Knafl: Seniorenbund lehnt Eingriffe in bestehende Pensionen entschieden ab!

Klare Gegenreaktion zu Äußerungen von SP-Chef Gusenbauer: Höhere Pensionsbezieher leisten bereits seit 2001 einen beträchtlichen "Solidarbeitrag"!

Wien (OTS) - Entschieden gegen den Vorschlag von SPÖ-Vorsitzenden Gusenbauer, im Rahmen einer "Pensionsreform" in bestehende Pensionen einzugreifen, wendet sich der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, LH-Stv. a.D. Stefan Knafl: "Ein Eingriff in bestehende Pensionen wird vom Österreichischen Seniorenbund abgelehnt!"

Es ist festzustellen, dass mit der Pensionsreform des Jahres 2000 die Bestimmungen über die Pensionsanpassung dahingehend geändert wurden, daß seit 1.1.2001 die Pensionen auch dann, wenn der Pensionsanpassungsfaktor unter der Inflationsrate liegt, nur im Ausmaß des von der Kommission festgestellten Anpassungsfaktors erhöht werden. Die Differenz zwischen Anpassungsfaktor und der höheren Inflationsrate kann seither nur mehr durch eine Einmalzahlung abgegolten werden. Seit dem Jahre 2001 ist der Anpassungsfaktor niedriger als die Inflationsrate. Bei der Gewährung der Einmalzahlung haben Pensionsbezieher, die eine höhere Pension haben, keinen vollen oder überhaupt keinen Wertausgleich erhalten. Diese Regelung bedeutet also, dass die Bezieher höherer Pensionen nicht nur eine Kürzung der Bemessungsgrundlage um 4 % in Kauf genommen haben, sondern auch keinen Wertausgleich erhalten haben. Knafl dazu unmißverständlich:
"Pensionisten mit höherem Einkommen zahlen daher bereits seit 2001 einen beträchtlichen Solidarbeitrag."

Das Hauptproblem aus der Sicht des Österreichischen Seniorenbundes besteht darin, dass durch den sogenannten Struktureffekt die Neu-Pensionen jährlich um ca. 1,5 % steigen. Im Jahre 2000 waren die Neu-Pensionen durchschnittlich um 17 % höher als die durchschnittlichen Pensionen im Pensionsstock und um 31 % höher als die durchschnittlichen Pensionen der Pensionsabgänger.

Die Sicherstellung des Umlageverfahrens im österreichischen Pensionssystems ist nur dadurch zu erreichen, dass die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen erhöht und das durchschnittliche Pensionsantrittsalter an das gesetzliche Pensionsantrittsalter herangeführt wird. Solidarität wurde bisher den in Pension befindlichen mit höheren Pensionen schon abverlangt. Bevor man weitere Belastungen der Pensionisten ins Auge fasst, sind zuerst die von allen Experten vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen.

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