundesländern -
außer Burgenland und Wien - und zu 46 Prozent vom Europäischen
Sozialfonds bezahlt. Die Gesamtkosten betragen 930.369 Euro.
Derzeit wählen fast 60 Prozent der Mädchen von fast 270 Lehrberufen
nur drei - Einzelhandelskauffrau mit 27, Bürokauffrau mit 20 und
Friseurin mit 12 Prozent, sagte Prokop. Die eingeschränkte Berufswahl
bei Mädchen und Frauen wirke sich vielfach negativ aus. Dazu gehöre
eine hohe Konkurrenz am Arbeitsmarkt gerade in den Berufen, die von
Mädchen favorisiert werden. "Es drängen alle Mädchen in diese schmale
Schiene", so Prokop, die auch auf ein niedriges Einkommen verwies,
weil die Nachfrage natürlich hier konzentriert sei. Das bedeute
letztendlich auch niedrigere Pensionsansprüche für Frauen und zudem
gravierende Nachteile bei einem Berufsumstieg. Das Projekt "MUT", das
24 Monate dauert, sei dreistufig: Auch eine Potenzialanalyse, um die
Fähigkeiten von Mädchen in technisch-handwerklichen Berufen zu
erkennen, folge eine individuelle Beratung und schließlich das
praktische Ausprobieren und das Arbeiten am Produkt in Workshops.
Prokop wandte sich auch ausdrücklich gegen Klischeevorstellungen:
"Die Argumente sind leicht zu entkräften, aber sie kommen bekanntlich
immer wieder."
"Warum sollte eine Frau nicht ein gleich guter Elektriker oder
Feinmechaniker sein?", fragte Kranzl gleich zu Beginn. Dieses Projekt
sei jedenfalls eine wesentliche Initiative zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit, besonders der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren.
Immerhin seien 2002 im Jahresschnitt 38.424 Menschen in
Niederösterreich arbeitslos gewesen, um 12,5 Prozent mehr als im Jahr
2001. Daher rate sie allen Mädchen, eine bestmögliche Schulausbildung
zu absolvieren, die eigenen Fähigkeiten ganz genau zu hinterfragen,
rechtzeitig mit der Lehrplatzsuche zu beginnen, sich über alle
Angebote von Schulungen zu informieren und an etwa diesem Projekt
oder an einschlägigen anderen Projekten teilzunehmen.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005-12312
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