• 20.12.2002, 10:30:43
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Junge Industrie: Kürzerer Wehrdienst, höheres Verteidigungsbudget, bessere Ausrüstung!

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion sind nicht nur politische Herausforderungen zu bewältigen, auch das Bundesheer muss von Grund auf reformiert werden, um sich in die Union eingliedern zu können. Die neue Bundesregierung muss Schluss machen mit halbherziger Verteidigungspolitik.

Die Schaffung einer gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und
Verteidigungsunion sei eine Vision, deren Verwirklichung noch viele
Jahre auf sich warten lässt und daher von der Politik langen Atem
erfordere. "Aber auch auf militärischer Ebene müssen wir uns
vorbereiten. Die Reformen müssen jetzt beginnen!", so Mag. Martin
Ohneberg, Vorsitzender der Jungen Industrie Wien: "Das Bundesheer ist
weit davon entfernt, dafür gerüstet zu sein, ein Teil einer solchen
Sicherheitsunion zu werden. Aufgrund schlechter Ausrüstung und teils
zweckwidriger Ausbildung ist die Mobilmachungsstärke des Bundesheeres
eine rein theoretische Größe."

Die Junge Industrie Wien fordert von der nächsten Bundesregierung,
Schluss zu machen mit der jahrzehntelangen Halbherzigkeit in der
Verteidigungspolitik: Die Aufstockung des Verteidigungsbudgets spiele
die zentrale Rolle. Im EU-Durchschnitt liegt das Verteidigungsbudget
bei 1,4 Prozent des BIP, das österreichische beträgt mit etwa 0,7
Prozent fast die Hälfte und müsse dringend aufgestockt werden. Die
Dauer des Grundwehrdienstes sei auf vier Monate zu halbieren. "Diese
Zeit soll für militärische Ausbildung, die diesen Namen auch
verdient, genützt werden", so Ohneberg in Anspielung auf die
zweckwidrige Verwendung auszubildender Grundwehrdiener, die weit
verbreitet sei.

Zu einer guten militärischen Ausbildung gehöre auch gute Ausrüstung:
Der Zustand des Geräts lasse sehr zu wünschen übrig, bringt Ohneberg
auf den Punkt, was viele Grundwehrdiener in Österreich tagtäglich
erleben. Rostige Helme, brüchige Ledergurte und eindeutig längst
abgetragende Kleidung prägten den Alltag des durchschnittlichen
österreichischen Grundwehrdieners. Das bringe Gefahr für Leib und
Leben der Soldaten im Friedensbetrieb. Ohneberg: "Aufgrund der
enormen Mängel hält die Ausrüstung bei Beanspruchung nicht, was sie
verspricht. Unfälle werden geradezu provoziert!" Gerade jungen
Menschen, die bereit seien, den mit mehr körperlicher Beanspruchung
verbundenen Weg des Wehrdienstes zu wählen, dürfe keine schlechte
Ausrüstung zugemutet werden. Eines vergleichsweise reichen Landes sei
es nicht würdig, die Grundwehrdiener unter so schlechten Bedingungen
trainieren zu lassen. Das Bundesheer verfüge sehr wohl über modernes,
noch nicht verschlissenes Gerät; aber zu wenig: Dieses komme nur in
Einsatzfällen zur Anwendung - etwa im Grenzschutz oder in
Auslandseinsätzen. "Für einen angemessenen österreichischen Beitrag
in der Europäischen Verteidigungsunion reicht das vorhandene Gerät
keinesfalls aus", schließt Ohneberg.

Rückfragehinweis: Rückfragehinweis:
MAG. JOHANNES HÖHRHAN
Junge Industrie Wien
Tel +43 1 71135 2463
Fax +43 1 71135 2913
eMail: [email protected]
http://www.iv-wien.at/

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