- 20.12.2002, 09:48:53
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Hauptverband klagt e-card Konsortium EDS/ORGA
Wien (OTS) - Wegen der verzögerten Einführung des elektronischen
Krankenscheinersatzes "e-card" wird der Hauptverband der
österreichischen Sozialversicherungsträger gegenüber der
Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA jetzt den Klagsweg beschreiten. Der
Grund dafür ist der vom Auftragnehmer EDS/ORGA zu verantwortende
Lieferverzug.
Josef Kandlhofer, Sprecher der Geschäftsführung: "Kann EDS/ORGA den
vertraglich vereinbarten Lieferumfang im Gesamtauftragswert von rund
90 Millionen Euro nicht erfüllen, dann wird eine Konventionalstrafe
im zweistelligen Millionenbereich fällig."
Ursprünglich hätten bereits im Frühjahr dieses Jahres umfangreiche
Systemtests unter Einbindung einer Musterpraxis im Burgenland
gestartet werden sollen, im Anschluss daran - ebenfalls im Burgenland
- ein umfassender Probebetrieb in 22 ausgewählten Ordinationen
beginnen sollen. Nachdem diese Termine bereits mehrmals verschoben
werden mussten, wurde zuletzt von der Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA
ein Probebetrieb im Burgenland nicht vor April 2004 in Aussicht
gestellt.
Unabhängig von den offensichtlichen Problemen mit dem Auftragnehmer
EDS/ORGA will Kandlhofer am Ziel festhalten, alle 8 Millionen
Österreicher bis spätestens Ende 2004 mit dem elektronischen
Krankenscheinersatz e-card auszustatten.
Kandlhofer: "Der Hauptverband setzt mit der Einführung der e-card als
elektronischen Krankenschein einen richtungsweisenden Schritt zur
Vereinfachung und Verbesserung der medizinischen Betreuung. Wenn die
Firmen den Vertrag nicht erfüllen, wird der Hauptverband geeignete
Ersatzmaßnahmen einleiten. Möglich ist hierbei die Einbindung anderer
Firmen, die die Leistungserbringung übernehmen."
Zu den Gerüchten, dass der Konsortialpartner EDS auf Weisung der
Konzernzentrale in Texas (USA) den Rückzug aus dem Projekt angedroht
habe, meinte Kandlhofer: "Von EDS wurden Nachverhandlungen zum
bestehenden Vertrag verlangt, weil das Projekt durch die
Verzögerungen kommerziell uninteressant geworden ist. Bei allem
Verständnis kann das nicht auf dem Rücken der österreichischen
Versicherten ausgetragen werden. Das werden wir nicht zulassen."
Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:[email protected]
http://www.sozialversicherung.at
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