- 17.01.2003, 12:26:19
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Afghanistan: Hilfe ist ein Wettlauf gegen das Vergessen
Caritas startet Schul- und Ausbildungsprojekt für Frauen in Nord-Afghanistan mit tatkräftiger Unterstützung der österreichischen Wirtschaft
Wien (OTS 17.1. 2003) Ein Jahr nach Ende des Krieges in Afghanistan
hat sich die Situation für die Menschen in Afghanistan zwar ein
wenig verbessert, es fehlt aber nach wie vor an lebensnotwendigen
Dingen. Die Caritas setzt einen weiteren Hilfsschwerpunkt im Norden
Afghanistan in Konduz und startet ein Bildungs- und
Beschäftigungsprojekt für Mädchen und Frauen. "Nur durch Bildung und
Arbeit lässt sich die Situation verändern", unterstreicht Caritas
Mitarbeiter Peter Quendler die Notwendigkeit des Projektes.
Gemeinsam mit dem Unternehmer Otto Hirsch und mit Unterstützung von
Wirtschaftskammerpräsident Dr. Christoph Leitl und der
oberösterreichischen Landtagspräsidentin Angela Orthner, gaben sie
heute den Startschuss zu diesem auf drei Jahre konzipierten und mit
einer Million Euro budgetierten Projekt.
Ziel ist es, einen Kindergarten und eine Schule für 200 Mädchen,
eine Produktion und Berufsausbildung für Schneiderei und Stickerei
für 40 Frauen einzurichten. Zusätzlich wird es ein Sozialzentrum und
eine Frauenberatungsstelle geben. "So können wir Frauen stärken und
ihnen mehr Freiheit und Selbstständigkeit geben", betont Angela
Orthner. Entwicklung muss in kleinen Schritten und durch die
betroffenen Menschen erfolgen, wir können sie dabei nur
unterstützen", so Orthner.
Wirtschaftskammerpräsident Leitl betont, dass die Wirtschaft mit
ihrem know-how und ihrer Einsatzbereitschat ein wichtiger Partner
bei der Verbesserung der Lebensbedingungen und der Armutsbekämpfung
in weniger entwickelten Ländern und Regionen der Erde ist. Das
Projekt "Solidarität gegen den Krieg" ist ein Musterbeispiel dafür
wie Hilfsorganisationen mit der Wirtschaft gemeinsam, das Prinzip
Hilfe zur Selbsthilfe realisieren.
Leitl fordert die Verantwortlichen in Österreich auch auf, sich
gerade in Zeiten der Budgetkonsolidierung sehr anzustrengen, das
gemeinsame europäische Ziel zu erreichen, bis zum Jahr 2006 mindest
0,33 % des BIP für Entwicklungshilfeprojekte bereitzustellen. Zur
Zeit liegt Österreich bei rund 0,25 %. Leitl verlangt auch die
steuerliche Absetzbarkeit von Spenden für soziale und
Entwicklungshilfeprojekte noch in dieser Legislaturperiode:
"Steuerliche Begünstigung für Entwicklungszusammenarbeit muss vor
dem Hintergrund einer gleichzeitigen Entlastung der öffentlichen
Hand gesehen werden. Das ist eine win-win-Situation für die
Entwicklungshilfe, der dann insgesamt mehr Mittel zur Verfügung
stehen und die staatlichen Resourcen."
Die Caritas hat in den letzten eineinhalb Jahren rund 600.000 Euro
an Hilfsleistungen in Afghanistan und für afghanische Flüchtlinge in
Pakistan organisiert. Dazu gehörte die Grundversorgung von
Flüchtlingen, Zusatzernährungsprogramme für unterernährte Frauen und
Kinder, Ausbildungs- und Schulungsprogramme, der Bau von
Notunterkünften sowie Instandsetzung der Wasserversorgung in
verschiedenen Regionen. Vor einem Jahr übernahm die Caritas darüber
hinaus auch die Verantwortung für das Distriktrankenhaus Koghiani,
wo in der Zwischenzeit umfassende Renovierungsarbeiten durchgeführt
wurden, die Ausstattung verbessert und zusätzliches ärztliches
Personal vor allem Gynäkologinnen und Hebammen aufgenommen wurden.
Somit konnte ein Beitrag zur medizinischen Grundversorgung für ein
Einzugsgebiet von 300.000 Menschen geleistet werden.
"Unsere Hilfe ist ein Wettlauf gegen das Vergessen", betont Franz
Karl Prüller, Generalsekretär für Internationale Programme der
Caritas Österreich. "Denn immer wenn ein Land aus den Schlagzeilen
fällt, fällt auch das Spendenbarometer. Hilfe braucht aber einen
extrem langen Atem, damit Frieden, wirtschaftlicher Aufschwung, eine
stabile Gesundheitsversorgung und ein funktionierendes
Bildungssystem entstehen kann."
Rückfragehinweis: Caritas Österreich
Mag. Gabriela Sonnleitner
Tel.: (++43-1) 48831/421 od. 0664/3846611
mailto:[email protected]
http://www.caritas.at
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