Studienbeiträge beibehalten - Regelstudienzeit an Mindeststudienzeit heranführen

Hochhauser: Wirtschaft für Reform und Verbesserung der Studienförderung

Wien (PWK028) - "Die steigenden Studentenzahlen und das Plus bei
den Studienanfängern zeigen, dass die mittlerweile seit 3 Semestern existierenden Studienbeiträge nicht zu den befürchteten Drop-Out-Raten geführt haben. Anscheinend tragen die Studienbeiträge dazu bei, dass effizienter studiert wird und bei der Wahl der Studienrichtung die späteren beruflichen Möglichkeiten intensiver abgewogen werden", betonte heute, Freitag, die neue stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, Anna-Maria Hochhauser. So zeigt der neue Hochschulbericht des bm:bwk, dass die Zahl der aktiv Studierenden gleich geblieben ist und bei der Zahl der Graduierungen im Studienjahr 2000/01 sogar der bisherige Höchststand erreicht werden konnte. Auch der erste Rückgang der Studienanfängerzahlen konnte mittlerweile kompensiert werden. Aus Sicht der Wirtschaft habe die Einführung der - durch mehr und höhere Studienbeihilfen abgefederten - Studienbeiträge zu einem verstärkten Leistungsdenken an der Universität geführt, das zu begrüßen sei.

Zentrales Anliegen der nächsten Jahre sei, so Hochhauser, die Verbesserung der Studienbedingungen, sodass es jedem Studierenden grundsätzlich möglich sein sollte, das gewählte Studium auch in der Regelstudienzeit abzuschließen. Um Engpässe bei der Besetzung von Akademikerarbeitsplätzen zu vermeiden, habe, so Hochhauser, "die Wirtschaft ein Interesse daran, dass möglichst viele, bedarfsorientiert ausgebildete Jungakademiker ihr Studium in Bestzeit abschließen können". Eine Heranführung der Regelstudienzeit an die Mindeststudiendauer ermögliche den Absolventen nicht nur einen schnelleren Eintritt in die Arbeitswelt, sondern würde die Kosten für die Ausbildung senken. "Dafür muss aber auch Geld in die Hand genommen werden", so die WKÖ-Generalin.

Das Argument, dass Studienbeiträge eine Hürde für sozial benachteiligte Gruppen darstellen, sei 2003 in Verbindung mit verbesserten Stipendien nicht mehr haltbar. Die eigentlichen Ursachen für die höhere Studierquote bei Kindern von Besserverdienenden liege bereits bei der Schullaufbahnentscheidung sowie bei den Ausbildungs-und Studienmöglichkeiten für Berufstätige. Um aber die Situation für berufstätige Studierende - zwischen 40 und 60 Prozent - und Studierende mit Betreuungspflichten weiter zu verbessern, kann sich Hochhauser die vermehrte Einführung von Teilzeitstudien vorstellen:
"Dann müssen wir aber auch darüber nachdenken, ob es berechtigt ist, diesen Teilzeit-Studenten auch den vollen Studienbeitrag in Rechnung zu stellen. Prinzipiell spricht jedoch nichts gegen eine Beibehaltung der Studienbeiträge". (us)

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